Um die exakte Einhaltung der Projektbearbeitungszeit (40 bzw. 80 Stunden) beim Abschlussprojekt geht es in der vierzehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts.
Für die betriebliche Projektarbeit solltest du die vorgegebene Zeit von 40 Stunden bzw. 80 Stunden in der Anwendungsentwicklung praktisch exakt einhalten. Mehr Zeit kann zum Nichtbestehen führen, weniger Zeit ist zwar rechtlich grundsätzlich möglich, verschlechtert aber unnötig deine Prüfungsleistung. Wenn deine Planung oder die IHK-Vorgaben unklar sind, solltest du das vor dem Projektantrag klären und dein Projekt so darstellen, dass du am Ende genau auf die erlaubte Stundenzahl kommst.
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Inhalt
Kernaussage
Für die betriebliche Projektarbeit gelten feste Zeitvorgaben: 40 Stunden in den meisten IT-Berufen und 80 Stunden in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung. Diese Zeit solltest du im Projektantrag und in der Projektdurchführung möglichst exakt einhalten.
Zeitvorgaben: mehr geht nicht
Die rechtliche Grundlage – die Berufsverordnung – nennt für die betriebliche Projektarbeit eine Prüfungszeit von höchstens 80 Stunden. Daraus folgt:
- Weniger Zeit ist rechtlich grundsätzlich erlaubt.
- Mehr Zeit ist nicht erlaubt.
- Wenn du die erlaubte Zeit überschreitest, hältst du die Prüfungsvorgaben nicht ein und könntest dadurch durch die Prüfung fallen.
Deshalb sollte in deiner Zeitplanung am Ende genau die erlaubte Stundenzahl stehen:
- 40 Stunden in den meisten IT-Berufen
- 80 Stunden in der Anwendungsentwicklung
Warum die exakte Planung erwartet wird
Projektplanung gehört zu den Ausbildungsinhalten in allen IT-Berufen. Dazu gehört auch, zeitliche Vorgaben einzuhalten. Auch wenn eine Planung auf die Stunde genau in der Realität oft unrealistisch ist, wird in der Prüfung erwartet, dass du dich an die formalen Vorgaben hältst.
Dazu kommt:
- Prüfungsleistungen sollen vergleichbar sein.
- Ohne feste Obergrenze könnten einzelne Prüflinge deutlich mehr Zeit investieren als andere.
- Größere Projekte würden auch zu umfangreicheren Dokumentationen führen, die von Prüfenden gelesen werden müssten.
Weniger Zeit ist zwar erlaubt, aber unklug
Auch wenn das Gesetz "höchstens" sagt, ist weniger Zeit aus Sicht der Prüfungsleistung keine gute Idee. Wenn du freiwillig weniger Zeit nutzt,
- zeigst du weniger von deinen Fähigkeiten,
- nutzt deinen möglichen Bewertungsrahmen nicht aus,
- und stellst dich schlechter dar als jemand, der die volle Zeit sinnvoll ausschöpft.
Die Aussage dazu ist klar: Weniger Zeit zu planen oder zu nutzen ist möglich, aber für deine Note eher nachteilig.
Pufferzeit im Projektantrag
Manche planen im Antrag bewusst Pufferzeit ein, weil Projekte nie perfekt planbar sind. Dabei gilt aber:
- Ob das erlaubt oder sogar gewünscht ist, hängt von der IHK ab.
- Es gibt IHKs, die einen Puffer akzeptieren oder fordern.
- Es gibt auch Fälle, in denen ein Antrag mit eingeplanter Pufferzeit abgelehnt würde.
Die Empfehlung ist deshalb:
- Informiere dich vorher bei deiner IHK, welche Erwartungen gelten.
- Reiche den Antrag möglichst direkt passend ein, damit er nicht wegen solcher Punkte zurückkommt.
Warum ein abgelehnter Antrag problematisch ist
Wenn dein Projektantrag abgelehnt wird und du ihn überarbeiten musst,
- verlierst du Zeit durch Überarbeitung und erneute Prüfung,
- darfst du mit dem Projekt erst nach Genehmigung anfangen,
- und bekommst dadurch zusätzlichen Zeitdruck.
Deshalb ist es sinnvoll, die formalen Anforderungen vorab zu klären.
Abweichungen vom Projektantrag helfen bei Überziehung nicht
Auch wenn es in Projektdokumentationen oft ein Kapitel zu Abweichungen vom Projektantrag gibt, kannst du damit keine längere Projektzeit rechtfertigen. Wenn dein Projekt mit 80 oder 40 Stunden genehmigt wurde, bleibt diese Vorgabe bestehen.
Das heißt:
- Eine Überschreitung lässt sich nicht einfach dadurch retten, dass du sie in der Doku erwähnst.
- Der Prüfungsausschuss kann das als Verstoß gegen die Vorgaben werten.
Umgang mit Abweichungen während des Projekts
Wenn du in einer Projektphase mehr Zeit brauchst als geplant, solltest du in der Darstellung dafür sorgen, dass du diese Zeit in einer anderen Phase wieder einsparst, damit du am Ende insgesamt auf die erlaubte Stundenzahl kommst.
Typisch ist dann ein Soll-Ist-Vergleich, in dem beschrieben wird, dass an einer Stelle mehr Zeit nötig war und an anderer Stelle entsprechend weniger. Auch wenn das in der Realität oft konstruiert wirkt, ist genau das Teil des Prüfungssystems.
Fazit
Die Antwort auf die Ausgangsfrage ist eindeutig:
- Mehr als die erlaubten 40 bzw. 80 Stunden solltest du nicht haben.
- Weniger wäre zwar grundsätzlich möglich, ist für deine Prüfungsleistung aber nicht sinnvoll.
- Plane dein Projekt so, dass du am Ende genau auf die vorgegebene Stundenzahl kommst.
- Wenn es Unklarheiten zu Pufferzeiten oder Formvorgaben gibt, kläre das vorher mit deiner IHK.
Links
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- FIAusbV: Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin
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Heute habe ich mal ein Thema mitgebracht, woran ich immer denken muss, wenn ich mir wieder Projektanträge für die betriebliche Projektarbeit anschaue. Und zwar, muss ich eigentlich die vorgegebene Zeit für mein Projekt, nämlich 40 Stunden bei allen IT-Berufen und 80 Stunden bei der kleinen Ausnahme für AmnungsentwicklerInnen, muss ich diese Zeit eigentlich einhalten oder darf ich auch mehr oder weniger Zeit für mein Projekt haben?
Und kurz vorweg gesagt, nein, du darfst nicht mehr oder weniger haben. Du solltest ziemlich genau exakt auf diese Zahl kommen. Etwas aufgeweicht, ja, du darfst auch weniger Zeit aufwenden, aber das wäre dumm, aber da kommen wir gleich drauf. Aber wenn du überziehst, hast du ein Problem, damit kannst du durch die Prüfung fallen. Das heißt, das solltest du auf keinen Fall machen. Deswegen nehmen wir erst mal das Daumenregel mit. In deiner Zeitplanung sollten unten exakt 40 Stunden für alle IT-Berufe außer Anbietungsentwicklung bzw. 80 Stunden für die Anbietungsentwicklung stehen. Alles andere ist nicht so sinnvoll. Und da gucken wir jetzt mal drauf, warum das so ist. Also Nummer 1, Abweichungen nach unten sind grundsätzlich okay, aber dumm. Aber wir gucken mal warum. Und zwar schauen wir als allererstes mal auf die gesetzliche Grundlage, die Berufsverordnung. Und da weißt du vielleicht, wir haben sieben verschiedene IT-Berufe, die alle einzelne Berufsverordnungen teilweise haben, beziehungsweise der Fachnummer hat gerade eine mit vier Unterpunkten für die einzelnen Fachrichtungen und so weiter. Aber du kannst dir die alle online angucken. Besetztes Texte sind frei verfügbar. Und ich nehme jetzt einfach mal den Paragraf 12, der FIE aus BF, also der Berufsverordnung für die Fachinformatiker. Und den findest du ziemlich genau, exakt so formuliert auch in allen anderen IT-Berufsverordnungen.
Und da steht in Paragraf 12, Absatz 2, die Prüfungszeit beträgt für die betriebliche Projektarbeit und für die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagenlagen, höchstens 80 Stunden. Die Prüfungszeit beträgt höchstens 80 Stunden. Kurz zusammengefasst. So, höchstens steht da. Da steht nicht, du musst exakt auf 80 Stunden kommen, was ja sowieso völlig unrealistisch ist. Kein Mensch kann ein Projekt so gut planen, dass er exakt genau 80 Stunden braucht. Sind wir uns alle einig, dass das sowieso Quatsch ist, glaube ich. Aber höchstens heißt, ich darf auch weniger. So steht es erstmal im Gesetz. Das heißt aber, höchstens heißt inklusive 80, aber darüber ist es vorbei. Das heißt, mehr ist nicht. Wenn du also länger gebraucht hast, dann hast du dich nicht an diese Vorgaben zur Prüfung gehalten und dann könntest du deswegen durch die Prüfung fallen.
So wie mein Beispiel in meinem Prüfungskurs war, dein Chef gibt dir 100 Euro mit, um Brötchen zu kaufen und dann kommst du wieder und sagst, ja Chef, ich habe 110 ausgegeben. Ja, das ist schön, aber das war nicht dein Budget. Und was ist dann das Endergebnis? Du musst die 10 Euro auf deine eigenen Tasche zahlen, außer du hast einen vernünftigen Chef, der gibt dir das Geld dann wieder, weil dafür hast du leckere Brötchen geholt. Aber so mal als Beispiel, wenn du ein Budget hast, was du einhalten musst, dann kannst du auch nicht sagen, ja, sorry, ich habe es doppelt so viel ausgegeben. So, das geht nicht, kann man nicht machen. Und hier ist es auch so, wenn es exakte Vorgabe ist, halte ich an 80 Stunden, mehr geht nicht und du machst mehr. Ja, dann kann man dich deswegen durch die Prüfung fallen lassen, weil du einfach nicht an diese Vorgaben dich gehalten hast. Das ist nicht gut. So, vor allem gehört Projektplanung in allen IT-Berufen zu den Ausbildungsinhalten. Da steht ein Ausbildungsrahmenplan drin, Projektplanung, das gehört auf jeden Fall dazu, das muss man lernen in jedem IT-Beruf. Und früher war das sogar explizit in der Verordnung genannt unter dem Punkt zeitliche Vorgaben einhalten. Dieser Begriff, zeitliche Vorgaben ein, stand explizit in der Berufsordnung in allen IT-Berufen, was man da vermitteln musste. Heute ist es ein bisschen aufgeweicht und so ein bisschen schwammig, Projektplanung und so weiter. Aber gehört dazu. Ich kann, wenn ich Software-Entwicklungsprojekte zum Beispiel plane, auch nicht sagen, ich brauche irgendwas zwischen 100 und 1000 Personentagen.
Die wollen das schon ein bisschen genauer wissen, die Leute, die das Geld dafür bezahlen. Und deswegen gehört das zum Ausführungsinhalt dazu. Und da kann ich auch nicht mal mein Abschlussprojekt sagen, irgendwas zwischen 10 und 100 Stunden. Das geht nicht. Man muss es schon vernünftig planen. So, wir sind uns alle einig, dass diese Planung sowieso utopisch, unrealistisch und meistens komplett überzogen wird in der Realität.
Aber das heißt nicht, dass du das in deiner Doku auch so schreiben musst unter deinem Projektantrag, sondern da erwarten halt alle formale Vorgabe 80 Stunden. Also halt dich dran und mach nicht mehr.
Also, machst du zu viel, kannst du durchfallen. Wenn du Glück hast und du hast die Planung schon im Projektantrag überzogen, dann wird man einfach deinen Projektantrag ablehnen und sagen, hier anpassen, maximal 80 Stunden, maximal 40 Stunden, was auch immer. Dann ist es gut. Aber angenommen, wir würden das erlauben, dass du mehr machen darfst, da könnte ja jeder Prüfling jetzt einfach lustig überziehen, wie er oder sie halt Bock hat. Und was haben wir dann für Projekte? Die dauern auf einmal 100 Stunden. Ja, okay, 200 Stunden. Ist das noch okay? 300 Stunden? Also wie lange wollen wir den Prüflingen denn erlauben, ihr Projekt zu machen? Und am Ende ist es dann ja auch nicht mehr vergleichbar. Einer, der 300 Stunden investiert hat und jemand, der 40 investiert hat, da muss ja was ganz anderes rauskommen von der Qualität her. Also man muss es irgendwie vereinheitlichen. Außerdem, das Projekt muss ja auch von Prüfenden, wie zum Beispiel mir, gelesen werden, die Dokumentation. Und wenn wir ein 300-Stunden-Projekt dokumentiert haben mit, wie viele Seiten sollen denn da rauskommen? 100 Seiten? Wer soll denn sowas lesen in seiner Freizeit? Das ist ja alles Ehrenamtlich, das Prüferamt. Das heißt, das funktioniert nicht, deswegen müssen wir immer eine Grenze setzen und die ist halt laut Gesetz bei 40 Stunden bis 80 Stunden gesetzt, also halt dich dran. Nach oben hin. So, jetzt steht aber ja höchstens im Gesetz, du darfst also weniger Stunden investieren, aber da frage ich jetzt einfach mal, warum willst du das machen? Warum solltest du das machen? Klar, du kannst sagen, ja, ich habe einfach keinen Bock zu arbeiten, ich mache einfach weniger. Ja, okay, Aber hier geht es ja um deine Prüfungsleiste und dafür kriegst du ja eine Note.
Und wenn du jetzt freiwillig auf Zeit verzichtest, die du investieren könntest, um eine bessere Note zu bekommen, warum solltest du das tun? Ich habe auch mal einen Short aufgenommen zu der sinnvollen Anzahl an Seiten der Projektdokumentation. Wenn du eine erlaubte Vorgabe von 15 Seiten hast, warum willst du 13 abgeben? Das ist dumm, weil wenn du irgendwie eine schlechtere Note als 100 Prozent bekommst, wirst du dich ja immer fragen, so, hm, hat es an den zwei Seiten gelegen? Hätte ich noch was unterbringen können, was mir die Note verbessert hätte? Und die Antwort ist wahrscheinlich ja. Das heißt, hier ist es genauso. Warum willst du ein Projekt in weniger Zeit umsetzen? Dann kannst du ja weniger von deinem Beruf, von deinen Fähigkeiten zeigen, als jemand, der die 80 Stunden ausgereizt hat. Also du machst dich ja schlechter damit. Du stellst dich ja unter jemand anderen, der die Zeit ausgenutzt hat. Also warum solltest du das tun? Ist ja dumm einfach. Deswegen mach es nicht. Und in einigen Projektanträgen habe ich schon sowas gelesen, wie eine Pufferzeit eingeplant. Sowas wie, ich weiß ja nicht, was passiert. Ich kann ein Projekt nicht 100% perfekt genau planen, auch wenn es nur 80 oder 40 Stunden sind. Deswegen plane ich zwei Stunden Puffer ein, vier Stunden Puffer ein. Und auch hier wieder, wie bei sehr, sehr vielen anderen Dingen auch, kann das von deiner IHK abhängen, ob das okay ist oder nicht. Ich habe schon davon gehört, dass einige IHK’en sogar fordern, dass man einen Puffer einplant.
Also das ist wieder völlig unterschiedlich. Wenn das bei mir jemand einplanen würde, würde ich einen Antrag ablehnen. Die Zeit ist komplett zu verplanen. Ende. Weiß ich, dass das unrealistisch ist? Ja. Will ich, dass jemand dann sagt, ja, ich plane vier Stunden Puffer ein, habe also nicht meine ganze Zeit ausgereizt und irgendwie fülle ich die ja schon, weil ich gehe davon aus, dass meine Planung sowieso schrottig ist und die Puffer werden auf jeden Fall benutzt. Also was ist das wieder für eine Aussage für eine Abschlussprüfung? Also wenn ich zeigen soll, dass ich ein Projekt verplanen kann und von Anfang an sage, ich bin mir aber unsicher und plane Puffer ein.
Also ich weiß, das ist in der Realität vielleicht so, aber dann müssen wir halt ein bisschen gucken, das ist eine Prüfungsleistung und da muss man halt vielleicht das Optimum rausholen. Ja, man kann das Pro und Kontra argumentieren. Ist der Puffer jetzt gut oder schlecht? Und das ist jetzt müßig, darüber nachzudenken. Im Zweifel fragst du, wie bei allen Themen deine IHK, ob da ein Puffer nötig ist oder ob du auch weniger Zeit einplanen kannst. Warum auch immer du das machen willst, ich habe es ja gerade erklärt. Aber wenn deine IHK konkrete Vorgaben dazu hat oder irgendwas erwartet, wäre es natürlich gut, das zu wissen. Und bei einigen, wie gesagt, ich habe es gehört, da muss halt Zeit X als Puffer eingeplant werden, weil man halt, also ich finde es ja auch irgendwo nachvollziehbar, man weiß, dass es sowieso unrealistisch ist, sie planen und dann plant man halt Puffer ein. Okay, trotzdem erwarten die dann aber am Ende, dass der Puffer auch ausgenutzt wird. Also am Ende muss man trotzdem die 80 Stunden wieder gefüllt haben sinnvoll. Also das ist alles, ach, das ist auch alles ein bisschen konstruiert hier. Naja, es ist ja nun mal einfach eine Prüfungsleistung.
So, okay. Dann sollte also normalerweise, wenn du dir nicht sicher bist oder dein IHK weiß das selber nicht oder sagt es dir nicht oder steht nicht im Internet oder wie auch immer, sollte es spätestens beim Prüfen des Projektantrags auffallen, wenn ein Prüfer, eine Prüferin den Antrag ablehnt und sagt, hier ist ein Puffer einzuplanen oder nicht, beziehungsweise planen sie die ganzen 80 Stunden ein, so wie wir das machen, dann weiß es halt. Und wenn dein Antrag durch ist, dann weißt du, dass du es richtig gemacht hast. Problem ist, wenn der Antrag abgelehnt wird und du ihn überarbeiten musst, dann brauchst du halt eine gewisse Zeit für die Überarbeitung und die erneute Prüfung und das geht alles von deiner Projektzeit ab. Deswegen würde ich gucken, dass du dich vorher informierst und den Antrag gleich so einreichst, dass er einfach genehmigt wird. Weil sonst machst du dir ohne Ende noch mehr Zeitdruck, weil du darfst ja erst mit dem Projekt anfangen, wenn dein Antrag genehmigt ist. Und wenn du noch einen neuen einreichen musst, dann dauert das teilweise zwei, manchmal sogar vier Wochen, bis du wieder ein Feedback kriegst. Und das geht natürlich alles von deiner Projektzeit ab. Deswegen informiere dich einfach vorher.
So, und was du auch nicht machen kannst, das gibt es, hast du vielleicht schon mal ein paar Beispieldokus gesehen, auf meiner Website habe ich auch ein paar Beispieldokumentationen, da gibt es ein, ab und zu gibt es da mal ein Kapitel Abweichungen vom Projektantrag, daran könnte man begründen, warum man Dinge anders gemacht hat im tatsächlichen Projekt, wie als man sie auch im Projektantrag geplant hat, aber da kannst du auch nicht sagen, ja, Abweichen vom Projektantrag habe ich für mein Projekt 100 Stunden gebraucht. Nein, das geht nicht. Wenn dein Projekt mit 80 Stunden genehmigt ist, dann hast du auch 80 Stunden einzuhalten. Und Gesetz erlaubt sowieso nicht mehr. Das heißt, da kann man sich nicht rausreden und sagen, ja, ich habe es ja in die Doku geschrieben, ich habe mehr gebraucht und deswegen haben die mir jetzt 100 Stunden erlaubt. Nein, ist nicht der Fall. Dann würdest du im Zweifel, wenn du einen bösen Prüfungsausschuss hast, einfach durchfallen, weil du hast die Vorgaben nicht eingehalten. Also, halte dich dran und versuch nicht da irgendwie drum herum zu reden. Denn wenn du wirklich realistisch dein Projekt planen solltest und das wirklich mit dieser naiven Einstellung an deine Projektarbeit rangehst, dann ist es tatsächlich auch so, meinst du, du kannst es wirklich auf eine Stunde genau planen? Meinst du, 81 Stunden oder 80 Stunden sind dann wirklich so ein Riesenunterschied?
Es ist sowieso alles unrealistisch. Das heißt, geh einfach von den 80 bis 40 Stunden aus und guck, dass du einfach genau bei der Zahl landest und dann ist dieses Prüfungsding einfach durch. So, sollte es jetzt aber dazu kommen, dass du während des Projektablaufs in irgendeiner Phase, die du da geplant hast, mehr Zeit brauchst, als du geplant hast, das wäre ja gefährlich, weil dann würdest du über die 80 Stunden kommen, dann kommt der magische Feen-Zauberstab und der, sorgt dann dafür, dass in einer anderen Phase, die später kommt, einfach ein bisschen Zeit eingespart wird und dann landest du einfach bei 40 oder 80 Stunden. So machst du das. Das heißt, wenn du also tatsächlich realistisch irgendwo mehr Zeit brauchst, dann musst du einfach dafür sorgen, dass du das magischerweise in einer anderen Phase wieder einsparst. So Klassiker ist dann so ein Soll-Ist-Vergleich. In der Projektdokur so steht, ja, in der Planungsphase habe ich etwas mehr Zeit gebraucht, weil der Prozess doch viel komplizierter war als erwartet. Dafür konnte ich in der Implementierungsphase die Zeit wieder einsparen, weil ich mir ja so viele Gedanken im Vorfeld gemacht habe. Blablabla. Wir wissen alle, dass das Bullshit ist. Sorry, ich muss das mal ganz offen sagen.
Das passt einfach nicht. Und ich weiß, dass die meisten Prüflinge deutlich länger an ihrer Projektarbeit sitzen als die erlaubten 40 oder 80 Stunden. Machen wir uns da mal nichts vor. Vor allem, weil man auch die Zeit für die Projektdokumentation mit in diesen Zeitraum rein planen muss bei den meisten IHK. Da habe ich auch schon eine Podcast-Episode dazu gemacht. Das ist so unrealistisch. Es ist halt ein bisschen ein Prüfungskonstrukt hier. Trotzdem musst du dann, weil du das jetzt ja dann weißt, dich halt exakt an diese Vorgaben halten und magischerweise geht das am Ende alles auf. Dein Projekt wird perfekt umgesetzt und du sparst hier was ein, was du an anderer Stelle gut wieder investieren kannst, sodass du unterm Strich wieder genau auf 40 oder 80 Stunden landest. Das ist die Vorgabe. Das hätten wir gern.
Ist das ein bisschen realitätsfern? Ja. Habe ich schon mal irgendein Projekt gesehen, wo es eine Abweichung gab, wo mehr Stunden rauskamen oder weniger und der Prüfling hat bestanden und eine Topnote bekommen? Nein. Also ich wäre nicht an deiner Stelle der Erste oder die Erste, der oder die es probieren möchte. Deswegen lass es einfach. Plan die Zeit genauso ein wie vorgegeben und dann passt das. Das ist mein Fazit für heute. Also Frage beantwortet. Musst du die Stunden exakt einhalten? Meine Antwort ja.
Und das war’s für heute. Bis zum nächsten Mal.









Hallo.
Ich denke, fast jeder Prüfling wird während der Suche nach einem geeigneten Projekt merken, dass 70 Stunden wirklich sehr wenig Zeit sind. Ich weiß nicht, ob es so ist, aber ich gehe davon aus, deswegen sind es schon nicht nur 35 Stunden wie bei den Systemintegratoren. Auch wenn 70 Stunden wenig sind, ist man uns damit wohl schon entgegengekommen. Und innerhalb dieser 70 Stunden muss ein Projekt realisiert werden, das in seiner Komplexität angemessen ist. Einen Taschenrechner darf man also in der kurzen Zeit nicht programmieren.
Mit freundlichen Grüßen
Michael
Hallo Michael,
das sehe ich genau so. Deswegen haben die Anwendungsentwickler schon mehr Zeit als die anderen drei Berufe, denn das Programmieren dauert einfach sehr lange (zumindest, wenn man es richtig machen will 😉 ).
Viele Grüße!
Stefan
Ich persönlich bin der Meinung das die Zeit zu knapp bemessen ist. Wenn man mal ehrlich ist, wird bei der Zeit eh „geschummelt“ da sich in 70 Stunden nicht wirklich viel auf die Beine stellen lässt. 70 Stunden sind einfach viel zu wenig um ein interessantes und auch anspruchsvolles Thema umzusetzen inklusive wirtschaftlicher Betrachtung und Dokumentation.
Man will sich ja ein wenig von der Masse abheben und keinen Taschenrechner präsentieren. Aber ein entsprechendes Thema ist mit Sicherheit nicht in 70 Stunden abzuschließen. Alleine die Zeit, die ich dafür aufbringen muss mir die möglichen Anwenderfehler bewusst zu machen und abzufangen beläuft sich in einem normalen Projekt schon mal gerne auf 10 Stunden. Und wenn ich gerade sowas auch noch in einem Abschlussprojekt berücksichtigen muss ist es einfach nicht möglich das in 70 Stunden zu bewerkstelligen. Klar kann man jetzt sagen das es dann das falsche Projekt ist aber es soll ja auch kein Taschenrechner sein.
Darum macht eine zeitliche Eingrenzung mit Sicherheit Sinn aber imho sind die 70 Stunden nicht mehr wirklich zeitgemäß.
Dann kommen noch die Vorgaben was die Dokumentation angeht. Maximal 15 Seiten Dokumentation und 35 Seiten Anhang? Sehr komisches Verhältnis und zwingt den Prüfling in der Regel erklärende Abbildungen in den Anhang zu stopfen damit auch wirklich ersichtlich ist, das die 15 Seiten eingehalten werden.
Hier müsste auch mal ein Umdenken stattfinden da das meiner Meinung nach nicht mehr up to date ist.
Auf der anderen Seite muss man aber auch mal vor den Prüfern den Hut ziehen die sich alle 6 Monate den Streß machen und sich den Prüfungen aussetzen. Das ist mit Sicherheit auch nicht gerade einfach da noch neben dem normalen Job die Aufgaben im Prüfungsausschuß wahrzunehmen.
Hallo Sepp,
da hast du wahrscheinlich recht. Viele Abschlussprojekte dauern in der Realität wohl länger als 70 Stunden. Dennoch ist das Einhalten der Zeit (zumindest auf dem Papier) notwendig!
Danke für das Lob an die Prüfer. Es ist wirklich stressig, aber macht auch viel Spaß. Wenn die Dokus nun allerdings keine Längenbeschränkung mehr hätten, wäre der Job ungleich schwieriger, da die Korrektur schon mit Längenbeschränkung sehr zeitaufwendig ist.
Viele Grüße!
Stefan
Hallo,
was ist konkret unter Schnittstellenbetrachtung zu verstehen?
Wie erwähne ich es am besten im Antrag und der Dokumentation, falls das Programm keine Schnittstellen hat?
In meinen Augen ist die Zeit nicht nur zu Kurz bemessen, es ist auch beinahe unmöglich, ein Projekt zu Planen das exakt 70 Stunden dauert. Das führt zwangsläufig dazu, dass jeder bei der Zeit schummelt. Das weis auch jeder. Selbst mein Ausbilder sagt, ich soll mir die Zeit nehmen, die ich brauch, egal ob es 70, 80 oder 100 sind und das hin-mogeln. Ich habe auch keinen Kollegen in der Firma dem die 70 Stunden ausgereicht hätten.
Sinnvoller wäre es in meinen Augen, eine Zeitspanne zu erlauben, z.B 60-90 Stunden und dann das Projekt anhand der verwendeten Zeit bewertet.
Hallo Tilo, ja, das sehe ich auch so. Leider wurde die Chance verpasst, mit der Neuordnung der IT-Berufe diesen Punkt anzupassen. Stattdessen gibt es nun einfach 5 bzw. 10 Stunden mehr Zeit für das Projekt. :-/
Also ich finde 70 Stunden eigentlich völlig okay 🙂 Einen Taschenrechner programmiert man auch ohne viel Kenntnisse neben einem YouTube Tutorial in 2 – 3 Stunden ganz easy. Ich werde ein Plugin für ein CMS System umsetzen und das sollte in 3 Tagen erledigt sein. Somit widme ich die restliche Zeit der Dokumentation. Es geht darum die Prüfung zu bestehen und zu zeigen das man etwas kann. Keiner verlangt eine neue Erfindung die dann der IHK verkauft wird xD Also entspannt euch und nehmt es etwas lockerer.
Hallo Kristina, drei Tage Entwicklung hört sich etwas wenig an. Viele Prüflinge verplanen ca. 50% oder mehr ihrer Projektzeit für die reine Programmierung. Aber je nachdem, was du in den anderen Projektphasen noch so machst, kann das natürlich passen.