Ist die Projektdokumentation Teil der Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h)? – IT-Berufe-Podcast-Shorts #13

Um das Einplanen der Projektdokumentation als Teil der Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h) geht es in der dreizehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts.

Bei der Frage, ob die Zeit für die Projektdokumentation in die 40 bzw. 80 Stunden der Projektarbeit gehört, gibt es keine einheitliche Regelung, sondern es hängt von deiner IHK ab. Viele IHKen und auch der DIHK verlangen, dass diese Zeit mit eingeplant wird, auch wenn das in der Praxis oft als unrealistisch gesehen wird. Ich würde dir deshalb empfehlen, die Vorgaben deiner konkreten IHK zu prüfen und im Zweifel die Doku-Zeit vorsichtshalber in die Planung aufzunehmen.

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Inhalt

Ob die Zeit für die Projektdokumentation zur offiziellen Projektzeit zählt, ist je nach IHK unterschiedlich geregelt. Eine einheitliche bundesweite Regelung gibt es dazu nicht, obwohl sich viele Prüflinge genau diese Klarheit wünschen. Nach der Recherche im Podcast erwarten die meisten IHKen, dass die Dokumentation innerhalb der vorgegebenen 40 oder 80 Stunden entsteht. Gleichzeitig wird das als praxisfern bewertet, weil die Projektzeit ohnehin oft knapp ist und umfangreiche Dokumentationen zusätzlich kaum realistisch in wenigen Stunden erstellt werden können.

Worum es bei der Frage geht

Gemeint ist die Zeit für die finale Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss, also das ausformulierte Dokument mit Inhalt, Struktur, Formatierung, Bildern und Anhängen. Die zentrale Frage ist, ob diese Zeit offiziell Teil der Projektbearbeitungszeit ist oder außerhalb davon läuft.

Warum es dazu unterschiedliche Auffassungen gibt

In den Berufsverordnungen steht, dass der/die Prüfling eine betriebliche Projektarbeit durchführen und mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren muss. Außerdem wird dort genannt, dass die Prüfungszeit für Projektarbeit und Dokumentation höchstens 80 Stunden beträgt, bezogen auf die Fachinformatiker:innen Anwendungsentwicklung.

FIAusbV §12 (2)

Der Prüfling hat eine betriebliche Projektarbeit durchzuführen und mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren.

Die Prüfungszeit beträgt für die betriebliche Projektarbeit und für die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen höchstens 80 Stunden.

Im ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist, […] die Planung und Durchführung des Projektes anforderungsgerecht zu dokumentieren.

Diese Formulierungen lassen sich unterschiedlich auslegen:

  • Eine Auslegung ist, dass damit auch die finale Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss gemeint ist.
  • Die andere Auslegung ist, dass hier die fachliche Dokumentation gemeint ist, die ohnehin zum Projekt gehört, z.B.:
    • Entwickler:innen-Dokumentation
    • Benutzerhandbücher
    • Installationsprotokolle
    • Checklisten
    • Netzpläne

Nach dieser zweiten Sichtweise gehört die fachliche Dokumentation zum echten Projekt, nicht aber das spezielle Prüfungsartefakt für den Ausschuss.

Einschätzung zur Praxis

Es ist eigentlich offensichtlich, dass die vorgegebenen Projektzeiten oft schon für die eigentliche Umsetzung knapp sind. Wenn dann zusätzlich noch die vollständige Projektdokumentation in dieser Zeit erstellt werden soll, finde ich das sehr unrealistisch. Besonders kritisch sehe ich, dass manche IHKen für die Dokumentation nur etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtzeit vorsehen. Das wären bei 80 Stunden nur 8 bis 12 Stunden, bei 40 Stunden sogar nur 4 bis 6 Stunden.

Rolle von IHK und DIHK

Der DIHK hat eine Empfehlung beziehungsweise Vorgabe herausgegeben, nach der die Zeit für die Projektdokumentation mit eingeplant werden soll. Deshalb ist die Tendenz eher so, dass viele IHKen diese Zeit inzwischen in die Projektzeit einrechnen.

Trotzdem gibt es unterschiedliche Regelungen je nach Region:

  • Nicht in der Zeit enthalten: z.B. Regensburg, Bayreuth, Stuttgart
  • In der Zeit enthalten: z.B. Oldenburg, Gera, Berlin, Bonn
  • Beispiele
    • Umsetzungsempfehlung DIHK: drin mit 20%, https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6945168/0424ce44eab4c49eab8b0c078fe7d796/dihk-umsetzungshilfe-it-berufe-data.pdf
    • Regensburg und Bayreuth: nicht drin, https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6637094/a7a0c7a26a07c581efc8f6784bdf0c3c/it-berufe-hinweise-stand-15-07-25-data.pdf
    • Stuttgart: nicht drin, "Auch das reine Dokumentieren des Projektverlaufs gehört zur Zeitplanung (nicht die Erstellung und Ausgestaltung der finalen Datei für den Prüfungsausschuss).", https://www.ihk.de/stuttgart/fuer-azubis/pruefungen/formulareneu6359/it-berufe-infos-ap2-6705038
    • Oldenburg, drin 15-20%, https://www.ihk.de/oldenburg/geschaeftsfelder/ausbildungweiterbildung/ausbildung/tipps-zur-ausbildung/it-berufe-leitfaden-abschlusspruefung-6733866
    • Gera, drin 20%, https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/3872458/df0b97a582369d0c4ae8bd448b1785aa/it-ihk-information-veroeffentlichung-internet-20170907-data.pdf
    • Berlin und Bonn, drin 15%, https://www.ihk-bonn.de/fileadmin/dokumente/Downloads/Ausbildung/IT-Berufe/IT-Handreichung_IHK_Bonn_Rhein-Sieg_2.pdf

In Oldenburg lehnen wir Projektanträge ab, wenn die Dokumentationszeit nicht in der Planung enthalten ist. Der Grund dafür ist die formale Vergleichbarkeit: Wer die Doku-Zeit nicht einplant, hätte auf dem Papier mehr Zeit für die eigentliche Entwicklung als andere Prüflinge.

Was du für deine Planung mitnehmen kannst

  • Prüfe zuerst die Vorgaben deiner eigenen IHK.
  • Suche auf der Website nach Handreichungen, Merkblättern oder FAQ.
  • Wenn du nichts findest, frage direkt nach, z.B. per E-Mail oder telefonisch.
  • Wenn du keine klare Auskunft bekommst, ist es sinnvoll, die Zeit für die Projektdokumentation vorsichtshalber mit einzuplanen.

Praktische Empfehlung

Auch wenn die Regelung kritisch gesehen wird, ist die wichtigste Empfehlung, dich an die Vorgaben deiner IHK zu halten. So vermeidest du formale Probleme, z.B. eine Ablehnung deines Projektantrags. Wenn dein Antrag genehmigt wird, kannst du davon ausgehen, dass deine Zeitplanung formal passt.

Fazit

Die Frage, ob die Projektdokumentation zur Projektzeit zählt, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Viele IHKen rechnen sie inzwischen mit ein, andere nicht. Weil die Regelung regional unterschiedlich ist und der DIHK eher die Einplanung unterstützt, ist der sicherste Weg: bei deiner IHK nachfragen und die dortige Vorgabe konsequent umsetzen.

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Transkription der gesamten Episode

Automatisch erzeugte Transkription der Episode

[0:21] Heute geht es um eine Frage, die sich viele Prüflinge stellen, wenn sie vor ihrer Projektdokumentation stehen. Und zwar soll ich die Zeit zum Erstellen der Projektdokumentation mit in die Bearbeitungszeit der Projektarbeit einplanen? Also ich erstelle die Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss, das 20, 30, 40, 50 Seiten Dokument. Das muss ich ja auch irgendwie zusammenschreiben, formatieren etc. Die Zeit, die ich dafür brauche, gehört das mit in die 80 Stunden bzw. 40 Stunden meiner Projektzeit oder ist das extern und ich kann da so viel Zeit investieren, wie ich will? Und ja, es ist leider wieder so, dass die Antwort ist, es kommt drauf an. Und zwar auf die IHK. Wir haben ja 79 verschiedene in Deutschland. Und wie bei vielen anderen Themen, wo man sich fragen könnte, warum wird das nicht einfach zentral geregelt, ist es auch hier wieder so, dass jede IHK macht, was sie will, beziehungsweise machen kann, was sie will.

[1:22] Kurz vorweg, die meisten IHK, die ich recherchiert habe, ich habe nicht alle 79 recherchiert, nein, aber die meisten, die ich gefunden habe, erwarten, dass die Doku jetzt in der Projektzeit geschrieben wird. Und kurz vorweg, bevor ich jetzt in die Details gehe, meine persönliche Meinung. Ich finde das total schwachsinnig. Ich finde es total bescheuert, dass wir in 40 oder 80 Stunden, was ja sowieso sehr, sehr wenig ist, um ein einigermaßen passendes Projekt umzusetzen und wo wir uns alle.

[1:52] Ganz sicher sind, dass die meisten Prüflinge diese Zeit eh nicht einhalten, weil ihr Projekt deutlich länger dauert als diese 40 oder 80 Stunden, dass man dann auch noch erwartet, dass sie eine umfangreiche Projektdokumentation und bei manchen IHK’en sind das wirklich 50 Seiten mit Inhaltsverzeichnis, mit Anhang, mit Bildern, mit allem Pipapo, dann noch irgendwie damit reinquetschen. Und das muss natürlich dann an einen einigermaßen realistischen Anteil haben. Die Projektdoku darf natürlich nicht 90 Prozent der Zeit in Anspruch nehmen. Das heißt, dann gibt es so Vorgaben wie zwischen 10 und 15 Prozent. Das sind dann vielleicht, sagen wir mal, zwölf Stunden, also anderthalb Arbeitstage. Und dann kann man sich mal überlegen, wie realistisch das ist, dass ich 50 Seiten in anderthalb Arbeitstagen zusammenkriege. Ohne Fehler und wunderbar alle Referenzen aufgelöst und Bilder benannt und in der richtigen Reihenfolge und alles. Also das ist einfach utopisch unmöglich und absolut schwachsinnig, das in diese Zeit mit einzuplanen. Das ist meine persönliche Meinung zu diesem Thema. Und jetzt kommen wir zu der Meinung der IACAN. Und leider sehen viele IACAN das ein bisschen anders und sagen, nö, ist absolut sinnvoll und total realistisch, dass Prüflinge solche Dokumente auch noch innerhalb ihrer 40 oder 80 Stunden schreiben. Und deswegen ist das einzuplanen.

[3:06] So, vorweg, bevor wir jetzt weiter in die Details gehen. Das eine ist, was du laut Vorgabe zu planen hast. Das andere ist die reale Welt. Und wir sind uns eh alle einig, dass die Projekte sowieso meistens nicht in der Zeit umsetzbar sind. Zumindest, wenn du einigermaßen eine vernünftige Note haben willst. Deswegen, ehrlich gesagt…

[3:26] Drauf und schreibt das einfach außerhalb der Projektzeit. Und das tut mir in der Seele weh, dass ich Leuten empfehlen muss, die Regeln hier zu brechen. Ich bin ja auch Prüfer und muss dann am Ende bewerten, ob das Projekt hätte realistisch umgesetzt werden können, um dann eine Note daneben zu schreiben. Aber wenn du wirklich alles, was für dein Projekt nötig ist, in den 40 oder 80 Stunden ausschließlich umsetzen willst, dann machst du ein echt schlechtes Projekt. Das kann ich dir so schon mal sagen. Also Plan E, mehr Zeit für dein Projekt ein, als erlaubt ist. Ein offenes Geheimnis, das ich jetzt hier einfach mal ausspreche. Und wenn du dann noch 50 Seiten in anderthalb Tagen schreiben willst, also zum Leid, absolut utopisch und lächerlich. Gut, kommen wir nochmal jetzt zurück zum eigentlichen Thema. Warum gibt es überhaupt Missverständnisse? Warum kann es sein, dass die eine IHK das erlaubt und die andere nicht, dass die Zeit außerhalb der Projektzeit läuft? Es gibt ja eine Berufsverordnung und für jeden der IT-Berufe gibt es eine, für den Fachinformatiker zum Beispiel eine, die alle vier Fachrichtungen umfasst. Für die anderen Berufe gibt es eigene Berufsverordnungen. Und da steht dann im Text so etwas drin, dass man eben so ein Projekt umsetzen muss und das auch dokumentieren muss. Und da steht dann wortwörtlich zum Beispiel in Paragraf 12 Absatz 2, der Prüfling hat eine betriebliche Projektarbeit durchzuführen und mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren.

[4:50] Das ist ein Punkt. Dann die Prüfungszeit beträgt für die betriebliche Projektarbeit und für die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen höchstens 80 Stunden. Ich bin jetzt beim Anwendungsentwickler, wie du gerade merkst, die anderen Berufe haben nur 40 Stunden. Und dann gibt es noch den Satz, im ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist, kleine Auslassung, die Planung und Durchführung des Projektes anforderungsgerecht zu dokumentieren. Du siehst, ich habe jetzt hier mal ein paar Sätze rausgegriffen, wo der Begriff Dokumentation oder Dokumentieren drinsteht. Und jetzt kann man sagen, wenn man das so liest, ja, praxisbezogene Unterlagen, Dokumentation in höchstens 80 Stunden, ja, hört sich ja so an, als würde das da in die 80 Stunden reingehören. Ja, das kann man jetzt so sehen, weil da einfach der Begriff Dokumentation steht. Aber in vernünftigen IT-Projekten gibt es natürlich auch als Teil des Projekts eine Dokumentation. Zum Beispiel bei Anwendungsentwicklerinnen, für die Entwicklerkolleginnen, die sich mal in das Projekt einarbeiten sollen. Zum Beispiel ein Klassendiagramm. Oder bei Admins, die da irgendwie einen Server aufsetzen. Vielleicht ein Installationsprotokoll oder eine Checkliste, was man machen muss, um den Server zu klonen. Oder was auch immer. Oder ein Netzplan oder Sonstiges. Und wenn wir irgendwie eine Software bauen, zum Beispiel für Endanwenderinnen, da muss es vielleicht noch ein Benutzerhandbuch geben. Das ist auch eine Dokumentation.

[6:10] Und jetzt steht hier auch betriebliche Projektarbeit und die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen. Und deswegen interpretiere ich, und da bin ich übrigens nicht alleine, auch viele andere Prüfende interpretieren da rein, dass es hier um die Dokumentationsteile geht, die ganz normal als Teil des Projekts umgesetzt werden. Also Benutzer, Anwender, Admin, was auch immer Dokumentation. Und nicht das Prüfungsartefakt, was für den Prüfungsausschuss da ist. Ich meine, die Abschlussprüfung hat doch den Zweck, eine praxisbezogene Projektarbeit umzusetzen. Man soll zeigen, dass man nicht nur was aus dem Buch lernen kann, sondern dass man es auch umsetzen kann. Dass man ein Projekt von A bis Z umsetzt, inklusive Anforderungsaufnahme, lalalala, und inklusive Dokumentation, die wir natürlich in echten Projekten alle ständig machen, beziehungsweise durch KI machen lassen jetzt in Zukunft, wie auch immer. Auf jeden Fall gehört das einfach mit zum Projekt dazu und das soll man ja auch zeigen. Das soll ja auch ein echtes Projekt sein. Also wieso sollte man jetzt die Zeit, die man braucht, weil das hier eine Prüfungsleistung ist und dieses besondere Prüfungsartefakt hier zu erstellen ist, warum sollte man die Zeit mit in die 80 Stunden einplanen oder 40?

[7:16] Mir erschließt sich das nicht. Vor allem, wir haben ja in der Neuordnung 2020 die Zeit fürs Projekt erhöht. Von 70 auf 80 Stunden, beziehungsweise von 35 auf 40. Und jetzt kommt irgendeine IHK und sagt, ja, Moment, von den 10 zusätzlichen Stunden, liebe Anbietungsentwicklerinnen, müsst ihr aber 15 gleich wieder runternehmen, weil ihr müsst jetzt auch noch die Doku mit in die Zeit reinquetschen. So, das ist einfach kompletter, ich bin ganz ehrlich Bullshit. Das heißt, ich habe nach der Neuordnung weniger Zeit für mein Projekt als vorher, weil ich jetzt auch noch diese komische Prüfungsgeschichte damit unterbringen muss. Also ich kann mich da herrlich drüber aufregen, weil ich finde das so bescheuert, dass das ganze Ding Abschlussbreit steht sowieso ständig zur Diskussion, weil es unrealistisch ist und die Zeiten passen nicht und was. Und dann muss man da noch jetzt 15 Stunden abziehen, weil man eine Doku braucht. Also ich finde das ganz beknackt. Auf jeden Fall, es ist jetzt so, dass andere Leute halt der Meinung sind, dass in diesem Gesetzestext steht, ja, das ist offensichtlich Dokumentation, Projektdokumentation, also gehört das da rein, blablabla.

[8:12] Und übrigens, ich bin nicht alleine mit der einen Meinung, es gibt aber auch viele, die der anderen Meinung sind, dass die Projektdokumentationszeit halt mit da reingehört. Unter anderem auch der DIHK, also der Deutsche Industrie- und Handelskammer Tag, der hat tatsächlich eine offizielle Empfehlung herausgegeben, beziehungsweise Ansage, ich weiß es gar nicht, oder Vorgabe einfach, dass die Zeit da nun mit einzuplanen ist. Also von daher kann ich jetzt hier schlau schnacken. Trotzdem würde ich dir den direkten Tipp geben, frag bei deiner eigenen IHK nach, was da die Vorgaben sind. Denn ich weiß, Stand heute, ich nehme das gerade Mitte 2026 auf, kenne ich mindestens für beide Seiten zwei verschiedene IHK, die es so machen oder eben auch anders machen. Das heißt, wie bei vielen formalen Fragen zu deiner Projektarbeit gilt, frag deine IHK, was da Vorgabe ist. Wenn du keine Vorgabe findest, zum Beispiel im Internet, auf der Website irgendwelche Handreichungen, Merkblätter, was auch immer zur Abschlussdoku, dann frag nach, dann ruf an, dann schick eine E-Mail. Und wenn du dann immer noch keine Aussage kriegst, dann würde ich dir tatsächlich empfehlen, plan die Zeit mit ein, weil meiner persönlichen Rechercherfahrung nach jetzt ist es so, dass die meisten IHK inzwischen die Zeit inklusive Projektdokumentation haben wollen und weil der DIHK das ja auch vorgegeben hat, wird das wahrscheinlich auch tendenziell die Richtung sein, wo die meisten IHK sich hin entwickeln werden, wenn sie da jetzt noch nicht sind.

[9:37] Okay, wenn man dann guckt, was soll man denn für eine Zeit einplanen? Die meisten IHKN geben irgendwas zwischen 10 und 15 Prozent der Zeit an. Das heißt, da wären wir irgendwo bei 8 bis 12 Stunden. Alles, was da drüber liegt, ist dann wieder, also ich beziehe das immer auf die Anwendungsentwickler, da kannst du jetzt runterrechnen auf Fisis, dann bist du bei 4 bis 6 Stunden. Ja, herzlichen Glückwunsch, schreib mal 50 Seiten in 6 Stunden. Also das ist, ja, okay, lassen wir das Thema.

[10:03] So, trotzdem musst du natürlich in deiner Projektarbeit die gute alte Dokumentation, die ich meine, erstellen für Benutzende und Entwicklerinnen und ich weiß nicht was. Das gehört natürlich trotzdem auch noch dazu.

[10:14] Und ich meine, auch da braucht man ja ein paar Stündchen für, wenn man ein vernünftiges Benutzernbuch schreiben will. Also da siehst du, dass das alles völlig irrelevant ist. Naja, irrelevant, weil unrealistisch. Ja, ansonsten solltest du, wenn du es falsch machst, in Anführungszeichen, eigentlich sofort beim Prüfen des Projektantrags ein Feedback bekommen. Bei uns in Oldenburg wurde diese Regelung umgestellt. Vor der Neuordnung war die Projektarbeit außerhalb der Zeit und man konnte quasi Stunden und Wochen investieren, um seine Projektarbeit zu optimieren, sage ich mal. Inzwischen ist es explizit genauso, dass die IHK will, dass es in den 80 Stunden oder 40 Stunden mit drin ist. Und deswegen würden wir tatsächlich auch Projektanträge, wo das nicht der Fall ist, ablehnen. Also wenn jemand kommt und sagt, ich verplane hier meine 80 Stunden für die Softwareentwicklung komplett und die Doku ist nicht mit drin, dann lehnen wir den Projektantrag ab, weil das nicht den formalen Anforderungen entspricht. Das kannst du dir auch vorstellen, kommt ein Asubi, der quasi 10 bis 8 bis 12 Stunden mehr Zeit hat, Software zu entwickeln, weil dieses Prüfungsartefakt nicht eingepreist ist und jemand, der das dann macht und sich an die Regeln hält, hat weniger Zeit und kann demnach ja auch eigentlich nur ein kleineres Projekt umsetzen, was also vielleicht zu einer schlechten Note führt und das wäre natürlich unfair. Deswegen ist es bei uns so, wird abgelehnt, wenn es nicht zur Anforderung passt. Andere eher kann, vielleicht gucken die da gar nicht drauf oder winken das einfach durch oder wie auch immer, es dreht auch jeder sein eigenes Ding.

[11:36] Gut, ich habe einfach mal ein paar Beispiele mitgebracht, was jetzt Stand Mitte 2026 so ist. Die Umsetzungsempfehlung des DIHK und da steht drin, 20% der Zeit sollen eingeplant werden, sogar noch mehr. Ich verlinke das auch gerne mal in den Shownotes, dann kannst du das einfach angucken.

[11:53] Ich habe dann zum Beispiel zwei IHK gefunden, Regensburg und Bayreuth. Die sagen explizit, die Zeit ist nicht mit drin. Dann gibt es in Stuttgart, gut, Baden-Württemberg, die machen eh, was sie wollen. Das kennen wir ja schon von den Prüfungen. Aber da steht zum Beispiel auch, dass es nicht mit drin ist. Da steht dann zum Beispiel auch, das reine Dokumentieren des Projektverlaufs gehört zur Zeitplanung, aber nicht die Erstellung und Ausgestaltung der finalen Datei für den Prüfungsausschuss. Da ist also explizit nochmal das Prüfungsartefakt wieder ausgenommen. Ich habe natürlich meine eigene IHK Oldenburg, da ist es mit drin. Da haben wir 15 bis 20 Prozent angesetzt. Oh, ich hatte 10 bis 15 im Kopf. Na gut, ist egal, sogar noch mehr. Also 20 Prozent von 80 Stunden, das wären 16 Stunden. Das wären zwei komplette Arbeitstage, die mir fehlen. Ja, gut, egal. Und dann haben wir zum Beispiel noch Gera, sind es auch 20 Prozent. Berlin und Bonn sind 15 Prozent der Zeit vorzusehen. Also ich habe jetzt hier schon, ich habe für jede Seite sogar drei, vier Beispiele. Da siehst du, es geht mal so, mal so, je nachdem, bei welcher IHK du bist. Deswegen, ich empfehle dir dringend, frag bei deiner konkreten IHK nach, was muss ich machen. Und sonst, ja, siehst du spätestens beim Antrag, wenn der genehmigt ist, dann weißt du, hast du alles richtig gemacht.

[13:05] Also, wenn du nicht weißt, was Sache ist, ich würde dir empfehlen, nehme es mit rein in die Zeit. Die meisten IHKern werden es so machen, weil der DIHK es halt auch empfiehlt oder vorgibt. Und du kannst dich darüber ärgern und ärgern, so wie ich. Oder du sagst einfach, ja komm, trage ich da halt eine Zeit ein. Guckt sowieso keiner drauf. Die ganzen Zeiten sind sowieso unrealistisch. Und dann setzt du es einfach um. Ja, das war jetzt heute mein Rant zu diesem Thema, weil ich finde diese Entscheidung einfach so beknackt. Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Aber gut, am Ende ist es auch nur eine Zahl. dir steht und weil wir eh alle wissen, dass das ausgedachte Zahlen manchmal auch sind, ist es vielleicht auch am Ende gar nicht so schlimm. Also halt dich einfach an die Vorgaben. Dann kannst du wenigstens nicht wegen solcher Formalia, weil du irgendwo eine Stunde zu wenig geplant hast, irgendwo, also durchfallen wirst du deswegen sowieso nicht. Aber zum Beispiel könnte der Progdantrag ja abgelehnt werden, dann musst du neu machen und dann hast du weniger Zeit für die Umsetzung wegen der Frist und tralla. Also ja, ich empfehle dir, frag nach, halt dich daran und dann war es das zu diesem Thema. Und ja, jetzt weißt du auch, wie ich das sehe und dass es wie viele andere Themen auch leider nicht deutschlandweit einheitlich geregelt ist, sondern viele IHK, einfach ihre eigenen Sachen durchziehen.

[14:15] Jo, das war’s für heute. Ich sag bis zum nächsten Mal. Ciao.

Polyglot Clean Code Developer
About the Author
Ausbildungsleiter für Fachinformatiker:innen Anwendungsentwicklung, IHK-Prüfer und ehemaliger Hochschuldozent für Programmierung und Software-Engineering.

6 comments on “Ist die Projektdokumentation Teil der Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h)? – IT-Berufe-Podcast-Shorts #13

  1. Swen sagt:

    Hallo Stefan,
    ich habe im letzten Winter erfolgreich meine Prüfung zum Anwendungsentwickler bei der IHK Halle/Dessau abgelegt. Obige Frage habe ich mir auch gestellt und quasi im Zweifel, aufgrund nicht klarer Vorgaben, die Bearbeitungszeit für die Projektdokumentation mit in meine Zeitkalkulation eingeplant. In der mündlichen Prüfung wurde ich gefragt, ob ich bei meiner Kostenkalkulation diese Zeit meinem Kunden tatsächlich in Rechung stellen würde? Ich habe dem Prüfer recht gegeben, dass das ich das wohl nicht bedacht habe. Vielleicht ist es daher eine Überlegung wert, die Bearbeitungszeit im Zweifel in die Gesamtzeit einzuplanen, aber aus der Kostenkalkulation raus lassen? Was denken Sie? By the way, vielen Dank für Ihre vielen hilfreichen Tipps, die haben mich stets während meiner Ausbildung begleitet.

    Beste Grüße
    Swen

  2. Stefan Macke sagt:

    Hallo Swen,

    das ist ein schwieriges Thema, zu dem ich eigentlich nur sagen kann, dass man sich nach den Vorgaben der jeweiligen IHK richten muss. Die kochen alle ihr eigenes Süppchen. Und wie man sieht interpretiert jeder Ausschuss das vielleicht nochmal individuell.

    Die Frage nach der Kostenkalkulation ist meiner Meinung nach recht seltsam. Es handelt sich ja um eine Aufgabe, die man für ein „echtes“ Projekt gar nicht umsetzen würde. Die Projektdokumentation ist nunmal eine Prüfungsleistung und kein übliches Artefakt im Rahmen eines Kundenauftrags. Daher unterstütze ich die Idee, sie überhaupt nicht in die Zeitplanung mit aufzunehmen. Kunden- und Entwicklerdokumentation sollten aber natürlich eingeplant und auch dem Kunden in Rechnung gestellt werden.

    Viele Grüße!
    Stefan

  3. Theo sagt:

    Hallo,

    falls die Projektdoku mit in die Projektzeit fällt, wie viel Zeit sollte ich einplanen?

  4. Stefan Macke sagt:

    Eine gute Hausnummer sind 5-10 Stunden.

  5. Jonas sagt:

    Hallo Stefan (ich bin mal so frei),

    aus der Rückmeldung meiner IHK-Oldenburg zu dem Projektantrag für den FISI Beruf wurde deutlich das die Eingeplante Dokumentationszeit explizit für die Betriebliche Dokumentation vorgesehen sein soll. Daraus schließe ich erstmal das es einer der Bewertungskriterien sein wird und diese besagte Betriebs Dokumentation im Anhang gehört. Lieg ich mit dieser Annahme aus deiner Erfahrung erstmal richtig?

    Mein Anhang platzt aus allen nähten, die Vorgaben zur Formatierung lassen mir dort kaum noch Spielraum. Inwiefern kann ein kleiner Textauszug diesbezüglich schon genügen?

    Viele Grüße

    Jonas

  6. Stefan Macke sagt:

    Hallo Jonas, die Dokumentation ist eines (!) deiner Artefakte für die Projektdokumentation. Wenn der Platz nicht reicht, kannst du auch nur Auszüge anhängen. Es geht um den Nachweis, dass du das Artefakt (korrekt) erstellt hast und dafür reicht ggfs. auch ein Auszug.

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