Rückblick auf die Projektpräsentationen der Sommerprüfung 2016 – Anwendungsentwickler-Podcast #67

Einen kurzen Rückblick auf meine „Highlights“ der Projektpräsentationen zur Sommerprüfung 2016 gibt die siebenundsechzigste Episode des Anwendungsentwickler-Podcasts.

TL;DR

Aus meinen Prüfungen im Sommer 2016 nehme ich vor allem mit, dass du die 15 Minuten für deine Projektpräsentation sorgfältig planen und ausfüllen solltest. Zeige alle Projektphasen mit ihren technischen und wirtschaftlichen Aspekten, während du einzelne Diagramme und Codeausschnitte kurz erläuterst. Gut lesbare, geprüfte Folien und fachlich sauberer Code geben dem Prüfungsausschuss eine Grundlage für das anschließende Fachgespräch. Beide Prüfungsteile fließen in eine gemeinsame Note ein.

Kapitelmarken

  • [00:00:00] Informationen zur Projektpräsentation
  • [00:00:31] Rückblick auf die Sommerprüfung 2016
  • [00:01:06] Präsentation und Fachgespräch: Ablauf und gemeinsame Note
  • [00:03:58] Sicher auftreten und Blickkontakt halten
  • [00:05:09] Zeit für die einzelnen Projektphasen einteilen
  • [00:06:26] Use-Case-Diagramme und weitere Artefakte zeigen
  • [00:08:19] Einen Überblick über alle Projektphasen geben
  • [00:09:55] Technische Inhalte und Entscheidungen vorstellen
  • [00:11:15] Textfolien und Cliparts
  • [00:12:41] Tabellen und Kostenrechnungen verständlich darstellen
  • [00:13:46] Rechtschreibung und Folien prüfen
  • [00:14:26] Die vorgesehenen 15 Minuten ausfüllen
  • [00:16:03] Bilder mit Wasserzeichen und Urheberrechte
  • [00:17:18] Projektkosten und Datenschutz
  • [00:18:33] Projektbeginn erst nach genehmigtem Antrag
  • [00:20:30] Quelltext zeigen und leere Catch-Blöcke vermeiden
  • [00:22:59] Ausblick auf die Folge zum Fachgespräch
  • [00:23:42] Weiterführende Artikel und Glossare
  • [00:24:34] Newsletter und Checklisten zur Projektpräsentation

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Inhalt

  • Guter Augenkontakt und sicheres Auftreten bei den meisten Prüflingen.
  • Viele Prüflinge halten sich zu lange mit einzelnen Projektphasen/Problemen auf.
  • Oft so gut wie keine Technik auf den Folien.
  • Immer noch erstaunlich viele grottige Textfolien…
  • …natürlich aufgehübscht mit Cliparts.
  • Teils werden riesige, kaum zu erkennende Tabellen auf die Folien gepackt.
  • Rechtschreibfehler auf Folien gehen gar nicht.
  • Erstaunlich oft nur 10 Minuten Präsentation. Und wichtige Inhalte fehlen leider.
  • Bilder mit Wasserzeichen werden pixelig hochskaliert auf den Folien verwendet.
  • Highlights
    • „Kosten dürfen aufgrund des Datenschutzes nicht gezeigt werden.“
    • „Das Projekt ist seit einem Jahr im Einsatz.“
    • „Dieser leere catch-Block war notwendig.“

Links

Weitere Infos zur Projektpräsentation

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Checkliste für die Projektpräsentation

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Zusammenfassung

Ablauf der mündlichen Prüfung

Bei meiner IHK beginnt die mündliche Prüfung mit der 15-minütigen Projektpräsentation, in der du dein Projekt normalerweise ohne Unterbrechung vorstellst. Anschließend stellt dir der Prüfungsausschuss Fragen im Fachgespräch, die sich häufig auf dein Projekt beziehen. Auf dem Zeugnis steht eine gemeinsame Note für beide Teile.

Den Ablauf beschreibe ich anhand meiner IHK und meiner Erfahrungen aus dem Sommer 2016. Die einzelnen IHKs können ihre Prüfungen unterschiedlich organisieren.

Deine Präsentation kannst du mehrfach proben, bis du sicher durch die Inhalte kommst. Welche Fragen die Prüfer:innen im Fachgespräch stellen, erfährst du erst während der Prüfung. Die ausführlichen Erfahrungen zum Fachgespräch folgen in einer eigenen Episode.

Sicher auftreten und die Zeit einteilen

Viele IT-Azubis haben in meinen Prüfungen deutlich gesprochen und Blickkontakt zu den Prüfer:innen gehalten. Wenn du beim Präsentieren aufgeregt bist und deine Stimme etwas zittert, gehört das zur Prüfungssituation. Durch wiederholtes Üben kannst du dich auf deinen Vortrag vorbereiten.

Plane die Zeit so, dass alle Projektphasen vorkommen. Vier oder fünf Minuten für eine einzelne Phase nehmen bereits einen großen Teil der verfügbaren Zeit ein. Auch die wirtschaftlichen Aspekte brauchen Platz, wenn du dein technisches Projekt vorstellst.

Für die Unternehmensvorstellung reichen die Angaben, die zum Verständnis deines Projekts beitragen. Ausführliche Informationen über Standorte oder Produkte beanspruchen Prüfungszeit. Bewertet werden deine eigenen Leistungen, etwa wie du dein Projekt geplant und programmiert hast.

Diagramme und Projektartefakte gezielt zeigen

Ein Use-Case-Diagramm gibt einen Überblick darüber, was dein System leisten soll. Zeige es kurz und erläutere ausgewählte Anwendungsfälle. Wenn du jeden eingezeichneten Use Case ausführlich durchgehst, bleibt wenig Zeit für weitere Inhalte.

Mit einem Klassen- oder Sequenzdiagramm kannst du fachliche Entscheidungen sichtbar machen. Auch die Architektur und ein ER-Modell zeigen, welche Gedanken hinter deiner Lösung stecken. Stelle passende Artefakte aus den verschiedenen Projektphasen vor und greife einzelne interessante Stellen auf. Große Diagramme lassen sich während eines kurzen Vortrags nur begrenzt erfassen.

Für Quelltext gilt dasselbe: Wähle einen aussagekräftigen Ausschnitt, dessen Funktion du kurz erläutern kannst. Ein zentraler Algorithmus bietet fachlichen Gesprächsstoff. Klassen, die hauptsächlich Getter und Setter enthalten, zeigen wenig von deiner eigenen Problemlösung.

Die Technik nachvollziehbar machen

Als angehende:r Fachinformatiker:in Anwendungsentwicklung solltest du zeigen, welche Technik hinter deinem Projekt steckt. Dazu gehören die eingesetzte Programmiersprache und die Plattform sowie die Gründe für deine Auswahl.

In einigen Präsentationen blieb für mich sogar offen, in welcher Sprache das Programm geschrieben worden war. Technische Artefakte auf deinen Folien helfen mir, deine Arbeit einzuschätzen und passende Fragen für das Fachgespräch zu stellen. Dafür musst du die Technik deines Projekts fachlich beherrschen, auch wenn die Präsentation nur einen Ausschnitt davon zeigt.

Verständliche und geprüfte Folien

Bei den Folien sind mir mehrere wiederkehrende Probleme aufgefallen:

  • Textreiche Folien: Wenn viele Stichpunkte und Halbsätze gleichzeitig erscheinen, müssen die Prüfer:innen während deines Vortrags viel lesen. Aussagekräftige Grafiken aus deinem Projekt vermitteln Zusammenhänge anschaulich.
  • Cliparts: Dekorative Bilder wie ein Geldstapel bei der Kostenrechnung tragen wenig zum Verständnis bei. Wähle Grafiken, die einen inhaltlichen Zusammenhang zeigen.
  • Große Tabellen: Kürze eine umfangreiche Kostenrechnung auf die wesentlichen Zahlen. Die Prüfer:innen sollen sie innerhalb weniger Sekunden erfassen können. Viele Zwischenschritte verleiten dazu, während deines Vortrags nachzurechnen.
  • Sprachliche Fehler: Prüfe deine Folien sorgfältig auf Rechtschreibung und Grammatik. Achte außerdem auf die Satzzeichen und bitte dein:e Ausbilder:in, die Folien gegenzulesen.
  • Bilder aus dem Internet: Hochskalierte, pixelige Bilder mit Wasserzeichen sehen schlecht aus. Wenn du geschützte Bilder ohne Erlaubnis übernimmst, verletzt du Urheberrechte und lieferst Anlass für Fragen im Fachgespräch.

Die verfügbaren 15 Minuten ausfüllen

Mehrere IT-Azubis haben nur etwa zehn Minuten präsentiert. Bei einem umfangreichen Projekt fehlen dadurch häufig Inhalte, die sich in den verbleibenden fünf Minuten zeigen ließen. Übe deinen Vortrag mit Blick auf die Zeit, bis du auf die vorgesehenen 15 Minuten kommst.

Mein Rechenbeispiel mit zehn von fünfzehn Minuten veranschaulicht, wie viel Zeit dabei verloren geht. Eine Note wird daraus nicht automatisch nach einer mathematischen Formel abgeleitet.

Fachliche Fehler aus den Prüfungen

Projektkosten und Datenschutz

Ein:e Prüfungsteilnehmer:in begründete fehlende Projektkosten mit Datenschutz. Datenschutz schützt personenbezogene Daten vor Missbrauch durch Dritte. Die genannten betrieblichen Kostensätze fallen unter betriebliche Angaben. Wenn dein Betrieb solche Zahlen vertraulich behandeln möchte, kannst du das mit Geheimhaltung begründen.

Diese Aussage führte im Fachgespräch zu Fragen über Datenschutz und wirtschaftliche Aspekte, bei denen fachliche Lücken sichtbar wurden.

Projektbeginn vor der Genehmigung

Beginne dein Prüfungsprojekt erst, nachdem der Projektantrag genehmigt wurde. In einer Präsentation wurde erwähnt, dass das Projekt bereits seit Monaten im Einsatz sei, obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht hätte umgesetzt werden dürfen.

Ein vorzeitig umgesetztes Projekt verletzt die Prüfungsvorgaben und kann zum Durchfallen führen. Auch Einträge im Berichtsheft können zeigen, wann du daran gearbeitet hast.

Leere Catch-Blöcke

In einem gezeigten Algorithmus wurde eine Hardwareabfrage durch einen Try-Catch-Block umschlossen. Der Catch-Block war leer, obwohl die präsentierte Lösung als Fehlerbehandlung beschrieben wurde.

Ein leerer Catch-Block verschluckt den Fehler. Dadurch erfahren Benutzer:innen und Administrator:innen nichts davon. Im Catch-Block muss eine passende Reaktion erfolgen, etwa indem du den Fehler behandelst oder protokollierst.

Prüfe den Code, den du zeigen möchtest, besonders sorgfältig. Als Prüfer schaue ich mir solche Ausschnitte genauer an und greife sie im Fachgespräch auf. Du solltest erklären können, warum dein Code so aufgebaut ist und wie er mit Fehlern umgeht.

Weiterführende Inhalte von mir

Auf dieperfekteprojektpräsentation.de findest du weitere Informationen zur Projektpräsentation. Die erwähnten Artikel zu Cliparts und zur Vortragszeit sind in den Shownotes unter anwendungsentwicklerpodcast.de/.67 verlinkt.

Im Blog gibt es außerdem einen Artikel dazu, wann ein Glossar in der Projektdokumentation erforderlich ist. In den betrachteten Dokumentationen nahmen häufig überflüssige Glossare zusätzlichen Platz ein.

Über anwendungsentwicklerpodcast.de/.newsletter kannst du meinen wöchentlichen Newsletter abonnieren. Nach der Anmeldung erhältst du Zugriff auf meine Checklisten, mit denen du deine Projektpräsentation und deine Folien vor der Prüfung durchgehen kannst.

Transkription der gesamten Episode

Automatisch erzeugte Transkription der Episode

[0:00] Hi, hier ist Stefan. In dieser Podcast-Episode geht es um die Projektpräsentation. Wenn du dazu noch mehr Informationen von mir haben willst, dann schau doch mal auf meiner Website vorbei, dieperfekteprojektpräsentation.de. Und jetzt viel Spaß mit der Podcast-Episode.

[0:15] Hallo und herzlich willkommen zum Anwendungsentwickler-Podcast, dem Podcast rund um die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. In dieser Episode gibt es einen Rückblick auf die Projektpräsentationen Sommer 2016. Viel Spaß!

[0:31] Hallo und herzlich willkommen zur 67. Ausgabe des Anwendungsentwickler-Podcasts. Mein Name ist Stefan Macke und heute geht es weiter mit meinem kleinen Rückblick auf die Sommerprüfung 2016.

[0:49] Vor zwei Wochen bin ich ja schon angefangen mit der ganzen Geschichte und habe mal über die Projektdokumentation gesprochen und auch so einen kleinen Rant abgelassen über die verschiedensten Plagiate oder Plagiatsversuche oder wie auch immer ich das nennen soll, die mir da untergekommen sind. Und heute geht es auch mal um die mündliche Prüfung.

[1:06] Das heißt, es soll um die Projektpräsentationen und natürlich auch das Fachgespräch gehen. Beides wird bei der IHK zusammen bewertet. Das heißt, es gibt nur eine Note für Präsentation und Fachgespräch. Von daher kann man das dann nachher auf dem Zeugnis auch gar nicht mehr auseinanderrechnen, wer wo wie viel Punkte bekommen hat oder ob jetzt das Fachgespräch oder die Präsentation besser oder schlechter war oder wie auch immer.

[1:29] Man sieht am Ende nur eine gemeinsame Note, aber als Prüfungsteile sind die Sachen natürlich schon getrennt. Die Projektpräsentation, die 15 Minuten zumindest bei uns, wo dann der Prüfling oder die Prüflinge, nein, die zu Prüfende, wie auch immer. Es gibt ja auch weibliche Prüflinge, zwar in der IT leider nicht ganz so viele wie in anderen Berufen vielleicht, aber wir haben auf jeden Fall dieses Jahr auch wieder einige weibliche Prüflinge dabei gehabt. Finde ich auch ganz toll. Sollte unbedingt noch mehr werden, keine Frage.

[1:54] Aber was wollte ich jetzt eigentlich sagen? Ja, es ging um die 15 Minuten, genau. Also 15 Minuten hat der Prüfling Zeit, um sein Projekt vorzustellen in der Projektpräsentation. Da wird ja normalerweise auch nicht unterbrochen. Zumindest bei uns ist das nicht so und ich wüsste auch nicht, dass es bei einer anderen IHK so gehandhabt wird. Und danach ist aber das Fachgespräch, wo dann nochmal so ein bisschen Fragen gestellt werden, auch durch den Prüfungsausschuss natürlich.

[2:16] Und von daher sind das schon zwei getrennte Bereiche, sage ich mal. Aber letztlich werden sie dann gemeinsam bewertet und es gibt eine Note für beide Teile, die dann auch auf dem Zeugnis steht.

[2:26] Aber da natürlich beide Teile auch relativ unterschiedlich sind, Präsentation halt, man steht vorne, man erzählt ein bisschen was, man wird nicht unterbrochen, man kann das hunderttausendmal üben und sich perfekt darauf vorbereiten und alles, sage ich mal, vom Leder ziehen, was man so gelernt hat in den drei Jahren vielleicht oder auch in Präsentationsschulung und wie auch immer.

[2:43] Und im Fachgespräch ist man dann so wieder auch so ein bisschen dem Prüfungsausschuss ausgeliefert. Man weiß halt nicht, welche Fragen gestellt werden und so weiter. Von daher sind die beiden Teile natürlich auch für die Prüflinge schon relativ unterschiedlich und auch vom Ablauf her.

[2:55] Naja, Präsentationen, die kann man halt, wie gesagt, sehr oft oder sehr, sehr gut auch üben und sich gut darauf vorbereiten. Und Fachgespräch ist dann immer so ein bisschen, ja, da sage ich mal, da haben viele Prüflinge so ein bisschen Schiss auch, weil sie halt nicht wissen, was geprüft wird.

[3:07] Und ja, das ist halt immer eine etwas andere Situation. Das ist halt dann schon eher so eine Prüfungssituation. So eine Präsentation, die hat man vielleicht auch in der Berufsschule schon oft gemacht oder auch im Unternehmen. Das gehört ja zum Arbeitsalltag.

[3:19] Aber so ein Fachgespräch, wo man dann wirklich auch mal abgefragt wird, ist halt schon noch eine etwas andere Situation. Von daher habe ich die beiden Teile jetzt auch mal separat so ein bisschen betrachtet und erzählt dazu natürlich auch unterschiedliche Dinge.

[3:30] Fangen wir vielleicht mal mit der Präsentation an. Bei uns ist es so, dass es halt mit der Präsentation losgeht. Ich denke, das wird auch bei allen anderen IHKs so sein. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass eine andere Reihenfolge sinnvoll ist.

[3:40] Aber ich kann, wie gesagt, wieder nicht für alle über 80 IHKs sprechen. Ich gehe aber davon aus, dass das eigentlich überall so ist, dass man erst präsentiert und im Anschluss kommt das Fachgespräch.

[3:49] Denn viele Fragen beziehen sich häufig auf das Projekt und wenn man das Projekt noch gar nicht kennt als Prüfer, kann man auch keine Fragen stellen. Von daher erst mal die Projektpräsentation und dann das Fachgespräch.

[3:58] Also fangen wir mal an mit der Präsentation. Dieses Jahr habe ich so wieder die Erfahrung gemacht, dass eigentlich viele Prüflinge ein sicheres Auftreten haben bei der Präsentation.

[4:07] Die haben einen guten Augenkontakt zum Beispiel. Die haben deutlich gesprochen. Man konnte sie gut verstehen. Die haben nicht ständig auf die Wand geguckt, sondern mit den Leuten auch interagiert und wirklich auch das Publikum, also die Prüfer, angesprochen.

[4:20] Das hat bei vielen Prüflingen sehr gut geklappt. Man sieht es immer wieder, dass Leute auch sehr aufgeregt sind und vielleicht auch ein bisschen zittern oder man merkt es auch an der Stimme.

[4:28] Das kann alles mal vorkommen, aber ich sage mal, die meisten Prüflinge, die ich dieses Jahr auch wieder gesehen habe, war aber in den letzten Jahren eigentlich auch schon immer so.

[4:35] Die haben eigentlich schon ein sicheres Auftreten. Ich denke mal, das haben die auch oft genug geübt in der Berufsschule oder auch im Unternehmen.

[4:41] Wie gesagt, die Präsentation, da kann man sich eigentlich auch top darauf vorbereiten. Da hat man ja alle Zeit der Welt im Prinzip, um das Ganze 57 Mal durchzuspielen, bis man es dann auch wirklich perfekt kann.

[4:50] Von daher, da haben eigentlich die wenigsten Prüflinge irgendwie Probleme damit, mit so einem Auftreten. Es gibt ja auch Leute, die einfach nicht präsentieren können, die dann irgendwie ein Nervenbündel sind, wenn da auf einmal Leute vor einem sitzen, vor denen man dann was erzählen muss.

[5:04] Aber da muss ich sagen, da habe ich dieses Jahr auch keine negativen Erfahrungen gemacht.

[5:09] Allerdings, was mir dann so ein bisschen aufgefallen ist, was häufig bei mehreren Präsentationen so ein Problem war, dass Prüflinge sich einfach viel zu lange mit einzelnen Projektphasen aufhalten oder mit einzelnen Problemen.

[5:21] Leider fällt mir da ganz oft auf, dass es im Bereich der Einführung ist, in das Unternehmen vor allem. Da wird also teilweise ein oder zwei Folien über das Unternehmen werden da vorgestellt und das dauert dann teilweise ein oder zwei Minuten der wertvollen Prüfungszeit.

[5:37] Bei 15 Minuten ist das ja schon ein Riesenanteil, wenn ich zwei Minuten über mein Unternehmen rede, was natürlich in den meisten Fällen null zur Bewertung beiträgt.

[5:46] Ich habe es schon so oft gesagt, ich sage es hier aber gerne nochmal, weil es einfach irgendwie nicht tot zu kriegen ist, dass die Prüflinge unbedingt ihr Unternehmen in den Vordergrund stellen müssen.

[5:55] Ich weiß noch nicht, es wird wahrscheinlich häufig auch daran liegen, dass die Unternehmen das gerne wollen oder dass der Chef sagt, hey, wo ist denn hier die Hochglanzfolie, wo unser Unternehmen vorgestellt wird und unsere 37 Zweigstellen und die tausend Produkte, die wir haben und wie toll wir sind und so weiter.

[6:08] Das Problem dabei ist, es ist halt für die Prüfung irrelevant. Ich bewerte das nicht. Ich kann einen Prüfling nicht danach bewerten, in welchem Unternehmen er arbeitet und wie toll das Unternehmen ist. Das interessiert mich nicht.

[6:16] Mich interessiert seine Prüfungsleistung. Was hat der Prüfling denn gemacht? Konnte der denn programmieren? Hat der denn vernünftige Projektplanung gemacht? Und ob das Unternehmen ganz toll ist oder auch nicht so toll ist, das darf dabei keine Rolle spielen.

[6:26] Aber es geht nicht immer nur um die Unternehmensvorstellung. Es gibt auch andere Phasen, wo man sich erstaunlich lange dran aufhalten kann. Häufig habe ich auch sowas gesehen wie Use-Case-Diagramm, was ja normalerweise wirklich eine total abstrakte Sicht auf das Projekt darstellt.

[6:40] Und da kann man jetzt vielleicht mal mit zwei, drei Use-Cases ein bisschen zeigen, was das System macht. Ich muss aber nicht jeden Use-Case, den ich da eingezeichnet habe, im Detail durchgehen, wofür der ist und wie die Akteure damit interagieren und so weiter.

[6:52] Das dauert viel zu lange. Ich habe teilweise in der Präsentation ein oder zwei Minuten Use-Cases und das ist einfach zu viel. Denn die Use-Cases, so ein Use-Case-Diagramm, wenn ich weiß, was mein Programm machen soll, das zeichne ich irgendwie in 10 Minuten, 15 vielleicht, wenn ich noch ein Include und Extend drin habe, dann bin ich fertig damit.

[7:10] Da kann ich mich also in so einer Präsentation nicht ewig mit aufhalten. Das ist einfach viel zu einfach. Ich würde vielleicht ein bisschen mehr zeigen, also sowas wie Klassen-Diagramm oder Sequenz-Diagramm, weiß der Geier was, Architektur, ER-Modell, das sind alles Dinge, wo ich auch ein bisschen nachdenken muss.

[7:25] So ein Use-Case-Diagramm, das ist so der Einstieg in mein Projekt und das ist mir fast, also nicht falsch verstehen, ich würde das zeigen in der Präsentation, aber ich würde da auf keinen Fall mehr als ein paar Sekunden mit verschwenden, weil das einfach von, wie soll man sagen, von der fachlichen Tiefe ist das einfach nicht vergleichbar mit einem komplexen ER-Modell, wo ich mir wirklich auch Gedanken machen muss, wo ich meine Entitäten sauber strukturieren muss, normalisieren muss, vielleicht welchen Tabellenmodell habe und so weiter.

[7:50] Und so ein Use-Case-Diagramm, das kann ich im Prinzip auch auf einer Serviette zeichnen, um jemandem zu erklären, was mein System macht. Ist ein wichtiges Tool, erwarte ich auch eigentlich fast in jedem Projekt, ich würde es aber in einer Präsentation, wo ich wirklich so wenig Zeit habe, da würde ich darauf nicht viel Zeit verschwenden.

[8:07] Ich würde es zeigen, dass ich es gemacht habe, um die Methode quasi abzuhaken, aber dann nicht ewig darauf eingehen, weil das einfach von der Schwierigkeit her natürlich so mit das Einfachste ist, was man überhaupt zeichnen kann, so ein Diagramm.

[8:19] Das ist jetzt nur ein zweites Beispiel, es gilt im Prinzip für jede andere Phase auch. Ich kann auch zum Beispiel Quelltext zeigen und dann jede Zeile Quelltext durchgehen und erklären, was die da macht. Und hier noch am besten kommentierten Quelltext, wo nochmal drüber steht, was jede Zeile einzeln tut und hier hat dann die Variable I den Wert und so weiter. Dauert viel zu lang.

[8:37] Ich will in so einer Präsentation eigentlich verschiedene Sachen sehen aus den unterschiedlichen Projektphasen und ich will nicht im Detail wirklich in einzelne Phasen einsteigen, weil dann einfach insgesamt zu wenig Zeit bleibt, um mir einen guten Überblick über das Projekt zu geben.

[8:51] Also, wenn du zum Beispiel mehr als 5 oder mehr ist schon schwierig bei 15 Minuten, aber so 5 Minuten oder 4 Minuten oder sowas für eine Projektphase brauchst, ist das eigentlich wahrscheinlich schon zu lang.

[9:02] Überleg dir mal, was du in den ganzen anderen Projektphasen noch gemacht hast und da kommt ja einiges zusammen bei so einem großen Projekt und da solltest du am besten jeder Phase entsprechend Raum geben und nicht den Fokus auf eine Phase legen und den ganzen Rest darum herum quasi vergessen.

[9:17] Denn das führt nicht zum Ziel, egal ob es jetzt zum Beispiel die Wirtschaftlichkeit ist oder die Technik. Du brauchst beides und du kannst eigentlich nicht den Fokus auf das eine oder das andere legen, sondern es muss eigentlich immer alles gezeigt werden.

[9:29] Von daher halte dich nicht zu lange mit einzelnen Projektphasen auf. Schau lieber, dass alle Bereiche deines Projekts zur Geltung kommen und wenn du zum Beispiel Artefakte hast, dass du die vorstellst und vielleicht ein paar Highlights kurz erwähnst, aber nicht ins Detail in große Diagramme zum Beispiel eintauchst.

[9:46] Das kann man sowieso in der kurzen Zeit gar nicht verstehen und dann fehlen mir halt andere Punkte, die du aufgrund dieser verschwendeten Zeit halt nicht erwähnen konntest.

[9:55] Ja, wo wir schon beim Thema sind, vergiss auch nicht die Technik. Genau wie die Wirtschaftlichkeit, was ich gerade schon gesagt habe, die Technik ist von höchstem Interesse für die Prüfer.

[10:07] Denn du hast ein technisches Projekt gemacht, du hast etwas programmiert und wenn dann in der Präsentation in keinster Weise die Technik erwähnt wird, das geht einfach gar nicht.

[10:15] Und das hatten wir dieses Jahr auch schon wieder häufiger, dass Leute einfach keinen Fatz Technik da drin hatten.

[10:20] Ich hatte schon wieder eine Präsentation, wo am Ende der Präsentation mir nicht klar war, welche Programmiersprache überhaupt eingesetzt wurde und das sind solche Dinge, das geht einfach nicht.

[10:29] Wir haben hier ein technisches Projekt und da will ich auch alles, was die Technik hergibt, sehen.

[10:33] Ich will wissen, welche Plattform genutzt wurde, welche Sprache, warum vor allem das genutzt wurde.

[10:38] Ich möchte Use Cases sehen, ich möchte Anwendungsfall, ist ja ein Use Case-Diagramm, aber Klassendiagramm, Architektur, ich will alles mögliche sehen von der Technik.

[10:46] Das soll hier gleich auch vor allem fürs Fachgespräch mir ja eine gute Vorlage bieten, dass ich da auch Fragen stellen kann, dass ich auch technisch irgendwo eintauchen kann und nicht so an der Oberfläche herumdümpel.

[10:55] Es ist hier ein Fach Informatiker für Anwendungsentwicklung, da erwarte ich, dass die Technik einfach sitzt und auch wirklich in der Tiefe nicht vorgestellt wird in den 15 Minuten, das hatte ich gerade schon gesagt, aber dass sie einfach beherrscht wird.

[11:07] Und da will ich einfach auch sehen, was der Prüfling denn in seiner Projektarbeit da gemacht hat.

[11:11] Da erwarte ich einfach, dass die Technik auf den Folien gezeigt wird.

[11:15] Übrigens auf den Folien zeigen, gutes Beispiel, solche Artefakte sind ja eine sehr visuelle Darstellung, zum Beispiel von der Architektur meines Programms.

[11:22] Die bevorzuge ich natürlich immer im Gegensatz zu diesen grottenschlechten Textfolien, die wir leider aber dieses Jahr auch schon wieder relativ häufig hatten.

[11:33] Ich meinte, das war auch schon mal besser, dieses Jahr wieder sehr viele Folien, wo einfach nur Text auf die Folie geklatscht wurde, noch nicht mal punktweise eingeblendet, sondern wirklich Klick und dann kommt die ganze Folie mit sieben Punkten und Halbsätzen und weiß der Geier was.

[11:47] Und ich denke mir, oh mein Gott, das habe ich wirklich schon mal besser gesehen.

[11:52] Und dazu passend waren auch wieder sehr häufig Cliparts auf den Folien.

[11:56] Ich finde das ja wirklich ganz, ganz gruselig, weil das ist so eine Pseudo-Geschichte.

[12:00] Ich habe irgendwie eine Textfolie und habe aber irgendwo mal gehört, die Leute sind ja visuell, also muss ich dann irgendwie ein Bild reinquetschen und dann sind da wirklich diese grottigen Cliparts.

[12:08] Also irgendwie bei der Wirtschaftlichkeit so ein Stapel Geld oder so ein Clipart-Geldschein oder so.

[12:14] Gruselig, wenn ich sowas sehe, da graust es mir wirklich.

[12:19] Finde ich ganz, ganz schrecklich.

[12:21] Würde ich auf keinen Fall so weiter empfehlen.

[12:23] Ich habe auch ein Blogartikel gerade zu dem Thema Cliparts schon geschrieben.

[12:27] Kannst du mal gucken, werde ich wahrscheinlich auch dann in den, oder wahrscheinlich ich werde das in den Shownotes nochmal verlinken zu dieser Episode, dass du dir den Artikel mal angucken kannst, wo ich auch ein paar Beispielfolien habe mit Cliparts und mit vernünftigen Grafiken.

[12:38] Wie man es eigentlich machen sollte, weil diese Cliparts, das geht einfach gar nicht.

[12:41] Aber wo wir dann schon bei den Folien sind, da gab es dann auch wieder solche Dinge wie riesengroße Tabellen, die auf die Folie gequetscht wurden.

[12:49] Also zum Beispiel gerade bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, wo dann eine Kostenrechnung durchgeführt wird über sieben Spalten und 23 Zeilen.

[12:56] Das ist jetzt ein bisschen übertrieben, aber sieben Spalten passt wirklich teilweise schon und dann fünf, sechs Zeilen noch.

[13:01] Das kann kein Mensch mehr erkennen auf den Folien und selbst wenn ich es erkennen kann, weil ich nur drei Meter von der Leinwand weg sitze, dann wird es sehr schwierig, das in der Kürze der Zeit überhaupt nachzuvollziehen.

[13:11] Also wenn du zum Beispiel vor hast, eine komplexe Kostenrechnung zu zeigen, dann streicht die Tabelle so zusammen, dass man sie in wenigen Sekunden auch verstehen kann.

[13:18] Und alle unnützen Sachen dazwischen, alle Zwischenrechenschritte und so weiter, weg damit.

[13:24] Das kann sowieso keiner kontrollieren, beziehungsweise Leute wollen das dann sogar kontrollieren, weil sie ja Prüfer sind und versuchen dann nachzurechnen, ob du dich vielleicht irgendwo vertan hast und so weiter.

[13:32] Und keine Sau hört dir mehr zu. Das ist wirklich schrecklich.

[13:33] Also lasst das sein. Packt die wichtigsten Zahlen auf die Folie. Du musst jetzt nicht den Rechenweg in allen kleinen Details auf die Folie quetschen oder in eine Tabelle. Das kann niemand verstehen in der kurzen Zeit. Das ist nur nervig.

[13:46] Auch übrigens wieder häufig leider gesehen Rechtschreibfehler auf den Folien. Das geht gar nicht. Das geht bei Groß- und Kleinschreibung los oder vergessene Kommas oder sonst irgendwas.

[13:56] Die Präsentation, das ist hier eine Prüfungsleistung und da kann man auch nochmal fünfmal über die Folien lesen, ob man da vielleicht irgendwo einen Fehler hat.

[14:04] Und das darf man auch mal dem oder der Ausbilderinnen geben, um dann solche Sachen zu korrigieren.

[14:09] Das ist hier nicht einfach Copy-Paste und zusammengeklatscht und schwupp habe ich meinen Abschluss, sondern es ist eine vernünftige Prüfungsleistung.

[14:15] Und da erwarte ich, dass Rechtschreibfehler oder sonstige Fehler wie Interpunktion, Grammatik und so weiter nicht auf den Folien erscheinen.

[14:22] Also bitte kontrollieren, bevor du die Präsentation hältst.

[14:26] Und was ich auch beim letzten Mal schon bei der Doku angemeckert habe, war bei den Präsentationen auch so.

[14:32] Die verfügbare Zeit in diesem Fall wurde nicht eingehalten.

[14:36] Genau wie bei der Dokumentation recht häufig wirklich nur ein paar Seiten abgegeben wurden, obwohl zum Beispiel bei unserer IHK 40 erlaubt sind,

[14:43] hatten wir dieses Jahr ganz häufig Leute, die nur zehn Minuten präsentiert haben, obwohl sie 15 Minuten Zeit gehabt hätten.

[14:49] Und wenn ich jetzt einfach mal, also nicht, dass wir das so bewerten würden, aber überlegen wir einfach mal, 15 Minuten sind Vorgabe, 10 mache ich.

[14:57] Da komme ich ja auf 66% der Zeit. Das heißt, das kann ja eigentlich nur noch eine 4 sein, weil ein Drittel der Inhalte nicht gezeigt wurden.

[15:05] Überleg einfach mal, kannst du bei, also 15 Minuten, das ist ja ein Witz, das ist ja nix.

[15:10] In 15 Minuten kann ich kein 70-Stunden-Projekt eigentlich vernünftig darstellen. Das wird schon super schwierig.

[15:15] Wie ich dann in 10 Minuten das Gleiche hinkriegen will, ist mir einfach schleierhaft.

[15:20] Und die Leute machen es trotzdem. Die kommen mit 10-Minuten-Präsentationen und da fehlt natürlich vorn und hinten alles.

[15:25] Also wenn du dir einfach mal vor Augen hältst, wenn du nur zwei Drittel der Zeit nutzt, kannst du eigentlich rein mathematisch schon auch nur zwei Drittel der Inhalte präsentieren.

[15:34] Und das wäre bei mir laut IHK-Schema 66%. Das ist gerade noch eine 4.

[15:38] Also gerade noch eine 4 ist nicht richtig, also es ist mitten in einer 4. Aber trotzdem, das geht eigentlich nicht.

[15:45] Und von daher, schau drauf, dass du die Zeit einfach einhältst.

[15:49] Auch dazu habe ich schon einen Blogartikel geschrieben, verlinke ich auch in den Shownotes.

[15:53] Und übe das Ganze bis zum Erbrechen, bis du exakt auf 15 Minuten kommst.

[15:58] Alles andere ist einfach dämlich. Die Zeit zu verschenken, die du zur Verfügung hast, das ist einfach dumm.

[16:03] Und was ich dieses Jahr auch, glaube ich, zum ersten Mal gesehen habe, ich weiß nicht, ob mir das vorher schon mal aufgefallen ist, da haben die Leute dann vielleicht sogar meine Empfehlung.

[16:11] Also ich will mich jetzt nicht so aufspielen, vielleicht war es jetzt auch Zufall, aber die Leute versuchen dann schon teilweise auch Bilder zu benutzen, was ja auch sinnvoll ist, absolut.

[16:20] Aber wenn man dann mit Wasserzeichen geschützte Bilder aus dem Internet kopiert und hochskaliert, dass sie fast bis zur Unkenntlichkeit pixelig sind und mit Wasserzeichen versehen auf der Folie sind,

[16:31] dann weiß ich, der oder die hat einfach nichts verstanden.

[16:36] Was da gerade passiert, ist feinste Copyright-Verletzung, beziehungsweise Copyright, wir sind ja in Deutschland, Urheberrechtsverletzung.

[16:43] Ich weiß auf jeden Fall, da ist das Wasserzeichen noch drin, also offensichtlicher geht es ja gar nicht, ein Bild quasi zu klauen.

[16:51] Und dass das natürlich einlädt, dann im Fachgespräch nochmal tiefer reinzugehen, ich glaube, das ist fast selbstverständlich.

[16:56] Abgesehen davon, dass es einfach total bescheiden aussieht, wenn ich ein pixeliges Bild mit Wasserzeichen benutze, um meine Punkte hier zu illustrieren.

[17:05] Also wie man sowas in der Prüfung zeigen kann, es ist mir einfach schleierhaft, da guckt offensichtlich niemand drüber über diese Präsentation vorher.

[17:12] Anders kann ich mir nicht erklären, dass solche Folien da tatsächlich auftauchen in der Prüfung.

[17:16] Ich weiß nicht, was sowas soll.

[17:18] Ja, und dann haben wir noch zum Schluss der Präsentation so ein paar Highlights, die ich dieses Jahr mir mal aufgeschrieben habe, die ich ganz witzig fand.

[17:25] Nummer 1, da hat ein Prüfling tatsächlich dann in der Prüfung gesagt, die tatsächlichen Kosten meines Projekts dürfen aufgrund des Datenschutzes nicht genannt und gezeigt werden.

[17:36] Und das war natürlich die Vorlage schlechthin fürs Fachgespräch, denn was haben die Kosten mit Datenschutz zu tun?

[17:41] Die kurze Antwort, gar nichts.

[17:44] Also wenn man so eine Begründung bringt, dann weiß man eigentlich schon, dass der weder von Wirtschaft noch von Datenschutz irgendeine Ahnung hat, denn das passt einfach überhaupt nicht zusammen.

[17:52] Man könnte höchstens sagen, das möchte mein Betrieb nicht, so Geheimhaltungsgründe oder wie auch immer mein Chef will nicht, dass die Zahlen nach draußen gehen.

[18:00] Das ist alles okay, aber mit Datenschutz hat das rein gar nichts zu tun.

[18:04] Nur nochmal als kurze Wiederholung, Datenschutz ist der Schutz personenbezogener Daten vor Missbrauch durch Dritte.

[18:10] Und personenbezogene Daten sind die Daten, die ich eindeutig auf eine Person zurückführen kann.

[18:15] Und irgendwelche Kostensätze von Unternehmen haben nichts mit personenbezogenen Daten zu tun, aber auch wirklich gar nichts.

[18:23] Deswegen war das eine schöne Einladung für das Fachgespräch, wo natürlich dann auch herauskam, dass, wie gesagt, diese beiden Themenbereiche überhaupt gar nicht saßen beim Prüfling.

[18:33] Ja, ein weiterer schöner Fauxpas, den ein Prüfling gebracht hat, in der Präsentation zu erzählen, dass sein Projekt ja schon seit ein paar Monaten im Einsatz ist,

[18:43] wobei eigentlich das Projekt noch gar nicht hätte umgesetzt werden dürfen zu diesem Zeitpunkt, denn man darf ja erst mit Einreichung,

[18:53] nein, nicht nur mit Einreichung, sondern mit Genehmigung des Projektantrags loslegen mit der Umsetzung seines Projekts.

[18:58] Und wenn ich dann natürlich in der Präsentation sage, ja, das Projekt ist ja schon seit einem Jahr im Einsatz und ich weiß jetzt eigentlich gar nicht mehr genau, wie ich es damals gemacht habe,

[19:07] das geht natürlich gar nicht. Also, dass derjenige durch die Prüfung fallen muss, das ist eigentlich offensichtlich, weil er definitiv das verletzt hat,

[19:15] dass er vor dem Projektantrag schon sein Projekt umgesetzt hat. Das geht einfach nicht.

[19:19] Das steht in jeder Richtlinie, jeder IHK, ist das überall dick und fett geschrieben, fangen Sie nicht mit dem Projekt an, bevor der Projektantrag genehmigt wurde.

[19:29] Und das kann oder muss oder wird, wie auch immer, auch zum Durchfallen führen, weil das Projekt einfach vor Genehmigung durchgeführt wurde.

[19:37] Das geht einfach nicht. Also, bitte, halte dich an sowas, beziehungsweise wenn du dich, warum auch immer, nicht daran halten kannst,

[19:44] es gibt ja vielleicht wirklich immer Umstände, dass es tatsächlich nicht möglich ist oder dass du es vorher umsetzen musst,

[19:47] ja, dann achte bitte darauf, dass du es nicht so formulierst oder dass du es den Prüfern nicht unter die Nase hältst.

[19:53] Ich meine, man kann ja, wenn man ein bisschen im Berichtsheft durchblättert, das machen die Prüfer ja auch oder wir auch,

[19:59] gucken mal, was hat der Prüfung denn zu der Zeit gemacht und wenn natürlich dann ein Jahr im Vorfeld steht, ich habe schon mit dem IHK-Projekt begonnen,

[20:06] ja, das ist dann wirklich schwierig. Was sollen wir dann machen? Das ist definitiv eigentlich ein Grund, um durchzufallen.

[20:12] Von daher, bei solchen Sachen einfach die Klappe halten und versuchen, das so rüberzubringen, als hättest du es vernünftig umgesetzt.

[20:20] Alles andere ist wirklich, da muss man schon, ja, da muss man dich eigentlich durchfallen lassen bei sowas, ne?

[20:25] Also, aufpassen bei so einem unnützen, doofen Zeug. Das muss einfach nicht sein.

[20:30] Und ein letztes Beispiel, was ich auch noch schön fand in einer Präsentation, da wurde ein bisschen Source-Code gezeigt.

[20:36] Und ich sage ja auch immer wieder, wenn Source-Code zeigen, dann wenigstens was Interessantes und nicht Klassen mit Gettern und Zettern.

[20:43] Das ist einfach total langweilig und bringt uns nicht voran.

[20:46] Da wurde sogar ein bisschen Code gezeigt und auch aus dem zentralen Algorithmus, den derjenige da programmiert hatte.

[20:51] Und das war auch tatsächlich mal schöner, interessanter Code.

[20:54] Aber mittendrin in diesem Algorithmus war ein leerer Catch-Block.

[20:59] Da war ein Try-Catch-Ding um eine Abfrage.

[21:03] Ich hatte irgendwas mit einer Hardware gemacht und hatte irgendwie eine Hardware-Schnittstelle abgefragt.

[21:07] Und da könnte auch mal was schief gehen im Prinzip.

[21:09] Und da hat er ein schönes Try-Catch drum gemacht.

[21:11] Schön gemacht eigentlich. Die Schnittstelle kann Fehler werfen bei der Abfrage und das ist alles okay.

[21:15] Aber der Catch-Block war dann einfach leer.

[21:17] Das heißt, in dem Catch-Block stand nichts drin.

[21:19] Da war einfach, ne, Klammer auf, Klammer zu und dann war's das.

[21:21] Und das ist natürlich so ein Ding, das geht gar nicht, ja?

[21:24] Und dann wurde natürlich auch noch in der Präsentation darauf eingegangen, dass man hier ja eine Fehlerbehandlung eingebaut hätte.

[21:30] Denn um die Abfrage war ja ein Try-Catch-Block drum.

[21:32] Dass das Catch gar nichts machte, das war dann wohl offensichtlich gar nicht so wichtig.

[21:36] Für mich heißt das, derjenige hat einfach überhaupt nicht verstanden, wofür Try-Catch eigentlich da ist

[21:40] und dass ich in dem Catch-Block vielleicht den Fehler beheben muss oder behandeln muss zumindest.

[21:44] Wenigstens irgendwie loggen muss oder sonst was.

[21:46] Aber ein leerer Catch-Block, das ist ja so das Schlimmste, was man machen kann als Programmierer.

[21:50] Denn das heißt nicht, dass man den Fehler behandelt.

[21:52] Im Gegenteil, der Fehler wird ignoriert und der Benutzer und auch der Admin oder wer auch immer kriegt nichts davon mit,

[21:58] dass da gerade ein Fehler aufgetreten ist.

[22:00] Also ein leerer Catch-Block, das hat nichts mit Fehlerbehandlung zu tun.

[22:03] Das ist totale Grütze, sowas gehört auf keinen Fall in Code.

[22:07] Und wenn ich das dann auch in meiner Prüfung präsentiere und das auch noch, sag ich mal, hervorhebe als, wie soll man sagen,

[22:13] als guten Code, weil ich ja eine Fehlerbehandlung mache, also tut mir leid, das geht überhaupt nicht.

[22:18] Von daher, dreimal über den Code gucken, den ich in meiner Präsentation zeige, den werde ich nämlich im Zweifel auseinandernehmen.

[22:25] Wenn ich nämlich so gut wie kann, also ich kriege ja kaum Code zu sehen, sag ich mal,

[22:29] nur nach 15 Minuten Präsi, da ist ja höchstens mal eine Folie mit Code dabei,

[22:32] weil noch so viele andere Sachen gezeigt werden müssen, hatte ich ja gerade schon erwähnt.

[22:35] Aber wenn dann mal Code gezeigt wird, dann gucke ich mir den natürlich auch im Detail an,

[22:39] weil das natürlich eine schöne Vorlage ist fürs Fachgespräch.

[22:41] Und wenn da solche Dinger dann drin sind, das ist natürlich nicht so schön.

[22:45] Von daher kannst du dir wahrscheinlich vorstellen, dass derjenige auch im Fachgespräch das nicht so richtig erklären konnte,

[22:50] wofür dann jetzt eigentlich Trycatch da ist und wie man es denn eigentlich machen sollte und so.

[22:53] Und von daher, das ging dann leider nach hinten los. Also, das war nicht so schön.

[22:59] So, das waren meine Erkenntnisse zu den Projektpräsentationen aus dem Sommer 2016.

[23:05] Wenn ich jetzt mal auf die Uhr schaue, dann sehe ich, dass ich schon wieder in der halben Stunde kratze.

[23:09] Wenn ich jetzt noch mal im Fachgespräch anfange, dann werde ich die definitiv reißen

[23:12] und ich habe mir jetzt mal so ein bisschen vorgenommen für dieses Jahr, dass ich die Episodenlänge von 30 Minuten einhalte.

[23:17] Von daher mache ich hier erstmal wieder einen Break und mache dann beim nächsten Mal weiter mit den Inhalten zum Fachgespräch.

[23:24] Das wird dann allerdings erst in zwei Wochen sein, denn nächste Woche geht es ganz normal weiter mit meinem Buchclub zum Handbuch für Fachinformatiker.

[23:31] HTML, CSS, JavaScript ist da das Thema.

[23:35] Und in zwei Wochen mache ich dann halt weiter mit meinem Rückblick auf die Fachgespräche 2016.

[23:42] Wenn du die von mir erwähnten Links dir anschauen möchtest, die Artikel zu der Projektpräsentation, die ich erwähnt habe,

[23:48] dann schau doch einfach mal in die Shownotes unter anwendungsentwicklerpodcast.de/.67.

[23:54] Für die 67. Episode findest du alle Links, die ich hier erwähnt habe.

[23:59] Und wenn du schon auf der Website bist, dann guck doch mal im Blog vorbei.

[24:02] Da habe ich letzte Woche einen Artikel zum Thema Glossar in der Projektdokumentation geschrieben.

[24:07] Denn dieses Jahr hatte ich auch wieder einige völlig unnötige Glossare in der Projektdokumentation.

[24:13] Und die kosten meistens ziemlich viele Seiten.

[24:16] Allein schon ein, zwei Seiten wären mir schon zu viel für einen unnötigen Inhalt.

[24:20] Von daher guck doch mal rein, wenn du wissen willst, wann du ein Glossar tatsächlich benötigst in der Projektdokumentation.

[24:26] Und glaub mir, in den meisten Fällen brauchst du es nicht.

[24:29] Dazu habe ich auch ein bisschen was geschrieben.

[24:31] Kannst du einfach mal vorbeischauen.

[24:34] Ansonsten gilt wie immer die Einladung.

[24:36] Wenn du möchtest, trage dich doch in meinen Newsletter ein unter anwendungsentwicklerpodcast.de/.newsletter.

[24:41] Kannst du das tun.

[24:42] Da bekommst du immer einmal die Woche von mir die Infos, die neuesten Infos von der Website.

[24:46] Welche Podcast-Episode rauskommt und welche Inhalte, welche Links der Woche es gibt im Voraus schon und so weiter.

[24:51] Und du kannst dich auch jederzeit wieder austragen, wenn du keine Lust mehr hast.

[24:54] Und als kleines Dankeschön, auch passend zur heutigen Episode,

[24:56] kriegst du auch direkt Zugriff auf meine Checklisten rund um die Projektpräsentation.

[25:01] Unter anderem, was du vielleicht einmal durchgehen solltest, bevor du deine Projektpräsentation hältst.

[25:05] Worauf du achten solltest, was du tun kannst, um die Folien zu optimieren und so weiter.

[25:09] Kannst dir direkt downloaden, nachdem du dich angemeldet hast.

[25:12] Okay, das war's von mir für diese Woche.

[25:14] Wie gesagt, in zwei Wochen mache ich dann den Sack zu mit dem Fachgespräch.

[25:19] Und bis nächste Woche, wenn du noch mitmachen willst,

[25:22] wie gesagt, die Kapitel rund um HTML, CSS, JavaScript aus dem Handbuch für Fachinformatiker gehen wir durch.

[25:27] Wenn du noch Fragen hast zu dem Thema, schick mir gerne noch eine E-Mail,

[25:30] dann würde ich das gerne noch berücksichtigen in der Podcast-Episode.

[25:33] Ansonsten sage ich für heute erstmal vielen, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss!

Polyglot Clean Code Developer
About the Author
Ausbildungsleiter für Fachinformatiker:innen Anwendungsentwicklung, IHK-Prüfer und ehemaliger Hochschuldozent für Programmierung und Software-Engineering.

2 comments on “Rückblick auf die Projektpräsentationen der Sommerprüfung 2016 – Anwendungsentwickler-Podcast #67”

  1. Nikolas sagt:

    Eine kleine Frage: Ist der Prüfling, der sein Projekt nun schon vorher angefangen hat, denn nun durchgefallen oder nicht?

    Die schlechten Präsentationen (zu kurz, nicht erkennbare Inhalte, …) sind wohl darauf zurückzuführen, dass die Prüflinge einfach keine Lust bzw. Motivation haben, oder wie siehst du das? Meine Prüfung ist zwar schon ein wenig länger her, aber bei mir war die erste Version meiner Präsentation schon Wochen vor dem Prüfungstermin fertig und wurde dann durch Testpräsentationen und Feedback im weiteren Verlauf der Zeit durch mich weiter optimiert. Hat sich vom Ergebnis her für mich gelohnt. Und dies kann man ja wohl auch machen, wenn dem Unternehmen das Ergebnis der Prüfling egal sein sollte (billige Arbeitskraft), wobei es natürlich schöner ist, wenn es dem Unternehmen, wie bei mir, doch wichtig ist.

  2. Stefan Macke sagt:

    Hallo Nikolas,

    mit Aussagen zu unseren Prüfungsergebnissen halte ich mich lieber zurück. Aber du kannst in ein paar Monaten in die IHK-Statistik schauen. Da steht auch die Anzahl der nicht bestandenen Prüfungen 😉

    Ich denke, dass bei vielen Prüflingen tatsächlich mangelnde Motivation oder schlichtweg Faulheit die Gründe für schlechte Präsentationen sind. Allerdings gibt es auch Betriebe, die die Azubis einfach nicht unterstützen. Und viele Prüflinge wissen es einfach auch nicht besser, weil sie teilweise ja sogar in der Berufschule einen grottigen Stil beigebracht bekommen. Es ist immer schwer zu sagen, woran es im Einzelfall liegt.

    Dein beschriebenes Vorgehen kann ich genau so nur allen Prüflingen empfehlen!

    Viele Grüße!
    Stefan

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