Vorbereitung auf das Fachgespräch – Anwendungsentwickler-Podcast #63

Da viele Prüflinge großen Respekt vor dem Fachgespräch haben, gibt es in der dreiundsechzigsten Episode des Anwendungsentwickler-Podcasts einige Tipps zur Vorbereitung auf diesen Teil der mündlichen Prüfung.

TL;DR

Für dein Fachgespräch empfehle ich dir, die Grundlagen deiner Ausbildung frühzeitig und regelmäßig zu wiederholen sowie dein Abschlussprojekt bis ins Detail durchzugehen. Zu den möglichen Fragen gehören allgemeine Themen der Anwendungsentwicklung, wirtschaftliche Grundlagen und alles, was du in deiner Dokumentation oder Präsentation erwähnst. Übe deine Antworten laut und simuliere das Gespräch mit deinem/deiner Ausbilder:in, damit du Fachbegriffe verständlich erklären und auf Nachfragen eingehen kannst. Auch Datenschutz, Backups, Datensicherheit und Usability gehören auf deinen Lernplan.

Kapitelmarken

  • [00:00:01] Hinweise zum Fachgespräch
  • [00:00:37] Vorbereitung und Erwartungen an die mündliche Prüfung
  • [00:03:05] Mögliche Themen und Fragen über das Projekt hinaus
  • [00:06:31] Lernmaterialien und Wissen aus der schriftlichen Prüfung
  • [00:08:28] Überblick über wahrscheinliche Fachthemen
  • [00:10:23] Grundlagen der Programmierung
  • [00:10:49] Objektorientierung und die Frage nach Klasse und Objekt
  • [00:12:36] Datenbankmodellierung und Normalisierung
  • [00:12:58] SQL und mögliche Aufgaben im Fachgespräch
  • [00:13:40] Wirtschaftlichkeit und Projektkosten
  • [00:14:40] Projektmanagement
  • [00:15:23] Das eigene Abschlussprojekt als Gesprächseinstieg
  • [00:16:21] Fachbegriffe und eingesetzte Technologien erklären
  • [00:17:32] Projektablauf und Zeitplanung wiederholen
  • [00:18:16] Schnittstellen und Beteiligte im Unternehmen
  • [00:19:18] Datenschutz und Sicherheit im Projekt
  • [00:20:15] Technische Entscheidungen und mögliche Alternativen
  • [00:22:40] Quelltext und Sprachkonstrukte verstehen
  • [00:23:41] Häufig vergessene Prüfungsthemen
  • [00:24:32] Wirtschaftliche Grundlagen
  • [00:24:47] Datenschutz
  • [00:25:58] Datensicherung und Backups
  • [00:26:41] Datensicherheit
  • [00:27:15] Usability und ergonomische Oberflächen
  • [00:30:00] Anforderungen und Gewicht des Fachgesprächs
  • [00:30:45] Frühzeitig und regelmäßig lernen
  • [00:31:49] Eine Mindmap zum Abschlussprojekt erstellen
  • [00:33:37] Die Themensammlung gemeinsam ergänzen
  • [00:34:18] Das Fachgespräch simulieren und Feedback einholen
  • [00:37:03] Antworten laut üben
  • [00:38:13] Fachliche Konzepte verstehen und frei erklären
  • [00:39:15] Anknüpfungspunkte in der Präsentation setzen
  • [00:41:00] Ruhig bleiben und mit schwierigen Fragen umgehen
  • [00:42:56] Feedback und Shownotes
  • [00:43:35] Kurze Projektnamen für die Präsentation
  • [00:44:13] Verständliche Commit-Messages
  • [00:44:44] Newsletter und Checklisten

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Inhalt

Nachdem die schriftliche Prüfung geschafft ist, stehen viele Prüflinge vor der nächsten großen Aufgabe: der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung. Nach der Projektpräsentation, die man komplett in der eigenen Hand hat, steht das mit Spannung erwartete Fachgespräch an.

Jedes Mal, wenn es wieder auf die Prüfungszeit zugeht, häufen sich die Fragen in den einschlägigen Foren:

Was werden die Prüfer fragen? Welche Themen kommen dran? Wie soll ich mich vorbereiten?

Um nicht immer wieder dasselbe erzählen zu müssen, schreibe ich im Folgenden mal zusammen, wie man sich sinnvollerweise auf das Fachgespräch vorbereiten sollte.

Mögliche Themen im Fachgespräch

Grundsätzlich können die Prüfer im Fachgespräch alle möglichen Themengebiete der Prüfung abfragen. Es gibt also nicht – wie häufig behauptet wird – eine Einschränkung auf die Themen des eigenen Abschlussprojekts. Man muss sich letztlich auf alle potentiellen Themen vorbereiten. Aber das hat man als Prüfling ja auch schon für die schriftliche Prüfung getan. Und zwar hoffentlich mit ausreichend Vorlauf, sodass die Inhalte nicht am Tag nach der Prüfung wieder aus dem Kopf verschwunden sind. Denn bis zur mündlichen Prüfung vergehen durchaus mehrere Wochen. Und wenn dann alles Gelernte wieder weg ist, darf man nochmal von vorne anfangen. Aber dazu mehr hier: Vorbereitung auf die schriftliche Abschlussprüfung.

Also gilt genau wie für die schriftliche Prüfung meine Empfehlung: Fang früh an zu lernen und wiederhole die Inhalte regelmäßig. Dadurch kannst du sie nicht nur in der schriftlichen Prüfung abrufen, sondern auch in der mündlichen. Und ganz nebenbei kannst du sie vielleicht sogar im Arbeitsalltag anwenden, was ja letztlich das Ziel der Ausbildung sein sollte. 😉

Wahrscheinliche Themen im Fachgespräch

Ich kann natürlich nicht für alle Prüfungsausschüsse sprechen, aber es kristallisieren sich meiner Meinung nach einige Standardthemen heraus, mit denen man als Anwendungsentwickler/in im Fachgespräch rechnen sollte. Ich halte es für unwahrscheinlich (und auch unsinnig), Anwendungsentwickler über strukturierte Verkabelung oder Netzwerktopologien zu befragen. Ich würde mich als Prüfer stattdessen auf die Kernkompetenzen konzentieren. Und das sind meiner Meinung nach:

  • Programmierung (Datenstrukturen, Schleifen usw.)
  • Objektorientierung (Vererbung, Kapselung, Polymorphie usw.)
  • Datenbankmodellierung (ERM, Tabellenmodell, Normalisierung usw.)
  • SQL
  • Wirtschaftlichkeit
  • Projektmanagement

Zu fast allen Bereichen habe ich in meiner Podcast-Serie zu den häufigsten Fragen im Fachgespräch schon Episoden aufgenommen. Es wäre fahrlässig, sich nicht auf diese Themen vorzubereiten.

Mögliche Themen sammeln

Aber es gibt auch noch einen großen anderen Bereich an potentiellen Themen, den man nicht unterschätzen sollte: das eigene Abschlussprojekt. Obwohl die Prüfer nicht auf Fragen aus dem Bereich des Projekts begrenzt sind, werden viele sicherlich das Projekt als Aufhänger nehmen, um ins Fachgespräch einzusteigen. Daher sollte man sein Projekt in- und auswendig beherrschen und z.B. alle verwendeten Fachbegriffe einwandfrei erklären können.

Eigene Projektdokumentation und -präsentation

Eine einfache Aufgabe in Vorbereitung auf das Fachgespräch ist es daher, die eigene Projektdokumentation und insb. die -präsentation auf mögliche Prüfungsinhalte zu durchforsten. Dazu zählen insb.:

  • Verwendete Fachbegriffe (insb. Definitionen für Abkürzungen)
  • Verwendete Technologien (z.B. ORM, MVC, ERM)
  • Details zum Projektablauf (z.B. Zeitplanung, Vorgehensmodell)
  • Schnittstellen des Projekts (fachlich und technisch)
  • Datenschutz und -sicherheit bezogen auf das Projekt (wird häufig vergessen)
  • Alternativen zu eingesetzten Technologien (z.B. AngularJS anstatt Ember.js, JSON anstatt XML, REST anstatt SOAP)
  • Pro-/Contra-Bewertung der verwendeten Technologien (z.B. Performance, Kosten, Komplexität)

Im Fachinformatiker-Forum habe ich den Tipp gelesen, sich auf Basis der eigenen Artefakte eine Mindmap aller potentiellen Themen zu erstellen, indem man zunächst einfach nur die verwendeten Begriffe, Technologien usw. in einen Zusammenhang stellt und im nächsten Schritt dann den Assoziationen freien Lauf lässt:

  • Was fällt dir noch zu den Begriffen ein? (z.B. REST zu SOAP, JSON zu XML)
  • Was sind mögliche Ergänzungen? (z.B. AJAX bei Webprojekt, Rich Client)
  • Was sind Gegensätze oder Alternativen zu den Begriffen? (z.B. Java vs. .NET, Web vs. Fat Client)

Am besten führst du dieses Brainstorming nicht alleine durch, sondern holst dir andere ITler zur Hilfe: Ausbilder/in, Mitschüler/innen, Mitazubis, Kollegen/innen, Chef/in usw. Mehr Köpfe kommen sicherlich auf mehr Ideen. Gerade auch scheinbar Unbeteiligte bringen dich vielleicht auf Ideen: der Chef fragt nach der Amortisation, die Kunden nach der Usability, die Kollegen nach verwendeten Design Patterns usw.

Häufige Themenbereiche

Wenn du trotzdem noch weitere Anregungen brauchst, dann schau mal in den üblichen Foren nach: fachinformatiker.de

Dort wirst du sicherlich einige Beiträge finden, in denen mögliche Fragen zu verschiedenen Projekten diskutiert werden.

Und ich habe z.B. mal eine Liste mit Fragen zu einem PHP-Projekt erstellt, die dir vielleicht auch weiterhilft.

Häufig vergessene Themen

Wie bereits angedeutet, gibt es auch immer wieder Themen, die die Prüflinge gerne man „vergessen“. Ob absichtlich oder aus Versehen, sei mal dahingestellt. 😉 Hier kommt eine (unvollständige) Liste:

  • Wirtschaft (Stundensatz, Gehaltsabrechnung, Sozialversicherung usw.)
  • Datenschutz („Das brauchen wir nicht!„)
  • Backup („Machen die Admins!„)
  • Sicherheit („Ist nur ne interne Anwendung!„)
  • Usability („Der OK-Button ist grün. Das reicht!„)

Die Prüfer steuern

Man kann als Prüfling auch ein wenig Einfluss auf die Fragen der Prüfer nehmen. Wenn man z.B. bestimmte Sachverhalte in der Projektpräsentation (die direkt vor dem Fachgespräch stattfindet) besonders betont, kann das die Prüfer dazu anregen, mal nachzufragen. Dann sollte man sich aber natürlich auch bestens in diesem Bereich auskennen!

Ich habe schon oft die Geschichte vom Prüfling erzählt, der in der Präsentation den Satz brachte „Ich habe als Architekturprinzip MVC verwendet. Vielleicht werde ich ja gleich dazu befragt.“ und dann aber keine Ahnung vom Thema hatte. Das war schon recht witzig. Auch nett war der Prüfling, der unter Extreme Programming Programmieren ohne Regeln verstand.

Gerade in den Quelltext, der an der Dokumentation hängt, schaue ich als Prüfer immer sehr gerne. Dort finde ich nämlich meist viele Sachen, die der Prüfling zwar verwendet, aber gar nicht verstanden hat. Und moderner Quelltext strotzt nur so vor Lamdas, LINQ-Abfragen, generischen Klassen usw. Und all das sollte man – fachlich korrekt – erklären können.

Die mündliche Prüfung simulieren

Zu guter Letzt bleibt noch zu empfehlen, die mündliche Prüfung – am besten mehrfach – zu simulieren. Dafür steht dir dein/e Ausbilder/in sicherlich zur Seite.

Allein die Präsentation solltest du ohnehin mehrfach durchspielen und dann am besten direkt im Anschluss das Fachgespräch üben. Lade auch ruhig Zuhörer ein, die dein Projekt nicht kennen. Nur dadurch fallen nämlich noch Sachverhalte auf, die du nicht verständlich erklärt hast. Gehe nicht davon aus, dass all deine Prüfer deine Dokumentation gelesen haben. Das ist selten der Fall. Du musst also in der Präsentation alles so erklären, dass die Zuschauer es ohne Vorwissen (bezogen auf das Projekt, nicht auf die IT allgemein) verstehen können.

Und da du selbst sehr tief in der Materie deines Projekts steckst, fallen dir offensichtliche Fragestellungen ggfs. gar nicht mehr auf. Also nutze die – meist wochenlange – Vorbereitungszeit auf die mündliche Prüfung und quäle deine Kollegen mit Präsentationen und Fragerunden. So bekommst du bestimmt noch viele Anregungen für mögliche Fragen der Prüfer.

Antworten trainieren

Bei der Gelegenheit kannst du auch gleich üben, die Fragen vernünftig zu beantworten. Wir wollen korrekte, kurze, präzise und gut strukturierte Antworten hören und nicht minutenlanges Rumgelaber ohne zum Punkt zu kommen. Beispiele dafür findest du in meinen Podcast-Episoden.

Aber es geht nichts über das direkte Training mit deinem/r Ausbilder/in, der/die dir konkretes Feedback zu deinen Formulierungen gibt. Es geht nicht darum, Antworten auswendig zu lernen, sondern die Inhalte verständlich und sauber definiert rüberzubringen. Auswendig gelernte Antworten erkennen wir als Prüfer recht schnell und stellen dann direkt die passenden Fragen, um zu prüfen, ob zusätzlich auch echtes Verständnis da ist. Also bitte deine/n Ausbilder/in darum, das Fachgespräch zu üben, wenn er/sie das nicht von sich aus vorschlägt.

Allgemeine Tipps

  • Unterschätze nicht die Anforderungen.
  • Fange früh an zu lernen.
  • Nutze Synergieeffekte durch die Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung.
  • Erstelle eine Mindmap mit Themen des eigenen Projekts.
    • Was fällt dir noch zu den Begriffen ein? (z.B. REST zu SOAP, JSON zu XML)
    • Was sind mögliche Ergänzungen? (z.B. AJAX bei Webprojekt, Rich Client)
    • Was sind Gegensätze oder Alternativen zu den Begriffen? (z.B. Java vs. .NET, Web vs. Fat Client)
  • Sammle gemeinsam mit Kollegen/Ausbilder/Chef/Mitschülern Fragen und simuliere das Fachgespräch. Je mehr Hinweise du bekommst, desto besser.
  • Übe am besten die Projektpräsentation und direkt im Anschluss das Fachgespräch.
  • Übe die Formulierung der Antworten auf Standardfragen.
  • Lerne die Antworten nicht auswendig.
  • Steuere die Prüfer in die gewünschte Richtung.
  • Bleib ruhig. Die Prüfer sind meistens sehr nett. 😉

Fazit

Mit der richtigen Vorbereitung muss das Fachgespräch kein Grund zur Sorge sein. Im Gegenteil: Durch die Interaktivität des Gesprächs lassen sich kleine Fehler auch wieder ausbügeln oder Fragen zu nicht verstandenen Aufgaben stellen.

Letztlich sind die Prüfer auch nur Menschen und wollen den Prüflingen nichts Böses, sondern sie gut durch die Prüfung bringen. Aber wir erwarten auch ein fundiertes Fachwissen und gut vorbereitete Prüflinge! Also zack zack, an die Arbeit! 😀

Links

Weitere Infos zum Fachgespräch

Du suchst noch mehr Tipps rund um das Fachgespräch? Dann schau doch mal in diese Artikel- und Podcast-Kategorie: Alle Artikel rund um das Fachgespräch.

Kennst du schon meine Hörbücher zur Vorbereitung auf das Fachgespräch? Unter dasperfektefachgespraech.de kannst du sie herunterladen. In insg. über 10 Stunden gehe ich über 200 Fragen im Detail durch und gebe Tipps für die Beantwortung.

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Zusammenfassung

Welche Themen auf dich zukommen können

Für dein Fachgespräch als angehende:r Fachinformatiker:in Anwendungsentwicklung empfehle ich dir, dich auf die gesamte fachliche Breite deiner Ausbildung vorzubereiten. Welche Fragen gestellt werden, hängt vom Prüfungsausschuss und deinem Projekt ab. Eine verlässliche Vorhersage für deine konkrete Prüfung gibt es daher kaum.

Die hier beschriebenen Prüfungsbedingungen beziehen sich auf Mai 2016. Zu diesem Zeitpunkt wird das Fachgespräch mit 15 Minuten und einem Anteil von 25 Prozent an der Note für Teil A beschrieben. Als mögliche Inhalte kommen sämtliche Themen des Ausbildungsberufs infrage, auch über die im Abschlussprojekt eingesetzten Verfahren hinaus.

Über dein Projekt können Prüfer:innen zu weiterführenden Fragen gelangen. Wenn du beispielsweise ohne Datenbank gearbeitet hast, lässt sich trotzdem fragen, wie du eine passende Datenbank aufbauen würdest. Auch ein erwähnter Server mit RAID kann Nachfragen auslösen.

Als Anwendungsentwickler:in brauchst du allgemeines Wissen über Softwareentwicklung, das über die im Betrieb verwendete Programmiersprache hinausgeht. Kenntnisse über andere Technologien helfen dir dabei, fachliche Entscheidungen zu begründen.

Fachliche Grundlagen für deinen Lernplan

  • Programmierung: Bereite dich auf Fragen zu Datenstrukturen, Algorithmen und Schleifentypen vor. Du solltest erklären können, was Variablen, Arrays und Objekte sind und wie du einen Algorithmus umsetzt.
  • Objektorientierung: Dazu gehören Vererbung, Kapselung und Polymorphie sowie Interfaces, abstrakte Klassen und statische Bestandteile. Eine häufige Einstiegsfrage aus meinen Fachgesprächen lautet: "Was ist der Unterschied zwischen Klasse und Objekt?" Daran können sich Fragen zu Methoden und weiteren Konzepten anschließen.
  • Datenbankmodellierung: Wiederhole das Entity-Relationship-Modell und das Tabellenmodell. Bei der Normalisierung solltest du dein Vorgehen erklären können, einschließlich Fremdschlüsseln und dem Vermeiden von Anomalien.
  • SQL: Übe den Aufbau eines SELECT-Statements und das Erklären eines JOINs anhand eines kleinen Beispiels. SQL-Kenntnisse gehören auch dann zu deinem Fachwissen, wenn du mit einem objektrelationalen Mapper arbeitest.
  • Wirtschaftlichkeit: Kenne die Kosten deines Projekts und die Bestandteile eines Stundensatzes. Mögliche Fragen betreffen fixe und variable Kosten, Steuern oder Sozialabgaben. Auch Gehaltsabrechnung, Maschinenstundensatz und Betriebsabrechnungsbogen werden als Themen genannt.
  • Projektmanagement: Geh deine Stundenplanung durch und beschäftige dich mit Gantt-Diagrammen sowie weiteren Werkzeugen. Im Abschlussprojekt übernimmst du Aufgaben eines/einer Projektleiter:in und solltest diese Rolle erklären können.

Zu vielen dieser Bereiche habe ich eigene Episoden mit häufigen Fragen aufgenommen. Sie sind in den Shownotes verlinkt; eine eigene Folge zum Projektmanagement lag zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vor.

Dein Abschlussprojekt im Detail

Gehe deine Dokumentation vor der Prüfung erneut durch, auch wenn du sie bereits Wochen zuvor abgegeben hast. Während des Fachgesprächs solltest du deine Arbeit aus dem Gedächtnis erläutern können.

  • Fachbegriffe und Technologien: Erkläre sämtliche verwendeten Abkürzungen, Definitionen und Programmierkonstrukte. Das gilt ebenso für eingesetzte Frameworks, Entwurfsmuster und Diagramme, etwa MVC oder UML-Klassendiagramme. Du solltest wissen, welchen Zweck sie in deinem Projekt erfüllen.
  • Projektablauf: Halte dir deine Zeitplanung und dein Vorgehensmodell vor Augen. Bereite dich auf Fragen dazu vor, wie du einzelne Schritte umgesetzt hast.
  • Schnittstellen im Unternehmen: Überlege, wie deine Anwendung in den Betrieb eingebunden wurde und welche Anforderungen Benutzer:innen hatten. Dazu gehören auch Absprachen mit IT-Systemadministrator:innen, etwa beim Einrichten einer Datenbank, sowie mögliche Sicherheitsbedenken. Je nach Projekt können Datenschutzbeauftragte oder der Betriebsrat beteiligt sein. Als Beispiel wird eine Zeiterfassung genannt, bei der die Zustimmung des Betriebsrats relevant ist.
  • Technische Entscheidungen: Beschäftige dich mit anderen geeigneten Technologien und den Eigenschaften deiner gewählten Lösung. Als Beispiele werden verschiedene Webframeworks, JSON und XML sowie REST und SOAP genannt. Begründe deine Wahl anhand der Anforderungen des Projekts.
  • Quelltext: Prüfe jede Stelle, die du in der Dokumentation oder Präsentation zeigst. Auch alltäglich verwendete Konstrukte wie generische Listen oder Lambda-Ausdrücke solltest du genau erklären können. Bitte deinen/deine Ausbilder:in, dazu gezielt nachzufragen.

Häufig übersehene Themen

Neben den wirtschaftlichen Grundlagen werden einige Themen bei der Prüfungsvorbereitung häufig vergessen:

  • Datenschutz: Gemeint ist der Schutz personenbezogener Daten vor Missbrauch durch Dritte. Beschäftige dich damit auch bei kleinen Anwendungen und in kleinen Unternehmen.
  • Datensicherung: Kenne das Konzept von Backups. Sobald deine Anwendung Daten speichert, solltest du überlegen, wie sie nach einem Systemausfall wieder laufen kann und welche Rolle gesicherte Daten dabei spielen.
  • Datensicherheit: Bereite dich auf Fragen zu den konkreten Maßnahmen in deinem Projekt vor. Sicherheitsaspekte gehören bereits bei kleinen Anwendungen in die Architektur.
  • Usability: Beschäftige dich mit ergonomisch gestalteten Oberflächen und den dazugehörigen Normen. Mögliche Fragen betreffen auch die ISO-Nummer einer Norm. Suche Beispiele aus deinem Projekt, etwa einen nachvollziehbaren Aufbau der Oberfläche oder eine sinnvolle Reihenfolge beim Wechseln zwischen Eingabefeldern mit der Tab-Taste.

So bereitest du dich praktisch vor

Frühzeitig und regelmäßig lernen

Ich empfehle dir, mindestens ein Jahr vor der Abschlussprüfung mit dem regelmäßigen Lernen zu beginnen. Die Themen der schriftlichen Prüfung bilden zugleich eine Grundlage für das Fachgespräch. Wiederhole sie über längere Zeit, damit du sie auch Monate nach der schriftlichen Prüfung noch erklären kannst.

Eine Mindmap zum Projekt erstellen

Sammle zunächst alle Begriffe und Technologien aus deinem Projekt und ordne sie nach Themen. Ergänze anschließend verwandte Inhalte und weitere mögliche Lösungen. Zu einem Webprojekt könnten beispielsweise AJAX oder eine Rich-Client-Anwendung mit JavaFX hinzukommen.

Lass deinen/deine Ausbilder:in oder fachkundige Kolleg:innen auf die Mindmap schauen. Ihre Fragen und Ideen können Themen sichtbar machen, mit denen du dich bisher wenig beschäftigt hast.

Das Fachgespräch simulieren

Übe eine prüfungsähnliche Situation mit deinem/deiner Ausbilder:in. In meinem Betrieb hält jede:r IT-Azubi mindestens einmal die Projektpräsentation vor der gesamten IT-Abteilung. Anschließend dürfen die Kolleg:innen Fragen stellen.

Besonders hilfreich sind Fragen von Personen, die dein Projekt gerade zum ersten Mal kennengelernt haben. Dadurch entsteht eine Situation, wie sie auch im Prüfungsausschuss vorkommen kann. Lass dir anschließend Rückmeldung geben, ob deine Antworten fachlich korrekt und verständlich aufgebaut waren und welche Fachbegriffe du genauer einsetzen solltest. Auch anspruchsvolle Nachfragen lassen sich dabei üben.

Antworten laut formulieren

Sprich deine Antworten auf typische Fragen mehrfach laut aus. So bemerkst du unklare Formulierungen oder Sprünge in deiner Erklärung. Wenn du die Konzepte verstanden hast, kannst du sie frei in eigenen Worten erläutern und auf weitere Fragen eingehen.

Themen in der Präsentation platzieren

Durch Fachbegriffe oder gezielte Hinweise in deiner Präsentation kannst du Anknüpfungspunkte für das Fachgespräch schaffen. Dafür solltest du die betreffenden Inhalte sicher beherrschen. Welche Fragen der Ausschuss anschließend auswählt, bleibt seine Entscheidung.

Mit anspruchsvollen Fragen umgehen

Die ehrenamtlichen Prüfer:innen, die ich kenne, möchten dir eine faire Prüfung ermöglichen und deine beruflichen Fähigkeiten einschätzen. Schwierige Fragen können darauf hindeuten, dass du bereits eine gute Leistung zeigst und der Ausschuss dein Wissen genauer prüfen möchte. Bleib dabei ruhig und greife auf das zurück, was du vorher geübt hast.

Genannte Materialien und ergänzende Hinweise

  • Unter anwendungsentwicklerpodcast.de/63 findest du die Shownotes mit einer umfangreichen Liste möglicher Prüfungsthemen und den verlinkten Folgen zu häufigen Fachfragen.
  • Als Lektüre wird das Handbuch für Fachinformatiker:innen empfohlen.
  • Auf dasperfektefachgespräch.de stehen weitere Informationen zum Fachgespräch von mir.
  • Ein kurzer Projektname oder Codename erleichtert dir das Sprechen über dein Projekt während der Präsentation. Dazu habe ich einen Blogartikel mit Beispielen veröffentlicht.
  • Ein weiterer verlinkter Artikel behandelt Regeln für verständliche Commit-Messages, etwa bei Git oder SVN.
  • Über anwendungsentwicklerpodcast.de/newsletter bekommst du Zugriff auf Checklisten zum Abschlussprojekt und zur Projektpräsentation.
  • Wenn du deine Prüfung abgelegt hast, kannst du mir Rückmeldung geben, wie das Fachgespräch in deinem Prüfungsausschuss ablief.

Transkription der gesamten Episode

Automatisch erzeugte Transkription der Episode

[0:01] Hi, hier ist Stefan. In dieser Podcast-Episode geht es ums Fachgespräch.

[0:05] Wenn du noch mehr Informationen zum Fachgespräch von mir haben willst,

[0:08] dann schau doch mal auf meiner Website vorbei, dasperfektefachgespräch.de.

[0:14] Und jetzt wünsche ich dir viel Spaß mit der Podcast-Episode.

[0:19] Herzlich willkommen zum Anwendungsentwickler-Podcast,

[0:22] dem Podcast rund um die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung.

[0:26] In dieser Episode geht es um die Vorbereitung auf das Fachgespräch.

[0:30] Viel Spaß!

[0:37] Hallo und herzlich willkommen zur 63. Episode des Anwendungsentwickler-Podcasts.

[0:43] Mein Name ist Stefan Macke und heute geht es mal um ein Thema,

[0:47] was wieder viele Prüflinge wahrscheinlich bewegt,

[0:50] denn wir schreiben Ende Mai 2016 und bald geht es wieder auf die mündlichen Abschlussprüfungen zu.

[0:57] Vielleicht haben sogar schon die ein oder anderen Prüflinge gerade Prüfung.

[1:00] Bei mir ist es so Mitte Juni, also Juno 2016 der Fall.

[1:05] Und ich freue mich schon wieder, bin schon sehr gespannt auf die Projekte,

[1:08] was dieses Jahr wohl so umgesetzt wurde und wie die Prüflinge sich verkaufen.

[1:12] Besonders in der Präsentation, da habe ich ja letzte Woche schon drüber gesprochen.

[1:15] Und heute gehe ich mal so ein bisschen aufs Fachgespräch ein.

[1:18] Das ist ja was, wo viele Prüflinge auch so ein bisschen Bammel vorhaben,

[1:21] weil sie natürlich nie wissen, was für Fragen gestellt werden,

[1:23] was die Prüfer denn so als Ansatz nehmen, um ins Projekt zum Beispiel einzusteigen

[1:27] oder ob sie irgendwelche Fehler gefunden haben oder ob sie das ganze Projekt auseinandernehmen.

[1:31] Und da kommen ja die wildesten Geschichten immer zu Tage.

[1:33] Und deswegen habe ich heute mal so eine kleine Liste zusammengestellt,

[1:36] wie man sich vielleicht ein bisschen besser aufs Fachgespräch vorbereiten kann,

[1:40] damit man da jetzt nicht ganz so viel Angst haben muss.

[1:42] Angst muss man sowieso nicht haben.

[1:43] Prüfer sind alle immer ganz nett.

[1:45] Normalerweise, die wollen ja auch den Prüflingen nichts Böses,

[1:48] sondern wollen denen eigentlich meist helfen,

[1:49] auch gut durchs Fachgespräch und durch die Präsentation durchzukommen.

[1:52] Von daher, Angst ist eigentlich völlig fehl am Platze.

[1:54] Sicherlich sollte man sich vernünftig vorbereiten.

[1:56] Keine Frage.

[1:57] Und es kann natürlich auch mal sein, dass man ein bisschen härtere Fragen gestellt bekommt.

[2:00] Aber das sollte ja auch normal sein.

[2:02] Wenn man eine sehr gute Prüfung ablegen will,

[2:04] dann kriegt man natürlich auch jetzt nicht die absoluten Einstiegsfragen gestellt.

[2:07] Das sollte, glaube ich, klar sein.

[2:10] Man kann sich meiner Meinung nach allerdings ziemlich gut aufs Fachgespräch vorbereiten.

[2:13] Natürlich weiß man im Vorfeld nie, was die Prüfer da fragen werden.

[2:16] Das hängt immer vom Ausschuss ab.

[2:17] Keine Frage.

[2:18] Und man kann auch nicht so etwas sagen,

[2:19] wie es werden immer Sachen zum Projekt gefragt oder immer Objektorientierung

[2:22] oder immer Tabellen oder sonst irgendwas.

[2:24] Das ist definitiv nicht der Fall.

[2:25] Es ist immer auch so ein bisschen Glückssache

[2:27] oder hängt einfach auch von der Laune der Prüfer ab

[2:30] oder welche Prüflinge vorher dran waren,

[2:32] welches Thema das Projekt hatte und so weiter.

[2:34] Also da kann man jetzt nicht eine großartige Empfehlung geben,

[2:37] was sehr wahrscheinlich in genau deiner Prüfung drankommen wird.

[2:40] Das ist natürlich unmöglich.

[2:42] So eine Glaskugel, die habe ich hier leider nicht auf dem Schreibtisch stehen.

[2:44] Aber es gibt natürlich so ein paar Themenbereiche,

[2:47] auf die sollte man sich einfach immer vorbereiten,

[2:49] weil die grundsätzliche Wahrscheinlichkeit,

[2:51] dass dazu was gefragt ist, sehr, sehr hoch ist.

[2:53] Und die können wir heute mal so ein bisschen durchgehen

[2:55] und wir arbeiten einfach mal so die wichtigsten Punkte ab.

[2:58] Und zum Abschluss gibt es noch ein paar konkrete Tipps

[3:00] für die Vorbereitung auf das Fachgespräch.

[3:02] Fangen wir doch direkt mal an mit dem Inhalt für heute.

[3:05] Was sind denn überhaupt mögliche Themen im Fachgespräch?

[3:08] Da kann man eigentlich nur sagen,

[3:10] alles, was irgendwie mit deinem Beruf zu tun hat.

[3:12] Es gibt grundsätzlich keine Einschränkung der Themen des Fachgesprächs,

[3:15] dass man zum Beispiel nur gefragt werden darf,

[3:18] was man in seinem Projekt angewendet hat oder so.

[3:20] Das mag bei einigen IHKs und Prüfungsausschüssen vielleicht so gehandhabt werden,

[3:24] aber eine rechtliche Vorgabe zum Beispiel gibt es da nicht.

[3:27] Man kann also nirgendwo nachlesen, wo zum Beispiel steht,

[3:30] in einem Fachgespräch dürfen nur Prüfungsfragen bezogen auf das eigene Projekt gestellt werden.

[3:36] Das gibt es so nicht.

[3:38] Und selbst wenn man das irgendwo stehen hätte,

[3:40] könnten die Prüfer immer hintenrum auf ganz andere Themen kommen.

[3:43] Als Beispiel, wenn man in seinem Projekt keine Datenbank umgesetzt hat,

[3:47] kann man natürlich mit Bezug auf das Projekt fragen,

[3:49] was wäre denn, wenn Sie eine Datenbank angelegt hätten?

[3:52] Wie wären Sie denn da vorgegangen?

[3:54] Und schwupp ist man bei der allgemeinen Frage zum Beispiel nach der Normalisierung.

[3:58] Also selbst wenn es da irgendwelche Vorgaben gäbe,

[4:00] gäbe es sicherlich Möglichkeiten, das so zu umgehen,

[4:02] dass man trotzdem allgemeingültige Fragen stellen kann.

[4:05] Von daher bereite dich einfach auf alles vor, was da kommen kann.

[4:08] Du kannst dich also nicht hinter dem Projekt verstecken, sage ich mal,

[4:13] und sagen, ja, das hat doch mit meinem Projekt nichts zu tun,

[4:15] das dürfen Sie mich nicht fragen.

[4:16] Das ist völliger Quatsch.

[4:17] Du darfst alles gefragt werden.

[4:18] Und je nachdem, ob du eine gute oder eine schlechte Prüfung ablegen wirst oder möchtest,

[4:23] solltest du auch gut darauf vorbereitet sein

[4:25] und auch kein Problem damit haben,

[4:26] wenn die Prüfer dich nach was ganz anderem fragen,

[4:28] was du in deinem Projekt gar nicht eingesetzt hast.

[4:30] Wenn du mit einem sehr gut aus der Prüfung rausgehen willst,

[4:33] dann musst du dich darauf einstellen,

[4:35] dass du einfach zu allen Bereichen deines Berufs eine gute Antwort auf die Fragen geben kannst.

[4:39] Und da kann man jetzt also nicht erwarten,

[4:41] dass ein sehr guter Prüfling in seiner eigenen Nische,

[4:44] ich nehme immer gerne zum Beispiel SAP als Beispiel,

[4:47] weil das ist so die völlig eigene Welt, sage ich mal,

[4:50] wenn man sich da top auskennt, ist das sicherlich eine schöne Sache.

[4:53] Aber als allgemeine Anwendungsentwickler ist das vielleicht nicht ausreichend.

[4:56] Da muss man sich halt eben doch nochmal mit anderen Programmiersprachen vielleicht auseinandergesetzt haben,

[5:00] als vielleicht mit ABAP und auch mit dieser komischen Tabellenstruktur oder wie auch immer.

[5:04] Wie heißen die Dinger da noch?

[5:05] Transaktionen oder sowas, ja?

[5:07] Ich will gar nicht so SAP-Bashing betreiben,

[5:09] aber es ist halt schon, sage ich mal, eine Nischentechnologie.

[5:12] Und häufig habe ich den Eindruck,

[5:14] dass die SAP-Entwickler meinen, es gibt nichts anderes.

[5:17] Und das ist natürlich nicht der Fall.

[5:18] Es gibt sehr wohl was anderes.

[5:19] Das gilt aber auch genauso für Java- und .NET-Entwickler.

[5:22] Java-Entwickler, allein schon, dass ich mich als Java-Entwickler bezeichne, finde ich fragwürdig.

[5:26] Ich bin einfach ein Software-Entwickler und Java ist eigentlich nur ein Werkzeug.

[5:30] Und ich muss als Anwendungsentwickler, so heißt ja letztlich unser Ausbildungsberuf,

[5:34] Anwendungen entwickeln können.

[5:36] Und die Programmiersprache ist eigentlich dabei nur zweitrangig.

[5:38] Von daher ein bisschen darauf schauen,

[5:40] dass du auch allgemeingültige Sachen in der Prüfung beantworten kannst

[5:43] und nicht nur fokussiert auf deine Nische.

[5:46] Das reicht einfach nicht aus in der Praxis.

[5:48] Also zurück zur Frage, was kann nun gefragt werden?

[5:51] Kurze Antwort, alles.

[5:52] Alles, was irgendwie mit deinem Ausbildungsberuf zu tun hat.

[5:55] Das kann theoretisch sogar heißen, dass du mal was zu RAID gefragt werden könntest,

[6:00] obwohl das mit Anwendungsentwicklung natürlich nichts zu tun hat.

[6:02] Die Chance halte ich für relativ gering.

[6:04] Ich persönlich würde das auch nicht machen.

[6:06] Ich gehe natürlich dann eher in den Bereich Anwendungsentwicklung.

[6:08] Aber solltest du zum Beispiel in deinem Projekt irgendwas dazu geschrieben haben,

[6:12] dass du das Programm deployed hast auf einem hochverfügbaren Server mit RAID-XY drin,

[6:17] dann könnte es natürlich sein, dass die Prüfer da mal nachhaken.

[6:20] Denn wenn du schon so etwas selber benutzt hast,

[6:23] warum soll man dann nicht auch mal dazu fragen können,

[6:25] ob du es wirklich verstanden hast?

[6:27] Aber grundsätzlich sind alle Themengebiete deiner Ausbildung möglich.

[6:31] Schau doch einfach mal in die Shownotes zu der Episode heute.

[6:34] Das ist wie immer anwendungsentwicklerpodcast.de

[6:37] slash 63 für die 63. Episode.

[6:40] Und da habe ich meine beliebte Liste aller Themengebiete der Prüfung verlinkt.

[6:45] Da habe ich jetzt über die letzten Jahre immer so ein paar Themengebiete hinzugefügt.

[6:49] Die ist ziemlich lang inzwischen.

[6:51] Und da gibt es einfach mal einen schönen Überblick,

[6:53] was es denn für potenzielle Themen überhaupt gibt

[6:55] und woran man vielleicht bei der Prüfungsvorbereitung denken muss

[6:59] und was man alles so können muss.

[7:01] Weitere gute Lektüre dafür ist natürlich das Handbuch für Fachinformatiker,

[7:04] das ich jetzt auch in zahlreichen Podcast-Episoden hier als Buchclub durchgehe.

[7:08] Das kann man eigentlich auch von vorn bis hinten lesen.

[7:10] Und da steht auch noch einiges drin, was man für die Prüfung sicherlich anführen kann.

[7:14] Grundsätzlich würde ich sagen, die Themen kann man nicht einschränken.

[7:17] Genauso wenig wie für die schriftliche Prüfung.

[7:19] Also für das Fachgespräch solltest du dich genauso vorbereiten wie für die schriftliche Prüfung,

[7:23] denn die Themen, die da dran kommen können, sind im Prinzip dieselben.

[7:27] Das Schöne ist, du hast dich ja für die schriftliche Prüfung wahrscheinlich schon auf die ganzen Themen vorbereitet,

[7:31] sonst hättest du die wahrscheinlich nicht bestanden.

[7:33] Von daher musst du jetzt also nicht nochmal von vorne anfangen für die mögliche Prüfung.

[7:36] Wichtig ist nur, du solltest nicht unterschätzen,

[7:38] die Zeit, die zwischen der schriftlichen und der möglichen Prüfung liegt,

[7:41] das heißt nicht, dass du die ganzen Sachen noch im Kopf hast.

[7:44] Also ich kenne viele Prüflinge, die, sag ich mal, kurz vor der Prüfung nochmal so ein Binge-Learning machen

[7:49] oder wie man das heute nennt, eine Bulimie lehren, alles rein und nach der Prüfung ist es raus.

[7:53] Das hilft dir genau in diesem Fall jetzt leider nicht, denn für das Fachgespräch,

[7:56] was durchaus mal zwei Monate nach der schriftlichen Prüfung liegen kann,

[8:00] hilft dir das natürlich nicht weiter, wenn die ganzen Inhalte jetzt wieder verloren sind.

[8:03] Von daher auch nochmal die Empfehlung, falls du das hier hörst und noch nicht im dritten Ausbildungsjahr bist,

[8:07] fang früh genug an zu lernen, damit die Inhalte auch langfristig sich bei dir einprägen

[8:12] und nicht einfach nur eine Woche nach der Prüfung gleich wieder verloren sind.

[8:15] Das wäre kontraproduktiv, denn du musst die Antwort natürlich auch noch im Fachgespräch drauf haben.

[8:20] Was halt durchaus in unserem Fall, ja, wann war die Prüfung jetzt?

[8:23] Ja, das ist gut zwei, zweieinhalb Monate nach der schriftlichen Prüfung erst.

[8:28] Gut, aber wir gehen jetzt nochmal vielleicht ein paar wahrscheinliche Themen durch,

[8:32] denn die Riesenliste aller Themen, das ist natürlich was,

[8:34] da wird es schwierig, sich im Fachgespräch nochmal gesondert darauf vorzubereiten,

[8:39] weil es einfach so viele Themen sind, das kann man jetzt nicht nochmal eben alles durchballern.

[8:43] Das geht einfach nicht.

[8:44] Deswegen sollte man vielleicht ein bisschen so einen Fokus setzen und ich habe das mal so ein bisschen unterteilt,

[8:48] einmal in Standardthemen, in Themen aus dem eigenen Abschlussprojekt und in häufig vergessene Themen.

[8:53] Und diese drei Bereiche gehen wir mal kurz durch, denn ich glaube, dass es relativ wahrscheinlich ist,

[8:58] dass so gewisse Standardthemen, die eigentlich für alle Anwendungsentwickler immer relevant sind,

[9:03] gefragt werden in der Prüfung.

[9:04] Und das sind im Groben eigentlich die Programmierung, die Objektorientierung, Datenbankmodellierung,

[9:09] SQL, Wirtschaftlichkeit und irgendwann mit Projektmanagement.

[9:12] Das sind so die relativ wahrscheinlichen Themen, auf die ich mich unbedingt vorbereiten würde.

[9:18] Wenn du davon eins weglässt, glaube ich, ist die Chance recht hoch,

[9:21] dass du dann eine Lücke hast nachher im Fachgespräch.

[9:24] Das Schöne ist, ich habe zu all diesen Bereichen schon mal eine Podcast-Episode aufgenommen

[9:28] mit häufigen Fragen im Fachgespräch.

[9:30] Die kannst du dir einfach anhören, sind in den Shownotes natürlich verlinkt.

[9:33] Das Einzige, wo ich noch nichts zugemacht habe, ist Projektmanagement.

[9:36] Das kommt vielleicht nochmal später, wenn ich Lust dazu habe.

[9:39] Denn ich bin ganz ehrlich, ich habe natürlich auch lieber Bock, ein paar technische Themen zu machen

[9:44] und Projektmanagement und Wirtschaftlichkeit, ja, das muss jeder können.

[9:47] Keine Frage, das muss ich auch hier so sagen.

[9:49] Aber das heißt ja nicht, dass ich mich in meiner Freizeit nochmal damit auseinandersetzen muss.

[9:53] Also du musst ja für die Prüfung lernen, guck es dir auf jeden Fall an.

[9:56] Vielleicht mache ich irgendwann nochmal einen Podcast, wenn ich da Lust zu habe.

[9:59] Aber die wichtigen Themen, das sind erstmal die technischen.

[10:02] Denn das hast du normalerweise auch in deinem Abschlussprojekt angewendet.

[10:05] Du hast sicherlich irgendwas programmiert, vielleicht auch irgendwie eine Datenbank modelliert oder abgefragt.

[10:10] Und dein Projekt wird sicherlich auch wirtschaftlich gewesen sein, hoffentlich.

[10:13] Sonst hättest du es nicht umgesetzt.

[10:15] Zu diesen Themen, wie gesagt, gibt es separate Podcast-Episoden.

[10:18] Schauen wir mal die einzelnen Themen kurz durch und mit ganz grobem Überblick nochmal,

[10:21] was da vielleicht gefragt werden könnte.

[10:23] Programmierung ist halt der Klassiker.

[10:25] Was gibt es für Datenstrukturen?

[10:27] Wie setzen sich Algorithmen zusammen?

[10:29] Welche Schleifentypen gibt es?

[10:31] Was ist Unterschied zwischen Variable, Array und Objekt oder wie auch immer?

[10:35] Solche klassischen Sachen kann man da gefragt werden und die sollte man auch gut beantworten können.

[10:39] Das ist, sage ich mal, alles, was so Basics der Programmierung betrifft.

[10:43] Wie kriege ich überhaupt einen Algorithmus umgesetzt?

[10:46] Nächster großer Bereich ist sicherlich die Objektorientierung.

[10:49] Immer noch das beherrschende Programmierparadigma heutzutage,

[10:52] obwohl die funktionale Programmierung natürlich immer stärker wird

[10:55] und auch viele objektorientierte Sprachen funktionale Einflüsse inzwischen haben.

[10:58] Dennoch ist sicherlich ein Kerninhalt der Prüfung zum Einbringungsentwickler die Objektorientierung.

[11:03] Und da geht es dann um die Vererbung, um die Kapselung, um die Polymorphie, um Interfaces,

[11:06] abstrakte Klassen, Statik, alles, was einem dazu so einfallen kann.

[11:11] Schaut doch einfach mal in die entsprechenden Podcast-Episode,

[11:14] denn sind schon mehrere, weil das Themengebiet einfach so enorm umfangreich ist.

[11:18] Und hier wäre halt so meine klassische Frage, die wir eigentlich in jedem Fachgespräch stellen.

[11:23] Was ist der Unterschied zwischen Klasse und Objekt?

[11:25] Und es ist erstaunlich, wie viele Prüflinge diese Frage nicht vernünftig beantworten können.

[11:30] Ich bin immer wieder erstaunt, ehrlich, wenn ich Prüflinge da sitzen habe,

[11:34] die teilweise also wirklich die wildesten Sachen da erzählen,

[11:37] obwohl das das absolute Basiswissen ist.

[11:40] Und daran kann man eigentlich schön ableiten, auch direkt als Prüfer,

[11:42] hat der oder diejenige, die da oder der da gerade vor einem steht oder sitzt,

[11:46] überhaupt irgendeinen Schimmer, was eigentlich los ist in der Softwareentwicklung.

[11:50] Denn wer das nicht erklären kann, das ist so ein Basiswissen für mich einfach.

[11:55] Ich weiß eigentlich schon, wenn ich jetzt noch zwei, drei Nachfragen stelle,

[11:59] da kommt dann fast nichts mehr.

[12:00] Von daher bereite dich auf solche Sachen einfach vor.

[12:02] Die Frage ist eigentlich einfach zu beantworten, wenn du das Konzept verstanden hast.

[12:06] Und das ist auch eine schöne Einstiegsfrage,

[12:08] weil du darüber eigentlich 15 Minuten lang einen Monolog halten kannst,

[12:12] über diese Einstiegsfrage.

[12:13] Du kannst Objekte erklären, Klassen erklären, was für Bestandteile Klassen haben.

[12:17] Dann bist du bei Methoden, dann hast du Vererbung, Polymorphie,

[12:19] diesen ganzen Schnickschnack kann man daran quasi runterrattern.

[12:22] Wenn du dich darauf vernünftig vorbereitest,

[12:24] dann ist dir eine sehr gute Prüfung eigentlich schon fast sicher,

[12:28] aus, sagen wir mal, wenn du die anderen Bereiche,

[12:31] die du vielleicht auch noch gefragt wirst, auch noch zusätzlich gut drauf hast natürlich.

[12:36] Dann haben wir Datenbankmodellierung, also alles, was mit Entity Relationship Model zu tun hat,

[12:40] Tabellenmodell, insbesondere natürlich Normalisierung.

[12:43] Das heißt, wie gehst du vor, wenn du deine Tabellen erstellst,

[12:45] Fremdschlüssel, Anomalien verhindern und so weiter und so fort.

[12:49] Alles, was irgendwie mit Datenbank zu tun hat,

[12:51] das sollte auch in- und auswendig sitzen bei dir.

[12:54] Auch dazu habe ich mehrere Podcast-Episoden schon aufgenommen.

[12:56] Hör da auf jeden Fall nochmal rein.

[12:58] SQL ist genau das Gleiche.

[13:00] Wenn du Datenbank modellieren kannst, solltest du sie auch abfragen können.

[13:04] Und SQL kann durchaus mal sein,

[13:06] dass man in der Prüfung mal so ein Select Statement aufsagen muss, in Anführungszeichen.

[13:10] Also wie ist das aufgebaut?

[13:12] Oder anhand eines kleinen Mini-Beispiels mit zwei Tabellen mal so ein Join erklären muss oder sowas.

[13:16] Es ist einfach so prominent, dass SQL, das brauchst du eigentlich unabhängig von irgendeiner Programmiersprache,

[13:22] fast in jedem Programm, wenn du irgendwas mit Datenbank machst,

[13:25] außer wenn du irgendwie objektrelationalen Mapper benutzt.

[13:27] Okay, aber auch das enthebt dich eigentlich nicht von der Verantwortung, SQL zu können.

[13:31] Das ist Brot und Butter jedes Anwendungsentwicklers, meiner Meinung nach

[13:34] und auch der Meinung vieler Prüfer nach.

[13:36] Von daher würde ich das auf jeden Fall nochmal vorbereiten für die Abschlussprüfung.

[13:40] Bereich Wirtschaftlichkeit, keine Frage.

[13:42] Da kann man auch sehr gute Prüflinge schnell mit runterziehen,

[13:48] denn wir haben oft viele gute technische Prüflinge, die haben was ganz Tolles programmiert

[13:53] und Datenbank noch und nöcher erzeugt und Mockups und richtig tolle Sachen.

[13:58] Und wenn man die dann fragt, wie teuer war denn das Projekt, dann kommt da nichts.

[14:02] Oder der Stundensatz von 130 Euro für den Azubi, was steckt denn da so drin?

[14:07] Ist das nicht ein bisschen teuer?

[14:08] Und dann fragt man mal nach fixen, variablen Kosten und dann kommt nichts.

[14:11] Oder welche Steuern sind denn so zu zahlen?

[14:13] Oder welche Sozialabgaben gibt es denn in Deutschland?

[14:15] Und wenn da dann wirklich nichts darüber kommt, dann ist das ansonsten sehr gute Fachgespräch,

[14:20] leider kein sehr gut mehr, weil es halt einfach zentrale Ausbildungsinhalte sind.

[14:23] Also Wirtschaftlichkeit, leider, in Anführungszeichen, musst du dich auch damit auseinandersetzen.

[14:29] Das ist Teil jeder Ausbildung in Deutschland und das musst du einfach beherrschen.

[14:33] Hör dir gerne nochmal meine beiden Episoden dazu an, zum Stundensatz insbesondere und zur Gehaltsabrechnung.

[14:38] Da gehe ich das alles nochmal im Detail durch.

[14:40] Und ansonsten zum Projektmanagement, das wäre jetzt so der Ansatz, wo man dann zu deinem konkreten Projekt vielleicht was fragt.

[14:45] Also wie hast du die Stundenplanung gemacht?

[14:47] Oder was ist ein Gantt-Diagramm?

[14:49] Was gibt es noch für Werkzeuge?

[14:50] Vielleicht welche Aufgaben hat der Projektleiter?

[14:52] Und so weiter.

[14:53] Das ist natürlich alles das, was auch wichtig ist.

[14:55] Denn normalerweise bin ich ja nicht einfach jemand, der da rumsitzt und vor sich hin programmiert

[15:00] oder Aufgaben von jemand anderem vorgegeben bekommt,

[15:02] sondern gerade bei deinem Projekt hast du ja eigentlich auch die Rolle des Projektleiters inne

[15:06] und sollst zeigen, dass du auch so etwas machen kannst.

[15:08] Und deswegen darf und muss natürlich auch eigentlich in der Prüfung dazu irgendwas gefragt werden.

[15:13] Also bereite dich auch darauf nochmal vor.

[15:15] Ja, das wären so meine Standardthemen, sage ich mal.

[15:19] Da finde ich sehr wahrscheinlich, dass da irgendwas von drankommt aus diesen Bereichen.

[15:23] Aber es gibt natürlich auch noch den großen Bereich deines eigenen Abschlussprojekts.

[15:27] Das ist natürlich auch ein guter Einstiegspunkt in das Fachgespräch, keine Frage.

[15:31] Ich hatte schon gesagt, es wird nicht so sein, dass sich die Fragen ausschließlich auf dein Projekt beziehen oder beziehen müssen.

[15:37] Aber man kann natürlich, um einfach so ein Fachgespräch auch locker zu eröffnen, aus dem Projekt irgendwelche Sachen nehmen.

[15:43] Denn das nimmt vielleicht sehr aufgeregten Prüflingen auch so ein bisschen die Anspannung.

[15:47] Die Prüflinge können erstmal was zu ihrem Projekt erzählen.

[15:50] Jetzt haben sie auch selber umgesetzt, da kennen sie sich mit aus.

[15:52] Und das hat noch nicht so den Anschein einer harten Prüfung, sage ich mal.

[15:56] Von daher steigt man immer gerne damit ein.

[15:58] Und man kann aber auch trotzdem schon Fragen, sage ich mal, nach Fakten oder so was oder nach bestimmtem Wissen, nach Hintergrundwissen, damit, sage ich mal, verwurschteln oder darin unterbringen.

[16:08] Denn über das Projekt, wo sich der Prüfling hoffentlich gut auskennt, komme ich halt relativ schnell zum Beispiel zu sowas wie Anwendungsarchitektur oder die eigene Datenbank, wie die erstellt wurde.

[16:17] Dann bin ich halt bei Normalisierung, bei MVC-Pattern und so weiter und so fort.

[16:21] Und hier habe ich jetzt ein paar ganz konkrete Tipps, worauf du dich auf jeden Fall vorbereiten musst fürs Fachgespräch.

[16:28] Und das ist alles das, was du in deinem Projekt verwendet hast.

[16:31] Und ich meine alles. Punkt.

[16:34] Insbesondere sind das alle verwendeten Fachbegriffe, zum Beispiel Definitionen oder Abkürzungen, irgendwelche Pattern, die du benutzt hast, Programmierkonstrukte, wie auch immer.

[16:44] Technologien, die du eingesetzt hast, also objektrelationale Mapper, MVC-Pattern, irgendwelche Modelle, UML-Klassendiagramme, was auch immer.

[16:52] Alles, was du benutzt hast, musst du in- und auswendig kennen.

[16:55] Denn alles, was du benutzt hast, da müssen wir davon ausgehen, dass du auch weißt, was du da getan hast.

[16:59] Und wenn du einfach nur irgendein Diagramm gezeichnet hast, weil die Kollegen das auch machen und du hast überhaupt nicht verstanden, wie das funktioniert und was der Sinn dahinter ist, das geht nicht.

[17:07] Und das kommt im Fachgespräch natürlich auch relativ schnell zu Tage.

[17:09] Da stellt man ein, zwei Nachfragen und dann sieht man, ob du es wirklich verstanden hast oder ob du es einfach nur gemacht hast, weil irgendwo im Internet in so einer Word-Vorlage für die IT-Berufe stand, hier muss noch ein Klassendiagramm eingefügt werden.

[17:20] Also bitte den eigenen Verstand anschalten und nur die Sachen benutzen, die auch sinnvoll sind und die du auch beherrschst.

[17:26] Ansonsten findet man schnell heraus, dass das eigentlich alles mehr Schein als Sein ist, was du da vorstellst.

[17:32] Dann geht es natürlich weiter mit Details zum Projektablauf, zum Beispiel deiner Zeitplanung, deinem Vorgehensmodell und so weiter.

[17:38] Nicht unterschätzen, die Abgabe der Projektdokumentation könnte auch schon ein paar Wochen her sein, wenn du das Fachgespräch hast und du solltest dir dein Projekt nochmal im Detail vorher angucken.

[17:47] Wenn du nicht mehr genau weißt, was du in deinem Projekt gemacht hast, macht das überhaupt gar keinen guten Eindruck.

[17:53] Das kann ich dir so schon mal sagen.

[17:55] Also im Fachgespräch sowas zu sagen wie, oh, da muss ich jetzt selber nochmal in die Doku gucken, das weiß ich gar nicht mehr, das kommt nicht gut an.

[18:02] Du sollst an diesem Tag der möglichen Prüfung dein Projekt vorstellen.

[18:05] Du präsentierst es ja sogar gerade selber und da sollte man davon ausgehen, dass du deine eigene Arbeit noch so im Kopf hast, dass du dazu Fragen beantworten kannst.

[18:13] Also alles nochmal im Detail angucken und gut erklären können.

[18:16] Dann hast du natürlich vielleicht auch Schnittstellen des Projekts gehabt, also fachliche, technische Schnittstellen.

[18:21] Da fragen wir auch immer sehr gerne nach, denn wir existieren eigentlich nicht in so einem Vakuum, so in unserer kleinen Blase und programmieren da was vor uns hin,

[18:29] sondern wir müssen unsere Anwendung ja auch irgendwie ins Unternehmen integrieren.

[18:32] Da gibt es vielleicht sogar diese doofen Benutzer, die die Anwendung nachher verwenden wollen.

[18:36] Die haben vielleicht noch irgendwelche Anforderungen oder die bösen IT-Systemadministratoren, die uns vielleicht die Datenbank nicht einrichten wollen und so.

[18:43] Und diese Schnittstellen, das ist nun mal tägliche Arbeit, mit denen müssen wir umgehen können als Anwendungsentwickler.

[18:49] Und dazu solltest du natürlich auch Fragen beantworten können.

[18:51] Beispiel, wie ist das gelaufen mit der Datenbank?

[18:54] Hat der Admin die angelegt oder konnten sie das selber machen?

[18:57] Gab es da irgendwelche Sicherheitsbedenken?

[18:59] Musste vielleicht der Datenschützer da noch mit ins Boot geholt werden oder sogar der Betriebsrat vielleicht?

[19:03] Du glaubst gar nicht, wie viele Projekte ich schon gesehen habe, wo es irgendwie um Zeiterfassung ging und da wurde kein einziges Wort in Richtung Betriebsrat verloren.

[19:10] Obwohl das definitiv zustimmungspflichtig ist durch den Betriebsrat.

[19:14] Also über solche Sachen musst du dir auch Gedanken machen.

[19:18] Dann wird häufig auch vergessen tatsächlich, aber der Punkt kommt gleich noch, häufig vergessene Themen.

[19:23] Aber was habe ich gerade schon angeschnitten?

[19:25] Quasi Datenschutz und Datensicherheit.

[19:26] Das gilt für jedes Projekt heutzutage.

[19:28] Da muss man sich unbedingt Gedanken drüber machen.

[19:30] In Zeiten von Cloud-Computing und irgendwelchen riesen Hacks, wo tausende Benutzerdaten oder Millionen Benutzerdaten verloren gehen.

[19:36] Da solltest du auch bei deiner kleinen Intranet-Anwendung dir Gedanken machen über Datenschutz und Sicherheit.

[19:41] Denn wo kommen diese ganzen Daten-Lags her?

[19:43] Dadurch, dass wahrscheinlich die Entwickler sich keine Gedanken gemacht haben.

[19:46] Und warum haben sie das nicht gemacht?

[19:48] Vielleicht haben sie einfach in ihren kleinen Projekten gesagt, auch brauchen wir nicht.

[19:51] Und dann wird aus dem kleinen Projekt auf einmal ein Riesenprojekt.

[19:53] Und dann ist es zu spät, Datenschutz oder Sicherheit noch zu berücksichtigen.

[19:56] Beziehungsweise man hinterlässt dann halt irgendwelche Lücken, weil man halt zentrale Aspekte in der Architektur gar nicht berücksichtigt hat zum Beispiel.

[20:03] Von daher auch bei kleinen Projekten schon auf solche Sachen achten.

[20:06] Und gerade wir in Deutschland mit dem sehr restriktiven Datenschutzgesetz unbedingt noch mal drauf gucken, ob du da in irgendeiner Weise besser hättest, was berücksichtigen müssen.

[20:15] Dann kannst du dir auch schön die Alternativen zu deinen eingesetzten

[20:19] Technologien anschauen. Ich hatte gerade schon gesagt, so die Nische, wenn ich mit

[20:23] Java und meinetwegen AngularJS ein Frontend gebaut habe, dann würde ich zum

[20:27] Beispiel durchaus die Frage erwarten, wieso haben sie es denn nicht mit Ruby

[20:31] on Rails und EmberJS gemacht. Wir leben eigentlich nicht in unserer kleinen

[20:35] Nische und dürfen nur, ja sag ich mal, also nicht links und rechts gucken, so

[20:39] Scheuklappen aufhaben und wir haben das schon immer mit Java und Angular gemacht

[20:43] und wir wissen eigentlich gar nicht, dass es noch was anderes gibt und ob das

[20:45] vielleicht sogar besser ist als meine eigene Technologie. Von daher kann ich in

[20:49] so einem Fachgespräch durchaus auch davon ausgehen, dass mal jemand fragt,

[20:52] warum haben sie es nicht mit Technologie X gemacht, die ist doch viel besser und

[20:56] dann gibt es einfach eine schöne Diskussion darüber, vorausgesetzt man

[20:59] kennt sich mit der Technologie auch aus und weiß, was die Vor- und Nachteile sind,

[21:02] zum Beispiel der einzelnen Frameworks. Wenn man sich damit noch nie beschäftigt

[21:05] hat, weil man immer nur das macht, was man immer gemacht hat, dann wird es

[21:08] schwierig und das ist natürlich dann kein schönes Fachgespräch, wenn die

[21:11] Antwort ist, wenn die Antwort auf die Frage, warum haben sie das so gemacht, ist,

[21:14] ja, weil wir es immer schon so gemacht haben.

[21:16] Das soll nicht dabei rauskommen im Fachgespräch. Also was könnte es da für

[21:20] Alternativen geben? Irgendwelche Web-Frameworks vielleicht für die

[21:23] eigene Programmiersprache sogar, wenn es zwei, drei Alternativen gibt, einfach mal

[21:26] angucken, was hätte man denn noch nehmen können oder was weiß ich, bei Web-

[21:29] Services JSON oder XML gegenüberstellen. Ich habe es mit JSON gemacht, warum nicht

[21:33] mit XML zum Beispiel? Oder Web-Services, wenn wir schon dabei bleiben, alle machen

[21:37] heute REST, ich habe meinen aber noch mit SOAP umgesetzt. So warum? Warum habe

[21:41] ich es nicht mit REST gemacht? So das sind Fragen, die kann ich durchaus

[21:44] erwarten in einem Fachgespräch. Und was natürlich immer eine schöne Frage ist

[21:49] im Fachgespräch, nennen Sie doch mal die Vor- und Nachteile zum Beispiel der

[21:52] eingesetzten Technologien. Das zeigt nämlich, dass man sich damit

[21:55] auseinandergesetzt hat und nicht der Meinung ist, dass das, was man einsetzt,

[21:58] nur Vorteile hat und dass es nichts besseres gibt als das.

[22:00] Ja, jede Technologie hat irgendwie auch Nachteile. Es gibt nicht die perfekte

[22:05] Technologie, die alles gut kann. Es gibt auch nicht die perfekte

[22:08] Programmiersprache, mit der ich alles umsetzen kann. Jede Programmiersprache

[22:11] hat ihre Vor- und Nachteile und damit muss ich mich für so ein Fachgespräch

[22:14] auch auseinandersetzen. Ich erwarte von einem sehr guten Prüfling, dass er auch

[22:18] so ein bisschen auf eine, ich sag mal, Meta-Ebene gehen kann und auch so ein

[22:21] bisschen Technologien abgrenzen kann, Vor- und Nachteile nennen kann und auch

[22:25] eine Auswahl treffen kann. Ja, dass er also beim nächsten Projekt nicht einfach

[22:29] sagt, ich nehme das, was ich schon immer benutzt habe, weil ich es gut kenne,

[22:31] sondern dass er die Wahl auch hat zwischen verschiedenen Technologien und auch entscheiden

[22:36] kann, warum er sich für eine bestimmte Technologie dann eben, ja, entscheidet.

[22:40] Und zuletzt, dringender Tipp, schau noch mal deinen Quelltext durch. Wenn du Quelltext-Beispiele

[22:47] hast in der Doku oder auch in der Präsi, achte darauf, dass du jedes Fitzelchen,

[22:50] was du da benutzt, auch erklären kannst. Mein bestes Beispiel ist jetzt gerade in

[22:55] moderneren Programmiersprachen, wo vielleicht auch mal ein Lambda-Ausdruck drin ist oder auch

[22:59] in uralten Programmiersprachen, wo einfach generische Klassen wie Listen drin sind,

[23:02] ja, die gibt es schon seit Jahren und die benutzt eigentlich jeder, jeden Tag. Das Problem ist nur,

[23:07] dass viele Prüflinge das trotzdem nicht erklären können, was eigentlich eine generische Klasse ist,

[23:10] obwohl sie jeden Tag damit arbeiten. Und sowas geht nicht. Also, wenn du Sprachkonstrukte einsetzt,

[23:14] dann musst du die auch perfekt verstanden haben. Alles andere ist bescheuert und wird im

[23:19] Fachgespräch auch definitiv negativ ausgelegt. Also, schau auf jeden Fall deinen Quelltext durch

[23:23] und wenn du irgendeine Klammer nicht so richtig verstehst oder einen Lambda-Ausdruck zwar von

[23:27] Namen her kennst und den einfach benutzt, aber gar nicht genau erklären kannst, was er ist,

[23:31] dann recherchiere das nochmal und übe am besten diese Sachen auch mit deinem Ausbilder oder der

[23:36] Ausbilderin. Die lass am besten nochmal danach fragen, sodass du solche Sachen auch wirklich

[23:41] detailliert und korrekt auch erklären kannst. So, letzter Block jetzt zu den wahrscheinlichen

[23:48] Fragen und zwar häufig vergessene Themen. Das sind so meine Klassiker, weil wenn ich sowas dann

[23:53] frage im Fachgespräch, dann gucken die meisten Prüflinge immer so, wieso kommt denn sowas jetzt

[23:57] dran, hat doch nichts mit meinem Projekt zu tun und oh Gott, hat auch nichts mit Programmierung

[24:00] zu tun, wie kann das sein? Ist ja unfair, sowas gefragt zu werden, so nach dem Motto,

[24:04] so sieht das manchmal aus. Nee, ist nicht unfair, das sind ganz normale Themen, die für so gut wie

[24:10] alle Projekte relevant sind, die aber einfach immer vergessen werden, weil irgendwie der Fokus

[24:15] woanders drauf gelegt wird oder ich weiß nicht, ist nicht wichtig oder habe ich nie gelernt oder

[24:20] solche Sachen kommen immer. Machen wir bei uns im Unternehmen nicht, haben wir in der Berufsschule

[24:24] nicht gehabt. Ja, das sind tolle Ausreden, hilft aber nichts, wenn ich dann im Fachgespräch danach

[24:28] gefragt werde. Also, ein paar Themen, die sehr häufig vergessen werden von den Prüflingen.

[24:32] Wirtschaft muss auf Nummer eins stehen. Stundensatz, Gehaltsabrechnung, Sozialversicherung und so weiter.

[24:37] Fixe Kosten, Variable Kosten, Maschinenstundensatz, Betriebsabrechnungsbogen, solche Dinge gehören zum

[24:43] Beruf dazu, die musst du können und da gibt es auch keine Ausrede. Darauf musst du dich vorbereiten,

[24:47] Punkt. Nächstes Thema, Datenschutz. Da kommt dann häufig die Aussage, ja, meine Anwendung,

[24:53] da ist das nicht relevant, brauchen wir nicht. Datenschutz, wir haben auch keinen Datenschutz

[24:56] beauftragt, wir sind viel zu klein und so viermal, das sind nur fünf Leute, Datenschutz ist nicht

[25:00] relevant für uns. So, das geht gar nicht. Also, sobald du sowas in der Prüfung sagst,

[25:04] ja, da kannst du schon auf die Nachfragen bauen, die dann jetzt direkt im Anschluss kommen werden.

[25:09] Das ist einfach nicht in Ordnung. Du musst als Anwendungsentwickler dich mit dem Datenschutz

[25:12] auseinandersetzen. Nur weil deine konkrete Anwendung das vielleicht wirklich nicht

[25:16] berücksichtigen muss, heißt das nicht, dass du dich damit nicht auskennen musst. Das ist ein

[25:20] hochsensibles Thema, was uns alle in der Anwendungsentwicklung betrifft. Du siehst das

[25:24] jeden Tag bei irgendwelchen neuen Skandalen, wo irgendwelche Daten nach draußen gehen. Das musst

[25:29] du einfach draufhaben. Von daher, setz dich damit auseinander. Wenigstens mal eine Definition von

[25:34] Datenschutz. Das kriegen schon die wenigsten Prüflinge hin. Was ist der Datenschutz? Der

[25:39] Schutz der personenbezogenen Daten vor Missbrauch durch Dritte. Das hat nichts mit Datensicherung

[25:46] und Datensicherheit zu tun. Das ist was völlig anderes. Das sind zwar auch Themen, die jetzt noch

[25:51] auf der Liste stehen bei mir, aber diese drei Themen haben erstmal nichts miteinander zu tun

[25:55] und sollten sauber abgegrenzt werden können. Deswegen machen wir direkt eine Liste weiter.

[25:58] Datensicherung, auch genannt Backup übrigens, sagen auch viele Anwendungsentwickler,

[26:03] ja muss ich mich darum kümmern. Dafür haben wir ja die Admins, die kümmern sich darum. Die machen

[26:07] dann so ein Backup und dann passiert ja nichts mit meiner Anwendung. Nö, da musst du dir auch mal

[26:11] Gedanken darüber machen. Du bist dafür verantwortlich, dass deine Anwendung sauber

[26:15] läuft und dass sie auch morgen noch läuft und wenn das System abraucht, dass sie am Tag darauf

[26:20] dann wieder läuft. Darüber musst du dir schon mal Gedanken machen, wenn du denn eine Anwendung

[26:23] programmiert hast, die in irgendeiner Weise Daten speichert, zum Beispiel in der Datenbank.

[26:26] Ansonsten kannst du das tatsächlich für dein Projekt vernachlässigen. Trotzdem solltest du

[26:31] dich mit dem Konzept von Backups zum Beispiel auch auskennen und auch durchaus Fragen in der

[26:36] Prüfung beantworten können. Und das Letzte dieses Trippels, Datenschutz, Datensicherung,

[26:41] Datensicherheit. Datensicherheit ist jetzt das Letzte und das wird sicherlich in den heutigen

[26:47] Tagen immer, immer wichtiger. Man sieht es wirklich jeden Tag in den Medien, dass wieder

[26:51] irgendwo eingebrochen wurde, irgendwelche Hacks stattgefunden haben, Daten abgeflossen sind und so

[26:56] weiter. Und das fängt im Kleinen an. Ich hatte es gerade schon erwähnt. Wenn man nicht im Kleinen

[27:00] darauf achtet, wird es im Großen nachher umso schwieriger. Also achte auf die Datensicherheit

[27:05] und stell dich auch auf Fragen ein, was du zum Beispiel in deinem Projekt konkret getan hast,

[27:10] um Datensicherheit umzusetzen. Und der letzte Punkt, der sollte auch nicht vernachlässigt

[27:15] werden. Ich finde ja solche Aussagen wie, in den heutigen Zeiten ist es so, dass… Ich finde die

[27:21] eigentlich ganz schrecklich, aber ich weiß nicht, wie ich es sonst anders beschreiben soll, denn

[27:24] Usability ist in den heutigen Zeiten nun mal auch wichtiger denn je. Ich sehe gerade schon die

[27:30] Einleitungssätze der Studierendenarbeiten vor mir, die fangen fast immer so an. In der heutigen Zeit

[27:36] ist das Internet immer wichtiger. Ich finde diese pauschalen Aussagen so super gruselig,

[27:41] aber es ist halt einfach so, dass, wenn man sich mal am Markt umguckt heutzutage, die Produkte von

[27:47] Apple zum Beispiel haben einen reißenden Absatz, einfach deswegen, weil sie so super einfach zu

[27:51] bedienen sind, so intuitiv und auch schön aussehen. Kann man sich nicht von frei sprechen. Das macht

[27:56] nicht nur Apple, das machen auch alle anderen Anbieter von Handys zum Beispiel. Die sehen

[28:00] einfach schick aus und sind gut zu bedienen. Und darüber muss ich mich auch als Anwendungsentwickler

[28:05] bei einer kleinen Internetanwendung mal so ein bisschen informieren und vielleicht mal meine

[28:09] Internetanwendung nicht einfach mit Webforms und HTML4-Gerüst mit Tabellen zum Beispiel zusammenbauen,

[28:15] sondern die kann auch mal durchaus ein bisschen schicker aussehen und die kann auch vernünftig

[28:19] bedienbar sein und nicht, wenn ich Tab drücke, von Feld A zu Feld Z springen und hin und her,

[28:24] sondern vielleicht auch einen sauberen Aufbau haben, also einfach benutzbar sein. Wir müssen

[28:29] als Anwendungsentwickler ja sogar die entsprechenden Normen dazu beherrschen und da fragen wir zum

[28:34] Beispiel auch mal gezielt nach. Welche Normen gibt es denn zu Usability? Wo steht denn das? Wie ist

[28:39] denn die ISO-Nummer der Norm und was sind denn zum Beispiel die Grundlagen einer vernünftigen

[28:43] Oberflächengestaltung? Da kommt dann als Antwort immer sowas wie, ja Usability ist auch wichtig,

[28:48] habe ich auch berücksichtigt. Der Button, den ich hier gemacht habe zum Beispiel, der ist unten

[28:53] rechts, weil man das so erwartet. Und das ist dann auch das einzige Beispiel, was kommt und mehr

[28:58] nicht. Das ist aber nur ein kleiner Fitzelanteil von dem großen Bereich Usability. Also setz dich

[29:04] mit den Grundlagen der vernünftigen ergonomischen Gestaltung von Oberflächen auseinander und such

[29:10] dir am besten auch zu deinem eigenen Projekt ein paar Beispiele raus, was man da umsetzen könnte,

[29:15] wenn du es noch nicht gemacht hast oder worauf du tatsächlich bei der Umsetzung geachtet hast. Denn

[29:20] diese langweiligen Standardsachen, das ist immer das, was man irgendwie noch im Hinterkopf hat von

[29:25] Usability. Ja, mach einfach alles so wie bei Amazon und dann ist das schon richtig, so nach dem Motto.

[29:29] Nee, das ist nicht so. Man kann das Fach inzwischen sogar, sage ich mal, separat studieren,

[29:34] sowas wie Usability Design oder User Experience heißt es ja heute. Da gibt es eigene Studiengänge

[29:39] für und das ist nicht einfach mit so einem kleinen Satz abgetan wie, ja, ich habe den Button rot

[29:43] gemacht und dann ist das gut. Also, das sind häufig vergessene Themen. Wirtschaftlichkeit,

[29:47] Datenschutz, Datensicherung, Datensicherheit, Usability. Setz dich damit auseinander in der

[29:52] Vorbereitung auf das Fachgespräch. So, jetzt haben wir schon eine ganz gute Liste zusammen mit

[29:56] möglichen Themen fürs Fachgespräch. Da kannst du dich schon mal intensiv darauf vorbereiten. Zum

[30:00] Abschluss jetzt noch ein paar konkrete Tipps, sage ich mal, wie du dich noch ein bisschen

[30:03] besser vorbereiten kannst. Nummer 1. Unterschätze nicht die Anforderungen. Die schriftliche Prüfung

[30:08] ist abgehakt. Ja, das Fachgespräch sind nur 15 Minuten. Ja, was soll denn da schon passieren?

[30:12] Die fragen ja sowieso nur nach dem Projekt. Nee, das hast du jetzt hoffentlich heute mitbekommen.

[30:17] Die Leute können da alles fragen und du musst auch auf alles Rede und Antwort stehen können.

[30:21] Von daher, bereite dich noch mal intensiv aufs Fachgespräch vor. Das wäre sehr schade,

[30:25] wenn deine ansonsten gute Prüfungsleistung durch nicht vorhandenes Fachwissen, was aber

[30:30] vorausgesetzt werden kann, dann runtergezogen wird. Also, sieh das Fachgespräch als das,

[30:35] was es ist, einen wichtigen Teil deiner Prüfungsleistung. Das sind 25 Prozent der

[30:38] Note für Teil A. Also bereite dich auch entsprechend darauf vor. Das heißt,

[30:45] fang früh an zu lernen. Ich hoffe, dass du vielleicht diese Episode jetzt nicht einen

[30:49] Tag vor der mündlichen Prüfung hörst, sondern vielleicht auch schon im ersten,

[30:53] zweiten Ausbildungsjahr, vielleicht zu Beginn des dritten. Man weiß ja nie,

[30:56] wann die Podcasts in Zukunft gehört werden. Von daher, fang früh genug an. Was meine ich damit?

[31:01] Mindestens ein Jahr vor der Prüfung. Allein schon für die Schriftliche, um dich auf diesen ganzen

[31:06] riesen Rumsch an Themen vorzubereiten. Ein Jahr Minimum. Und das heißt regelmäßig. Nicht dieses

[31:12] Binge-Learning und danach ist alles weg, sondern regelmäßig immer mal wieder darauf vorbereiten.

[31:17] Und das Schöne ist daran, wenn du das so machst, dann kannst du auch so ein bisschen Synergie-Effekte

[31:22] nutzen. Wir müssen noch ein bisschen Management, Sprachgebrauch hier reinbringen. Synergien durch

[31:27] das Lernen auf die schriftliche Abschlussprüfung nutzen, denn das sind die gleichen Themen. Die

[31:31] musst du sowieso für die schriftlichen Prüfungen lernen. Dann bereite sie doch so vor und auch so

[31:35] weit im Vorfeld vor, dass du sie vielleicht zum Zeitpunkt der mündlichen Prüfung noch im Kopf

[31:40] hast und nicht alles noch mal lernen musst. Du musst es nicht doppelt lernen, du musst es nur

[31:44] einmal vernünftig lernen. Dann kannst du es auch gut im Fachgespräch rüberbringen. Ansonsten habe

[31:49] ich noch einen schönen Tipp, den ich mal im Forum bei fachinformatiker.de gelesen habe von

[31:53] so einem Prüfungsteilnehmer. Der hat zum Beispiel dann eine Mindmap mit den Themen seines eigenen

[31:58] Projekts erstellt und ist dann so ein bisschen die einzelnen Themen durchgehangelt und hat überall

[32:02] noch was hinzugefügt, was ihm noch eingefallen ist und so weiter. Das heißt, er hat erstmal

[32:06] alles aufgeschrieben in so eine Mindmap oder bei so einem Brainstorming einfach irgendwo auf eine

[32:12] Tafel gekritzelt oder auf ein Blatt Papier oder in so ein Mindmap-Programm am PC. Alles,

[32:16] was er irgendwie benutzt hat, alle Technologien und so weiter, die dann so ein bisschen geklustert

[32:20] und dann ist er so ein paar Fragen durchgegangen. So, was fällt mir zum Beispiel noch zu den

[32:23] Begriffen ein, die da stehen? Beispiel, ich habe REST benutzt, da fällt mir natürlich SOAP ein,

[32:27] als, sag ich mal, zusätzliche Alternative zu REST. Oder ich habe JSON benutzt, da fällt mir

[32:32] noch XML ein. Ja, solche Dinge. Was habe ich vielleicht als mögliche Ergänzung dazu? Wenn

[32:37] ich zum Beispiel ein Web-Projekt benutzt habe, äh, benutzt habe, programmiert habe,

[32:40] da fällt mir vielleicht ein, Web, hm, was könnte da interessant sein? AJAX. Vielleicht habe ich ja

[32:44] in meinem Projekt gar kein AJAX benutzt, sollte man aber vielleicht mal gehört haben. Oder ich

[32:48] habe eine Web-Anwendung gebaut, was wäre denn eine Alternative dazu? Hm, eine Rich-Client-Anwendung

[32:53] mit JavaFX zum Beispiel. Kommt mit auf die Liste, vielleicht werde ich dann nachgefragt. So und so

[32:58] habe ich so ein bisschen freie Assoziationen, was denn so gefragt werden könnte wohl zu meinem

[33:03] Projekt und habe dann schon eine ganz gute Liste zusammen. Und dann zuletzt halt noch, ja, was

[33:08] wären zum Beispiel Gegensätze oder komplette Alternativen? Also, wenn ich es mit Java gemacht

[33:11] habe, warum habe ich es nicht mit .NET gemacht? Was sind denn die Vorteile von Java oder die

[33:14] Nachteile von Java? Und so weiter. Web-Client versus Fat-Client und so. Das, ähm, was ich

[33:19] gerade schon so ein bisschen angerissen habe. Und darüber habe ich schon mal einen ziemlich

[33:22] großen Bereich an Themen, auf die man irgendwie über mein Projekt kommen könnte. Das heißt,

[33:28] wenn der Prüfungsausschuss jetzt so den Ansatz fährt, dass er über dein Projekt in die Frage

[33:32] eintaucht, dann hast du so schon mal eine gute Liste mit potenziellen Themen, auf die man über

[33:37] dein Projekt kommen kann. Und diese Liste darfst du auch gerne mit anderer oder mit Hilfe anderer

[33:43] Leute vervollständigen oder ergänzen. Du musst das nicht alleine machen und das ist vielleicht

[33:46] auch gar nicht so sinnvoll. Vielleicht kennst du die ganzen Technologien, nach denen du gefragt

[33:50] werden könntest, ja selber gar nicht. Sonst hättest du sie vielleicht gar nicht oder sonst

[33:53] hättest du sie ja vielleicht sogar benutzt, aber dir war gar nicht bekannt, dass es sowas gibt.

[33:56] Kann ja durchaus sein. Ist auch nicht schlimm. Aber wenn du jetzt zum Beispiel die Chance noch

[34:00] nutzt und mit Kollegen, mit Ausbildern, mit Chef meinetwegen, mit Schülern, mit Freund oder

[34:05] Freundin, wenn die ein bisschen technische Ahnung haben, über diese Mindmap mal drüber schaust,

[34:09] dann pack doch einfach noch mal alles dazu, was denen auch noch dazu einfällt. Mehr Leute,

[34:13] mehr Themen, bessere Vorbereitung für dich und das Fachgespräch. Und dann eine ganz konkrete

[34:18] Empfehlung, simuliere das Fachgespräch auch mal. Am besten mit Ausbilder oder Ausbilderinnen. Die

[34:24] sollten eigentlich wissen, wie so ein Fachgespräch abläuft und wie sie sich darauf vorbereiten

[34:27] können. Und das wäre eigentlich für dich auch ganz wichtig für die Vorbereitung, dass du mal

[34:31] in irgendeiner prüfungsähnlichen Situation so ein Fachgespräch simulierst. Bei uns ist es immer

[34:36] so, dass die Azubis mindestens einmal vor der gesamten IT-Abteilung ihr Projekt präsentieren

[34:41] und im Anschluss dürfen dann auch Fragen gestellt werden von jedem. Da sitzen dann zwar nicht nur

[34:45] drei Prüfer, sondern 25 Kollegen, aber umso besser. Denn umso mehr Blickwinkel hast du auf

[34:50] dein Projekt, umso mehr potenzielle Fragen ergeben sich und umso besser kannst du dich

[34:54] vorbereiten darauf. Und das Schöne ist, das nimmt dir dann auch so ein bisschen die Angst oder den

[34:58] Respekt vor der Prüfung, denn du hast zumindest so eine ähnliche Situation halt schon mal durchlebt.

[35:02] Und wenn dein Ausbilder so ein bisschen oder Ausbilderinnen so ein bisschen sich auch darauf

[35:06] einlässt und vielleicht so mal die Rolle des bösen Prüfers in Anführungszeichen einnimmt,

[35:11] dann kannst du vielleicht auch schon mal so ein bisschen üben, wie man denn geschickt auf solche

[35:14] Fragen antwortet und lässt dich nicht so leicht aus dem Konzept bringen zum Beispiel. Und du kannst

[35:19] natürlich auch gleich ein Feedback da einholen. Dafür sind ja Ausbilder und Ausbilderinnen da. Wenn

[35:23] du die Fragen beantwortest, sollten sie dir eigentlich sagen können, ob du sie gut beantwortet

[35:26] hast oder was du besser machen kannst oder wieso sie anders strukturieren sollst oder welche

[35:30] Fachbegriffe du besser hättest verwenden müssen und so weiter. Das ist eigentlich deren Job. Von

[35:35] daher, nimm die mal in die Pflicht, simuliere das Fachgespräch mit, sage ich mal, fachmännischer

[35:39] Anleitung und hol dir auch ein Feedback zu deinen Aussagen. Nur so kannst du dich eigentlich

[35:44] verbessern und gut auf das Fachgespräch vorbereiten. Ich hatte es gerade schon gesagt, bei uns ist es

[35:48] immer so, die Projektpräsentation wird vor der Abteilung gehalten und dann dürfen Fragen gestellt

[35:52] werden. Finde ich auch eine sehr gute Sache, denn zum einen kannst du einmal die Projektpräsentation

[35:57] auch mit einer großen Zuschauermenge üben, aber du kriegst natürlich auch noch mal Fragen gestellt,

[36:01] die sich direkt auf das Projekt beziehen. Denn die Leute, die haben vielleicht auch gerade zum

[36:05] allerersten Mal dein Projekt kennengelernt und deine Präsi gesehen und das ist für, ich sage

[36:10] jetzt einfach mal, für den Großteil der Prüfer genau dasselbe. Angenommen, da sitzen sechs,

[36:14] sieben Prüfer im Ausschuss, davon werden sehr wahrscheinlich nicht alle Prüfer deine Dokumentation

[36:19] gelesen haben. Das ist zeitlich einfach nicht machbar. Von daher sind mindestens mal, ich sage

[36:23] einfach mal, zwei, drei Leute dabei, die dein Projekt vielleicht noch nie vorher gehört haben

[36:27] und überhaupt nicht wissen, was da gelaufen ist. Und die sehen jetzt diese 15-minütige Präsentation

[36:31] und sollen dir dann im Fachgespräch Fragen stellen. Und das kannst du am besten simulieren, wenn du

[36:36] genau das in deinem Unternehmen nach baust quasi. Du hast ein paar Kollegen, die sich mit deinem

[36:40] Projekt nicht auskennen oder mit Azubis oder Chef, Abteilungsleiter, keine Ahnung, wen du da nehmen

[36:45] könntest, oder die sich ein bisschen technisch auskennen und sich das dann anhören und dann genau

[36:50] in der Rolle sind, in der die Prüfer tatsächlich im Fachgespräch ja auch sind. Die haben sich gerade

[36:53] 15 Minuten was von dir angehört und fragen jetzt irgendwas dazu. Das ist eigentlich die perfekte

[36:58] Vorbereitung auf das Fachgespräch für dich. Ansonsten kannst du auch auf die Standardfragen,

[37:03] die ich heute auch noch mal so grob angerissen habe, so was ist die Objektorientierung, Klasse,

[37:06] Objekt, Normalisierung und so weiter, darauf solltest du die Antworten unbedingt üben. Und

[37:13] damit meine ich wirklich laut aussprechen. Die Frage gestellt bekommen und entsprechend korrekt

[37:19] und echt darauf antworten. Also nicht vor dir hinmurmeln oder im Kopf irgendwie denken,

[37:23] ich würde jetzt das und das sagen. Sondern du musst es einmal laut aussprechen. Das ist ganz

[37:28] wichtig. Sonst übst du es nicht. Sonst stellst du dir nur vor, wie es vielleicht wäre in der

[37:32] Prüfung. Aber das heißt nicht, dass du es in der Prüfung dann auch so rüberbringst. Denn wenn du

[37:35] was erzählen musst, ist das immer noch mal was ganz anderes, als wenn du dir einfach nur mal

[37:39] im stillen Kämmerlein Gedanken darüber machst. Du musst genau, wie du die Projektpräsentation

[37:44] unbedingt in live üben musst, musst du auch das Fachgespräch üben. Und gerade diese Standard

[37:49] Antworten auf diese Fragen, die ich genannt habe, die solltest du dir unbedingt vorher schon

[37:53] zurechtlegen und ein paar mal durchgehen und auch laut aussprechen. Einfach, um festzustellen,

[37:57] ist die Struktur korrekt, mache ich komische Sprünge, habe ich seltsame Formulierungen

[38:02] drin und so weiter. Du willst ja mit einer guten Note da rausgehen. Und das heißt wie immer üben,

[38:06] üben, üben. Vorbereitung. Das ist das A und O beim Fachgespräch. Ganz wichtig dabei,

[38:13] lern die Antworten nicht einfach auswendig. Ich habe ja schon viele Podcast-Episoden jetzt zu

[38:17] den häufigen Fragen im Fachgespräch aufgenommen. Es ist nicht sinnvoll, wenn du dir das 73 mal

[38:22] anhörst und dann einfach Wort für Wort nachplapperst. Das ist Quatsch. Du musst das

[38:26] einfach verstanden haben. Und wenn du es verstanden hast, dann kannst du es auch

[38:29] sauber und frei formulieren. Und das merkt man dann auch im Fachgespräch, dass du das drauf hast. Wenn

[38:34] du einfach nur Sachen, die du irgendwo im Internet gelesen, gehört hast, was auch immer,

[38:37] nachplapperst, stelle ich dir zwei, drei spitzfindige Fragen und sehe sofort, ob du es

[38:41] wirklich verstanden hast oder ob du dir einfach nicht die Zeit genommen hast, dich vorzubereiten,

[38:45] sondern einfach nur was auswendig gelernt hast. Das wollen wir nicht sehen im Fachgespräch. Es

[38:49] geht hier nicht darum, Sachen abzuspulen, die du auswendig gelernt hast, sondern du sollst uns

[38:53] zeigen, dass du deine Materie beherrschst. Und das kannst du nur zeigen, wenn du dich mit der

[38:57] Materie auseinandergesetzt hast. Also nicht einfach nur ein paar Stunden Podcast anhören,

[39:02] dann nachplappern und wundern, warum du keine Eins in der Prüfung hast, sondern du musst dein

[39:07] Material beherrschen. Also setz dich hin und lern das Zeug. Und du kannst aber auch, wenn du, sag ich

[39:15] mal, so ein bisschen darauf einwirken willst, was du denn vielleicht gefragt wirst im Fachgespräch,

[39:19] die Prüfer durchaus auch so ein bisschen steuern. Ich habe schon so oft die Geschichte erzählt,

[39:23] ich spare mir das jetzt hier mal im Detail, aber der Prüfling, der in der Präsentation sagte,

[39:27] ich habe dies und das benutzt, könnten sie mich ja vielleicht gleich was zu fragen im Fachgespräch.

[39:32] Das machen wir natürlich. Warum denn nicht? Das ist eine Einladung. Der Prüfling möchte uns zeigen,

[39:37] dass er was kann. Natürlich fragen wir ihn danach. Warum denn auch nicht? Wir müssen

[39:40] sowieso uns irgendwelche Fragen ausdenken. Warum nehmen wir dann nicht die, die der Prüfling

[39:43] selber vorschlägt? Ist ja okay. Ist aber nur okay, wenn die Antwort auch korrekt ist. Das heißt,

[39:48] mach nicht solche Vorschläge, wenn du eigentlich gar nicht genau weißt, was sich dahinter verbirgt.

[39:52] Und insbesondere kannst du natürlich in deiner Projektpräsentation meinetwegen mit Fachbegriffen

[39:57] arbeiten, mit Abkürzungen, wie auch immer, und die gar nicht weiter unbedingt erläutern,

[40:01] die nach dem Motto so ein bisschen als Allgemeinwissen voraussetzen. Und das ist zum

[40:05] Beispiel eine Möglichkeit, wo die Prüfer dann reingehen und sagen, sie haben da ja gerade den

[40:08] Fachbegriff XY benutzt, erklären sie uns den doch mal. So, wenn du in diesem Bereich fit bist und

[40:13] den auch super erklären kannst, ist das eine Möglichkeit, die Prüfer in deine gewünschte

[40:17] Richtung zu bringen. Letztlich hast du keine Chance, die Prüfer davon abzubringen, wenn sie

[40:21] in einem ganz anderen Bereich irgendwas fragen wollen. Das werden sie dann tun. Da hast du auch

[40:27] keine Chance dann dagegen zu argumentieren und zu sagen, sie dürfen nicht oder ich möchte lieber

[40:30] das und das beantworten. Nein, alles, was du gefragt wirst, musst du natürlich beantworten,

[40:34] das ist klar. Aber du hast vielleicht im Vorfeld ein bisschen die Möglichkeit,

[40:37] schon mal ein paar Themen zu platzieren, wo die Prüfer dann vielleicht drauf aufspringen. Und

[40:42] wenn du die gut beantworten kannst und die super funktionieren, sind die 15 Minuten dann vielleicht

[40:46] auch schon rum und es ist gar keine Zeit mehr für andere Themen, die du vielleicht nicht so

[40:49] gut drauf hast. Also nimm das ruhig als Chance. Sieh zum Beispiel auch die Präsentation als

[40:53] Möglichkeit, so ein bisschen einfach Themengebiete vorzustellen, die dann vielleicht im Fachgespräch

[40:59] einfach angesprochen werden.

[41:00] Und letzter Tipp für heute, bleib ruhig. Die Prüfer sind auch nur Menschen und die meisten Prüfer, die ich kenne, und da schließe ich mich jetzt mal mit ein, sind eigentlich sehr, sehr nett den Prüflingen gegenüber.

[41:12] Wir wollen die Leute da nicht reinreißen und wir sind auch nicht der böse Prüfungsausschuss, der keinen durchkommen lässt oder so. Da gibt es vielleicht Ausschüsse, die das machen, ich kann es mir fast nicht vorstellen.

[41:21] Denn letztlich, wir machen das alle freiwillig, wir sind alle ehrenamtliche Prüfer und wir wollen, dass unser Beruf irgendwie vernünftig weiter existiert und dass da Leute gut auch ihre Prüfungen bestehen.

[41:31] Und wenn man durch die Prüfung durch ist, dass man auch auf dem Arbeitsmarkt eine gute Chance hat und dass man sich auch einfach einsetzen kann in der freien Wirtschaft.

[41:37] Und von daher sind wir eigentlich überhaupt nicht gegen den Prüfling eingestellt, sondern wir sind immer bestrebt, dass die Leute eine gute Prüfung machen.

[41:45] Aber sie müssen natürlich auch zeigen, dass sie was können. Wir können nicht alle Leute durchwinken, die von nichts eine Ahnung haben. Das ist ganz klar.

[41:52] Von daher, wundere dich nicht, wenn du auch mal ein paar harte Fragen gestellt bekommst und auch mal ein paar schwierige Fragen.

[41:57] Das ist eigentlich ein gutes Zeichen, denn das heißt, dass du wahrscheinlich eine sehr gute Prüfung gerade ablegst.

[42:02] Also wenn du jetzt nicht unbedingt danach gefragt wirst, was der Unterschied zwischen Private und Public ist, was eigentlich jeder nach einer Woche Programmiererfahrung beantworten können soll,

[42:10] sondern wenn du irgendwas ganz kompliziertes gefragt wirst, keine Ahnung, generische Klassen oder funktionale Programmierung, was jetzt ganz brandneu ist oder sowas.

[42:18] Ja, das ist auch nicht mehr brandneu, aber ich brauche jetzt irgendwelche Beispiele.

[42:21] Dann ist das nicht böse gemeint, im Gegenteil, sondern das heißt für dich eigentlich, dass du gerade auf einem sehr, sehr guten Weg bist und wahrscheinlich eine Prüfungsleistung ablegst, die im oberen Notenbereich liegt.

[42:32] Und da möchtest du ja gerne hin.

[42:34] Also sieh das so ein bisschen auch als Chance, als Herausforderung zu zeigen, dass du es einfach drauf hast.

[42:39] Und wenn du mit einer guten Note rausgehst, dann hast du diese auch wirklich verdient.

[42:43] Und so soll es ja auch sein.

[42:44] Also ruhig bleiben, gut vorbereiten, die Standardfragen durchexzessieren, mit deinem Ausbilder, deiner Ausbilderung üben, üben, üben.

[42:52] Und dann sollte das Fachgespräch für dich kein Problem sein.

[42:56] So, das waren meine Tipps zur Vorbereitung auf das Fachgespräch.

[42:59] Ich hoffe, es war ein bisschen was Interessantes für dich dabei und ich kann ein bisschen dazu beitragen, dass du vielleicht eine sehr gute Prüfung ablegst.

[43:06] Das würde mich sehr freuen.

[43:07] Wenn du in naher Zukunft deine Prüfung ablegst und ich konnte dir helfen, dann würde ich mich natürlich total über ein Feedback freuen.

[43:13] Ich höre immer sehr, sehr gerne, wie das zum Beispiel auch in anderen Prüfungsausschüssen abläuft, ob das auch so ähnlich ist wie bei uns oder ob es bei dir zum Beispiel komplett anders abläuft.

[43:21] Interessiert mich immer sehr.

[43:22] Also schreib mir gerne einen Kommentar, gerne auch direkt unter diese Episode, wenn du möchtest.

[43:26] Die Shownotes findest du wie immer unter www.anwendungsentwicklerpodcast.de-63 für die 63. Episode, die das heute hier war.

[43:35] Und wenn du dich da schon im Blog gerade rumtreibst, dann schau doch mal in die Artikel von letzter Woche.

[43:40] Da habe ich eine Kleinigkeit geschrieben dazu, warum ich es für sehr sinnvoll halte, dass du deinem Projekt einen kurzen Namen gibst.

[43:48] Gerade wenn du jetzt vielleicht auch vor der Projektpräsentation noch stehst, überleg dir einen kurzen, wie soll ich sagen, Codenamen oder Kurztitel für dein Projekt,

[43:55] damit du in der Präsentation nicht ständig von irgendeinem kryptischen super mega langen Titel sprechen musst, sondern einfach kurz sagen kannst,

[44:02] mein Projekt XY, wenn XY dein Codename ist.

[44:05] Schau mal rein, da habe ich auch ein paar Beispiele beschrieben, wie ich die einzelnen Projekte mit ausgedachten fiktiven Titeln vielleicht ein bisschen abkürzen würde.

[44:13] Und am Freitag hatte ich noch einen schönen Link, und zwar How to write a Git-Message oder Commit-Message.

[44:18] Vielleicht, wenn du eine Versionsverwaltungssoftware wie Git benutzt oder wie SVN zum Beispiel, hast du dich auch schon mal darüber aufgeregt über die Commit-Messages von deinen Kollegen.

[44:26] Oder vielleicht regen sich deine Kollegen ja über deine Commit-Messages auf und das muss aber nicht sein.

[44:31] Ich habe einen schönen Artikel da verlinkt mit ein paar ganz einfachen Regeln, wie du sehr sprechende und klare und verständliche und sinnvolle Git-

[44:39] oder irgendein anderes Versionsverwaltungssystem-Messages schreibst.

[44:42] Schau doch mal rein.

[44:44] Letzter Hinweis, wie immer, wenn du noch zum Beispiel vor der Projektpräsentation stehst, dann kannst du dich noch in meinen Newsletter eintragen unter anwendungsentwicklerpodcast.de slash newsletter.

[44:54] Da bekommst du dann sofort Zugriff auf ein paar Checklisten rund um das Abschlussprojekt und insbesondere die Projektpräsentation.

[45:00] Da habe ich auch noch mal so ein paar Punkte aufgeführt, die du vielleicht nochmal checken solltest, bevor du die Präsentation dann hältst.

[45:06] Damit wäre ich für heute jetzt durch mit dem Thema.

[45:09] Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei deinem Fachgespräch und hoffe, dass meine Inhalte dir heute ein bisschen weitergeholfen haben.

[45:16] Wenn du Feedback für mich hast, dann immer her damit.

[45:19] Über alle möglichen Kanäle kannst du mich erreichen.

[45:21] Mail, Facebook, Twitter, ist mir ganz egal.

[45:23] Schreib mich einfach an.

[45:24] Und für heute sage ich erstmal vielen, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

[45:29] Tschüss.

[45:36] Untertitel der Amara.org-Community

Polyglot Clean Code Developer
About the Author
Ausbildungsleiter für Fachinformatiker:innen Anwendungsentwicklung, IHK-Prüfer und ehemaliger Hochschuldozent für Programmierung und Software-Engineering.

8 comments on “Vorbereitung auf das Fachgespräch – Anwendungsentwickler-Podcast #63”

  1. Chris sagt:

    Hallo Stefan,

    erst einmal vielen Dank für diese sehr hilfreiche Seite!

    Ich habe gestern mit meiner „klassischen“ Text-Präsentation & Fachgespräch meine Ausbildung mit jeweils einer 2 abgeschlossen. Themen im Fachgespräch waren unter anderem:

    Was zeichnet die Programmiersprache C# (die ich in meinem Projekt verwendet habe) aus und was für Unterschiede gibt es zwischen C# und anderen Sprachen?
    Diverse Fragen zu meinem Projekt und dem Projektumfeld
    Warum habe ich agil entwickelt und was bedeutet das?
    Was unterscheidet objektorientierte- von funktionaler Programmierung?
    Wie wird C# im Vergleich zu beispielsweise C kompiliert? (Byte-Code Plattformabhängiger (nativer) Code)
    Was bedeutet „Hashing“ und wie funktioniert eine „HashMap“? (Die Frage kam ein wenig überraschend, da das nichts mit meinem Projekt zu tun hatte und auch sonst kein Zusammenhang zum restlichen Inhalt des Fachgesprächs bestand)

    Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit meinem Ergebnis, auch wenn ich durch umfangreicheres Lernen vermutlich problemlos eine 1 hätte bekommen können. Daher auch mein Rat an andere Azubis vor der Prüfung:
    Fangt rechtzeitig an zu lernen! Wer rechtzeitig (also nicht erst eine Woche vor der mündlichen Prüfung) damit anfängt, sich seine Projektdokumentation noch einmal durchzulesen und auf mögliche Fragen dazu vorzubereiten, sowie die anderen „üblichen“ Inhalte des Fachgesprächs (OOP, Datenbanken, Entwicklungsprozesse, …) noch einmal wiederholt und sich auf Fragen dazu gut vorbereitet, der kann mit Leichtigkeit die Prüfung mit einer guten bis sehr guten Note verlassen (Natürlich unter der Voraussetzung, dass die Präsentation ebenfalls gut ist )!

    Schöne Grüße aus dem Sauerland und noch einmal vielen Dank!

  2. Stefan Macke sagt:

    Hallo Chris,

    danke für dein Feedback und herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung! 😀

    Viele Grüße!
    Stefan

  3. Viktor sagt:

    Wird die jenige Person die meine Dokumentation bewertet hat auch bei der mündlichen Prüfung dabei sein oder ist es unterschiedlich?

  4. Stefan Macke sagt:

    Das kann ich nicht verbindlich für alle Prüfungsausschüsse sagen, aber es sollte so sein.

  5. Mimi sagt:

    Ich hab nächste Woche mündliche Prüfung. Hab deine Mail heute bekommen.

  6. Stefan Macke sagt:

    Dann drücke ich dir die Daumen! 🙂

  7. Kevin sagt:

    Moin Stefan,

    vorab erstmal vielen Dank für deine ganzen nützlichen Tipps und Hinweise, du hast mir wie warscheinlich vielen anderen sehr geholfen mich auf die AP2 vorzubereiten.

    Ich sitze derzeit an der Vorbereitung für meine Präsentation zum Fachgespräch (FIAE), als Zielgruppe der Präsentation habe ich die Interne Abteilung Einkauf/Verkauf angegeben. Jetzt zu meiner eigentlichen Frage, wie sehr achten die Prüfer darauf das man dieses Schauspiel komplett durchzieht also so tut als wären die Prüfer diese Zielgruppe?
    Als Beispiel ich würde am Start meiner Präsentation gerne kurz die Firma vorstellen und was wir machen, was aber Sinnlos erscheint da meine eigentliche Zielgruppe ja genau weiß was hier abläuft. Kann ich dies dennoch machen oder soll ich das Schauspiel komplett durchziehen ?

  8. Stefan Macke sagt:

    Glücklicherweise müssen wir uns bei unserer IHK diese Schauspiele nicht anschauen, da man keine Zielgruppe wählen muss. Aber aus Berichten von anderen IHKen soll die Zielgruppe schon eingehalten werden. Also halte dich an die gewählte Zielgruppe und „zieh durch“!

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