Achtung: Seit 2020 werden die IHK-Abschlussprüfungen in den IT-Berufe nach der neuen Berufsverordnung durchgeführt.
Den aktuellen Aufbau der Prüfungen findest du in Podcast-Episode 180: Aufbau und Ablauf der IHK-Abschlussprüfung in den IT-Berufen.
In der ersten Folge meines Podcasts für Anwendungsentwickler geht es um den Aufbau und den Ablauf der Abschlussprüfung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Dieser Rahmen sollte allen Auszubildenden und Ausbildern geläufig sein, da die drei Jahre der Ausbildung eigentlich nur auf diese eine Endprüfung hinarbeiten. Der Aufbau der Abschlussprüfung ist für alle IT-Berufe identisch, die Inhalte unterscheiden sich aber natürlich. Insbesondere die Dauer und die Inhalte der Projektarbeit sind berufsspezifisch. Der Großteil der schriftlichen Prüfung (GH II und WiSo) ist jedoch für alle Berufe (Fachinformatiker Anwendungsentwicklung und Systemintegration, Informatikkaufleute, IT-System-Kaufleute) gleich.
Wer es ganz genau wissen will, schaut am besten in die Verordnung über die Berufsausbildung im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik.
TL;DR
Ich gebe dir einen Überblick über die IHK-Abschlussprüfung auf Grundlage der im Podcast beschriebenen Ausbildungsordnung von 1997. Der praktische Teil mit Projektarbeit sowie Präsentation und Fachgespräch zählt ebenso wie der schriftliche Teil 50 Prozent der Gesamtnote. Du erfährst, wie die einzelnen Prüfungsbereiche gewichtet werden, welche Voraussetzungen zum Bestehen gelten und wann eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich ist. Dazu kommen die Termine von Sommer- und Winterprüfung sowie der Weg vom Projektantrag bis zum IHK-Zeugnis.
Kapitelmarken
- [00:00:00] Thema und Überblick zur IHK-Abschlussprüfung
- [00:01:11] Gemeinsamer Prüfungsaufbau der IT-Berufe
- [00:01:58] Teil A und Gewichtung der Abschlussprüfung
- [00:02:47] Anforderungen an das betriebliche Projekt
- [00:04:43] Projektdokumentation und Bewertung
- [00:05:34] Präsentation und Fachgespräch
- [00:07:07] Teil B und Gewichtung der schriftlichen Bereiche
- [00:08:22] Inhalte von GH1, GH2 und WiSo
- [00:09:52] Prüfungsdauer, Aufgabenwahl und Korrektur
- [00:11:37] Bestehen und Wiederholen der Prüfung
- [00:12:45] Mündliche Ergänzungsprüfung
- [00:14:10] Termine der Sommer- und Winterprüfung
- [00:15:54] Projektantrag, Genehmigung und Abgabe
- [00:17:13] Ergebnisse am Prüfungstag und IHK-Zeugnis
- [00:18:20] Shownotes und Feedback
Aufbau der Abschlussprüfung
Teil A (praktischer Teil)
Der Prüfling soll in Teil A der Prüfung eine betriebliche Projektarbeit durchführen und dokumentieren sowie in insgesamt höchstens 30 Minuten diese Projektarbeit präsentieren und darüber ein Fachgespräch führen. Teil A geht mit 50% in das Gesamtergebnis ein.
- Dokumentation der Projektarbeit
- Ziel: Durch die Projektarbeit und deren Dokumentation soll der Prüfling belegen, daß er Arbeitsabläufe und Teilaufgaben zielorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbständig planen und kundengerecht umsetzen sowie Dokumentationen kundengerecht anfertigen, zusammenstellen und modifizieren kann.
- Inhalt: Entwicklung eines Programms oder Erstellung eines Pflichtenhefts.
- Dauer: 70 Stunden
- Anteil an Bewertung: 50%
- Präsentation und Fachgespräch
- Ziel: Durch die Präsentation einschließlich Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, daß er fachbezogene Probleme und Lösungskonzepte zielgruppengerecht darstellen, den für die Projektarbeit relevanten fachlichen Hintergrund aufzeigen sowie die Vorgehensweise im Projekt begründen kann.
- Inhalt: Kurzdarstellung des Projekts (Präsentation) sowie Beantwortung fachlicher Fragen zum Projekt bzw. den Ausbildungsinhalten (Fachgespräch).
- Dauer: jeweils 15 Minuten
- Anteil an Bewertung: 50%
Teil B (theoretischer/schriftlicher Teil)
Der Prüfungsteil B besteht aus den drei Prüfungsbereichen Ganzheitliche Aufgabe I, Ganzheitliche Aufgabe II sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Teil B geht ebenfalls mit 50% in das Gesamtergebnis ein.
- Ganzheitliche Aufgabe I
- Ziel: Nachweis der fach-/berufsspezifischen Qualifikationen
- Inhalt (u.a.): Anwendungsentwicklung (UML, Struktogramme usw.), Projektplanung (Netzplan usw.), Datenbankentwicklung (ERM, Tabellenmodell usw.)
- Dauer: 90 Minuten
- Anteil an Bewertung: 40%
- Ganzheitliche Aufgabe II
- Ziel: Nachweis der fach-/berufsübergreifenden Qualifikationen
- Inhalt (u.a.): Wirtschaft, Englisch, Datenmodelle, Hardware, Software
- Dauer: 90 Minuten
- Anteil an Bewertung: 40%
- Wirtschafts- und Sozialkunde (WiSo)
- Ziel: Nachweis der allgemeinen Kenntnisse für die Arbeitswelt
- Inhalt: allgemeine, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der Berufs- und Arbeitswelt
- Dauer: 60 Minuten
- Anteil an Bewertung: 20%
Nicht-Bestehen der Prüfung
- Ein „ungenügend“ (6) in einem der Prüfungsteile führt zum Nicht-Bestehen der Prüfung.
- Ein „ausreichend“ (4) in Teil A und Teil B führt zum Bestehen der Prüfung.
- Wenn in max. 2 Bereichen von Teil B nur ein „mangelhaft“ (5) erreicht wurde und in einem anderen mind. „ausreichend“ (4), kann die Prüfung durch eine mündliche Prüfung von 15 Minuten in einem durch den Prüfling zu bestimmenden Themenbereich ergänzt werden. Die Gewichtung ist dann 2:1 (altes Ergebnis:Ergänzungsprüfung).
Ablauf der Abschlussprüfung
Es gibt eine Sommer- und eine Winterprüfung. Die weitaus meisten Prüflinge nehmen an der Sommerprüfung teil. Auszubildende mit verkürzter Ausbildungszeit, duale Studenten oder Umschüler nehmen meist an der Winterprüfung teil.
- Termine (Vgl. Termine der schriftlichen Abschlussprüfungen)
- Schriftliche Prüfung: April/Mai (Sommer) bzw. November/Dezember (Winter)
- Mündliche Prüfung (Präsentation/Fachgespräch): Mai/Juni/Juli (Sommer) bzw. Dezember/Januar (Winter)
- Betriebliche Projektarbeit
- Abgabe des Antrags: Februar (Sommer) bzw. September (Winter)
- Bearbeitungszeit: ab Genehmigung des Antrags durch den Prüfungsausschuss (meist einige Wochen nach Antragsstellung) bis zu einem festgelegten Termin (meist zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung)
- Abgabe der Dokumentation: meist zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung
- Mitteilung der Prüfungsergebnisse
- schriftliche Prüfung: einige Wochen nach dem Prüfungstermin jedoch vor der mündlichen Prüfung
- mündliche Prüfung: am Tag der mündlichen Prüfung
- Gesamtergebnis: am Tag der mündlichen Prüfung
Literaturempfehlungen
Links
- Permalink zu dieser Podcast-Episode
- Verordnung über die Berufsausbildung im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik
- Termine der schriftlichen Abschlussprüfungen
- Themen der schriftlichen Prüfungen seit 2010
- Mögliche Themen der Abschlussprüfung
- Vorbereitung auf die schriftliche Abschlussprüfung – Anwendungsentwickler-Podcast #4
- Ablauf der mündlichen Ergänzungsprüfung – Anwendungsentwickler-Podcast #34
Weitere Hilfen zur IHK-Prüfung
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Zusammenfassung
Prüfungsaufbau und Gewichtung
Ich beziehe mich auf die im Podcast beschriebene Ausbildungsordnung von 1997. Für die dort genannten IT-Berufe ist die Abschlussprüfung ähnlich aufgebaut, weil sie viele gemeinsame fachliche Kenntnisse verlangen. Als IT-Azubi legst du einen praktischen Teil A und einen schriftlichen Teil B ab, die jeweils 50 Prozent deiner Gesamtnote ausmachen.
| Prüfungsbereich | Anteil am jeweiligen Prüfungsteil | Anteil an der Gesamtnote |
| — | — | — |
| Projektarbeit, bewertet anhand der Dokumentation | 50 Prozent von Teil A | 25 Prozent |
| Präsentation und Fachgespräch gemeinsam | 50 Prozent von Teil A | 25 Prozent |
| Ganzheitliche Aufgabe 1, kurz GH1 | 40 Prozent von Teil B | 20 Prozent |
| Ganzheitliche Aufgabe 2, kurz GH2 | 40 Prozent von Teil B | 20 Prozent |
| Wirtschafts- und Sozialkunde, kurz WiSo | 20 Prozent von Teil B | 10 Prozent |
Teil A: Dein betriebliches Projekt
Als Fachinformatiker:in für Anwendungsentwicklung hast du 70 Stunden für dein Abschlussprojekt. Dabei kannst du ein Programm oder ein Pflichtenheft erstellen, das als Grundlage für die Arbeit anderer Entwickler:innen dient.
Mit dem Projekt zeigst du, dass du selbstständig planen und kundengerecht arbeiten kannst. Dabei berücksichtigst du wirtschaftliche und technische Vorgaben ebenso wie organisatorische und zeitliche Bedingungen. Zu den 70 Stunden gehören sämtliche Projektaufgaben, etwa:
- das Vorhaben analysieren und planen,
- prüfen, ob es wirtschaftlich ist,
- die Lösung entwickeln und testen,
- das Ergebnis abnehmen lassen und bei Bedarf eine Schulung durchführen,
- den Projektverlauf dokumentieren.
Der Prüfungsausschuss bewertet diesen Bereich anhand deiner Projektdokumentation. Welche Seitenzahl vorgesehen ist, hängt von deiner IHK ab. Bei meiner IHK sind es 15 Seiten Inhalt und 25 Seiten Anhang. Die Dokumentation bildet die Grundlage für die Note; der Ausschuss begleitet deine Arbeit während der 70 Stunden nicht direkt.
Präsentation und Fachgespräch
Am Tag der mündlichen Prüfung stellst du deine Projektergebnisse in 15 Minuten vor. Anschließend folgt ein Fachgespräch, für das ebenfalls ungefähr 15 Minuten vorgesehen sind. Die Prüfer:innen können Fragen zum Projekt sowie zu weiteren beruflichen Themen stellen, etwa zur Softwareentwicklung oder zu Datenbanken.
Für Präsentation und Fachgespräch erhältst du eine gemeinsame Note. Diese zählt zur Hälfte für Teil A, während die andere Hälfte aus der anhand der Dokumentation bewerteten Projektarbeit stammt.
Teil B: Die schriftlichen Prüfungsbereiche
Ganzheitliche Aufgabe 1
Für die berufsspezifische GH1 hast du 90 Minuten Zeit. Als Fachinformatiker:in für Anwendungsentwicklung bearbeitest du Aufgaben, die zu deinem Fachgebiet gehören. Im Podcast werden folgende Beispiele genannt:
- UML-Diagramme zeichnen,
- Pseudocode schreiben,
- Datenbanken modellieren,
- Projekte planen.
Ganzheitliche Aufgabe 2
In der GH2 bearbeitest du innerhalb von 90 Minuten dieselben Aufgaben wie die IT-Azubis der anderen genannten Berufe. Geprüft werden gemeinsame berufliche Kenntnisse. Dazu können englische Texte und SQL-Abfragen gehören. Auch eine Mängelrüge wird als mögliches Thema genannt.
Wirtschafts- und Sozialkunde
Die WiSo-Prüfung dauert 60 Minuten und behandelt allgemeine Kenntnisse aus der Arbeitswelt. Dazu gehören beispielsweise gesetzliche Regelungen zum Jugendarbeitsschutz und zur Mutterschaft. Mit 20 Prozent der Note von Teil B beeinflusst WiSo dein Ergebnis entsprechend. Ich empfehle dir deshalb, diesen Bereich beim Lernen einzuplanen.
Aufgaben bearbeiten und Punkte erhalten
Für die schriftlichen Prüfungen sind insgesamt vier Stunden vorgesehen. GH1 und GH2 enthalten jeweils fünf Aufgaben mit je 25 Punkten. Du bearbeitest vier davon und streichst eine, sodass du pro Prüfungsbereich höchstens 100 Punkte erreichen kannst.
Bei diesen beiden Prüfungen beantwortest du offene Fragen mit Text oder Zeichnungen. Prüfer:innen korrigieren deine Antworten von Hand. In WiSo kreuzt du Antworten an oder trägst Zahlen in Kästchen ein; diese Aufgaben werden maschinell ausgewertet.
Bestehen, ergänzen und wiederholen
Mit mindestens ausreichend, also Note 4, in Teil A und Teil B bestehst du die Prüfung. Ein ungenügendes Ergebnis, also Note 6, in einem Prüfungsteil führt nach den beschriebenen Regeln zum Nichtbestehen.
Wenn du die Prüfung wiederholen musst, liegt der nächste Termin ungefähr ein halbes Jahr später. Pro Jahr gibt es eine Sommer- und eine Winterprüfung. Bereits bestandene Teile können bestehen bleiben, sodass du beispielsweise nur den praktischen Teil erneut ablegen musst.
Mündliche Ergänzungsprüfung
Wenn du in höchstens zwei Bereichen von Teil B eine 5 und in einem weiteren Bereich mindestens eine 4 erreicht hast, kommt eine mündliche Ergänzungsprüfung infrage. Sie dauert 15 Minuten und findet in einem von dir gewählten Bereich statt. Im Podcast wird dafür das Beispiel Datenbanken genannt.
Das bisherige schriftliche Ergebnis und das Ergebnis der Ergänzungsprüfung werden im Verhältnis 2 zu 1 verrechnet: Das schriftliche Ergebnis zählt doppelt, das mündliche einfach. Mit einer entsprechend guten Leistung kannst du die Note auf ausreichend anheben. Bei einer 5 in allen Bereichen von Teil B entfällt diese Möglichkeit.
Termine und Ablauf
Sommer- und Winterprüfung
| Schritt | Sommerprüfung | Winterprüfung |
| — | — | — |
| Projektantrag abgeben | ungefähr im Februar | ungefähr im September |
| Schriftliche Prüfung | April oder Mai | November oder Dezember |
| Präsentation und Fachgespräch | Mai bis Juli | Dezember oder Januar |
Die Sommerprüfung liegt üblicherweise am Ende einer regulären Ausbildung. An der Winterprüfung nehmen unter anderem IT-Azubis mit verkürzter Ausbildung sowie duale Student:innen und Umschüler:innen teil. Die konkreten Termine kannst du im Internet nachsehen.
Zwischen schriftlicher und mündlicher Sommerprüfung liegen ungefähr ein bis zwei Monate. In dieser Zeit erhältst du üblicherweise deine schriftlichen Ergebnisse, die dir damit vor dem mündlichen Termin bekannt sind. Im Winter fällt der Abstand häufig kürzer aus.
Vom Projektantrag zur Abgabe
Bevor du dein Projekt beginnst, reichst du einen Antrag beim Prüfungsausschuss ein. Der Ausschuss prüft unter anderem, ob dein Vorhaben fachlich anspruchsvoll genug ist. Ein einfaches HTML-Formular mit einer Zeile JavaScript reicht nach dem genannten Beispiel dafür nicht aus.
Du beginnst mit dem Projekt, sobald der Antrag genehmigt ist. Falls der Ausschuss Auflagen macht, berücksichtigst du sie bei deiner Arbeit. Bis zum festgelegten Termin musst du das Projekt abschließen und die Dokumentation abgeben. Dieser Termin liegt meist zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung, damit der Ausschuss Zeit zum Lesen hat.
Ergebnisse und Zeugnis
Nach deiner Präsentation und dem Fachgespräch verlässt du üblicherweise kurz den Raum, während die Prüfer:innen beraten. Anschließend erfährst du die Ergebnisse der einzelnen Teile und dein Gesamtergebnis.
Am Prüfungstag erhältst du eine Bescheinigung darüber, ob du bestanden hast. Deine Noten werden dir zunächst mündlich mitgeteilt. Das offizielle IHK-Zeugnis mit den genauen Prozentwerten und Noten kommt später per Post.
Transkription der gesamten Episode
Automatisch erzeugte Transkription der Episode
Herzlich willkommen zum Anwendungsentwickler Podcast, dem Podcast rund um die Ausbildung
zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. In dieser Episode geht es um den Aufbau und
den Ablauf der IHK-Abschlussprüfung. Viel Spaß! Herzlich willkommen zur ersten Episode
meines Anwendungsentwickler Podcasts, dem Podcast rund um die Ausbildung zum Fachinformatiker für
Anwendungsentwicklung. Viele meiner Azubis und gerade auch meine dualen Studenten sind sich
immer nicht so ganz im Klaren, wie eigentlich die IHK-Abschlussprüfung abläuft. Deswegen
dachte ich mir, es wäre ein schönes Thema für die erste Episode, einfach noch mal Wissen zu
vermitteln, was eigentlich jeder Prüfling und auch jeder Prüfer natürlich haben muss. Wie
läuft die IHK-Prüfung eigentlich ab? Woraus besteht die eigentlich? Ich werde im Groben die
beiden Teile vorstellen. Das ist der Teil A, der praktische Teil und auch den Teil B, das ist der
theoretische Teil. Dann gehe ich kurz auf das Nichtbestehen der Prüfung ein, was da eigentlich
dann passiert und dann zum Schluss einmal auf den zeitlichen Ablauf der Abschlussprüfung.
Grundsätzlich ist die IHK-Abschlussprüfung für alle vier IT-Berufe relativ gleich. Es gibt ja
die beiden Fachinformatiker, einmal für Anwendungsentwicklung, dann für Systemintegration,
dann gibt es noch die Informatik-Kaufleute und auch die IT-Systemkaufleute. Der Aufbau der
Abschlussprüfung ist für alle Berufe mehr oder weniger identisch, weil natürlich diese IT-Berufe
auch einen Großteil von Kompetenzen erfordern, die in jedem Beruf gefordert sind, wie zum Beispiel,
ich sage jetzt einfach mal Datenbanken oder mal so ein kleines Pseudokötchen schreiben oder vielleicht
auch mal eine Wirtschaftlichkeitsprüfung machen. Das müssen sicherlich alle IT-Berufe können,
deswegen sind diese Teile Bestandteile für alle Berufe. Fangen wir vielleicht einfach mal an mit
Teil A. Das ist der praktische Teil oder im Bereich der Anwendungsentwicklung auch gerne
das Abschlussprojekt, das Programm, was vielleicht programmiert wird oder das Pflichtenheft,
was dort erstellt wird. Das ist der praktische Teil. Grundsätzlich vielleicht erst mal zum
Aufbau der Abschlussprüfung, was zählt, wie viel. Die Prüfung ist also geteilt in zwei Teile,
Teil A, Teil B, das sagte ich schon, und beide Teile zählen jeweils 50 Prozent zur Abschlussnote.
Dann sind diese Teile allerdings noch einmal untergliedert in Unterteile, wenn man so will,
und die zählen dann jeweils eine bestimmte Prozenzahl an dieser 50-Prozent-Note,
sodass sich dann letztlich für die einzelnen tatsächlichen Teile eine unterschiedliche
Gewichtung ergibt, im Prinzip 50 Prozent mal die Prozenzahl des jeweiligen Unterteils.
Im praktischen Teil, im Teil A, geht es nun also um die Umsetzung eines Praxisprojekts. Das könnte,
wie gesagt, bei einer Anwendungsentwicklung das Erstellen eines Programms sein,
inklusive Dokumentation, Schulung, Einführung, alles, was halt so dazu gehört. Ich habe einfach
mal einen kurzen Ausschnitt aus der Verordnung über die Berufsausbildung im Bereich der
Informations- und Telekommunikationstechnik mitgebracht. Das ist ja quasi die Grundlage
seit 1997 für die IT-Berufe. Da ist alles definiert, was in der Prüfung drin ist,
was die Ziele sind, was die einzelnen Berufe ausmacht und so weiter. Und das Ziel der Projektarbeit,
so steht es dort drin, durch die Projektarbeit und deren Dokumentation soll der Prüfling belegen,
dass er Arbeitsabläufe und Teilaufgaben zielorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher,
technischer, organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbstständig planen und kundengerecht
umsetzen, sowie Dokumentationen kundengerecht anfertigen, zusammenstellen und modifizieren
kann. Ein Wahnsinnssatz. Ja, es ist tatsächlich ein Satz. Ich habe gerade nochmal geguckt. Da
sind ganz viele Kommas drin, aber es ist wirklich ein Satz, in dem das beschrieben wird. Kurz gesagt,
geht es darum, ich muss ein Praxisprojekt umsetzen. Für Anwendungsentwickler habe ich
einen Zeitraum vorgegeben von 70 Stunden. In diesen 70 Stunden muss ich ein, ja, die meisten machen
wohl eine Programmierung, also ein Programm erstellen. Ich könnte aber, das wäre die
Alternative aus der Verordnung, auch ein Pflichtenheft erstellen, also gar nicht
selber programmieren, sondern quasi die Vorarbeit für einen anderen Entwickler machen. Und in diesen
70 Stunden muss ich nun also alles das umsetzen, was so zu einem wirklichen Projekt gehört. Das
fängt an von der Planung, von der Analyse, eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, dann tatsächlich
irgendwann auch mal die Implementierung, ein Test, die Abnahme, vielleicht noch eine Schulung und
selbstverständlich, das ist auch ganz wichtig, die Dokumentation. Und das ist jetzt auch das,
was tatsächlich in diesem Teil der Prüfung bewertet wird. Denn dem Prüfungsausschuss,
dem kann schlecht 70 Stunden lang was gezeigt werden, die bekommen als Ergebnis dieses Projekts
eine Projektdokumentation. Der Umfang dieser Projektdokumentation ist von jeder IHK unterschiedlich
vorgegeben. In meinem Fall sind es immer 15 Seiten für den Dokumentationsinhalt und 25 Seiten für
den Anhang, sodass man insgesamt ein 40-seitiges Dokument erzeugt. Und auf Basis dieses Dokuments
wird die Abschlussnote für diesen Teil der praktischen Prüfung vergeben. Das heißt also,
theoretisch könnte es so sein, dass das Programm gar nicht läuft. Wenn die entsprechende Dokumentation
dazu sehr schön ist und das toll darstellt, dann kann man das Projekt trotzdem mit einer sehr guten
Note bestehen. Das ist also alles, was der Prüfungsausschuss zu sehen bekommt, ist diese
Dokumentation. Der zweite Teil des Teils A, des praktischen Teils, neben der Projektdokumentation,
ist dann noch eine, ich nenne es immer gerne die mündliche Prüfung. Das ist ein Tag, an dem zwei
Teile eigentlich abgehandelt werden, und zwar einmal die Präsentation der Projektergebnisse
und dann noch ein anschließendes Fachgespräch, entweder über das Projekt oder auch über sonstige
Bereiche, die für den Beruf so relevant sind. Also Softwareentwicklung, Datenbanken, was auch
immer den Prüfern da vielleicht so einfällt. Für die Präsentation hat man 15 Minuten Zeit. Das
anschließende Fachgespräch sollte auch in Richtung 15 Minuten gehen. Kann mal ein bisschen länger
sein, ein bisschen kürzer, aber das sind die Vorgaben der IHK, sodass man für den zweiten Teil
der Prüfung, den praktischen Teil der mündlichen Prüfung, im Prinzip nach einer Stunde an seinem
Prüfungstag eigentlich durch ist. Beide Teile, die ich jetzt genannt habe, zählen jeweils 50 Prozent
für die Note von Teil A. Das heißt, die Projektarbeit zählt 50 Prozent und das Fachgespräch und die
Präsentation gemeinsam zählen auch 50 Prozent. Man könnte sich jetzt irgendwas rumrechnen und
sagen, Präsi und Fachgespräch zählen also dann jeweils 25 Prozent, aber es gibt laut IHK nur
eine Note für beide Teile, also kann man das nicht so runterbrechen. Präsentation und Fachgespräch
werden immer gemeinsam bewertet und die eine Note, die dann dabei rauskommt, zählt 50 Prozent der
Gesamtnote für Teil A. Das war's mit dem praktischen Teil. Das muss man dort also leisten. Kommen wir
zum Teil B. Das ist jetzt der theoretische Teil oder auch der schriftliche Teil. Das ist quasi
die Klausur, wo ich also irgendwo mal hinfahren muss zur IHK oder die Berufsschule und dort
wirklich mehrere, in diesem Fall drei Klausuren schreiben muss. Der Prüfungsteil B besteht aus
drei Prüfungsbereichen. Die heißen ganzheitliche Aufgabe 1, ganzheitliche Aufgabe 2 und Wirtschafts-
und Sozialkunde. Ich sage jetzt einfach mal, damit es ein bisschen schneller geht, GH1, GH2 und
Wieso dazu. Teil B geht ebenfalls mit 50 Prozent in die Gesamtnote ein. Die einzelnen
Unterpunkte haben allerdings eine sehr detailliert beschriebene Prozentvorgabe und zwar zählt die
GH1 40 Prozent, die GH2 auch und der Wieso-Teil zählt 20 Prozent, sodass die GH1 und 2 jeweils
doppelt so viel zählen wie Wieso. Deswegen denken auch viele Prüflinge immer, ach Wieso ist nicht
so wichtig, da gucke ich mir mal nicht an, aber das sind immerhin 20 Prozent von Teil B. Das kann
einen also ziemlich reinreißen. Deswegen mein Tipp, auch Wieso lernen, wenn es auch vielleicht nicht
das allerspannendste ist bei dieser Prüfung. Doch gehen wir mal kurz drüber über die drei Teile.
Ganzheitlich 1, GH1, das ist der Teil, der für jeden Beruf spezifisch ist. Da müssen also die
Anwendungsentwickler zum Beispiel ein bisschen Code schreiben, die Physis müssen da mal eine
strukturierte Verkabelung aufmalen und so weiter. Das ist also etwas, was für den Fachbereich,
in dem ich gerade geprüft werde, sehr speziell ist. In den letzten Jahren ist es für die
Anwendungsentwickler eigentlich immer so gewesen, dass dort irgendeine Form von UML-Diagrammen
gezeichnet werden musste oder Pseudocode geschrieben oder es wird eine Datenbank modelliert oder es
wird mal eine Projektplanung gemacht. Also alles das, was ein Anwendungsentwickler tagtäglich so
tun muss. Die ganzheitliche 2, das ist der Teil der Prüfung, der für alle Berufe gleich ist. Da
haben also wirklich alle Berufe die gleiche Prüfung mit den gleichen Inhalten und das sind
quasi die Teile der IT-Berufe, die eigentlich jeder Informatiker in seinem Alltag so braucht,
wie zum Beispiel solche Sachen, englische Texte übersetzen oder theoretisch auch mal eine
Mängelrüge schreiben oder vielleicht tatsächlich auch mal eine Datenbank abfragen mit SQL-Statements.
Das ist also etwas, was jeder Entwickler, jeder Physi, jeder Kaufmann eigentlich können müsste.
Der letzte Teil, der Wieso-Teil, ich hatte es schon gesagt, ein bisschen unterbewertet mit 20
Prozent. Das sind die ganz allgemeinen Kenntnisse für die Arbeitswelt, sage ich mal. Die haben nicht
unbedingt etwas mit dem Beruf oder der Branche der IT zu tun. Da geht es dann zum Beispiel um
Gesetze, um Jugendarbeitsschutz und Mutterschaft und was man alles so lernen kann rund um die
Arbeitswelt. Die ersten beiden Teile, GH1 und 2, für die hat man 90 Minuten Zeit in der Prüfung
und für den Wieso-Teil hat man 60 Minuten Zeit, sodass man also insgesamt vier Stunden an den
Klausuren sitzt. Ganzheitlich 1 und 2 sind so aufgebaut, dass sie jeweils fünf Aufgaben beinhalten,
die jeweils 25 Punkte bringen. Man muss von diesen fünf Aufgaben allerdings nur vier bearbeiten,
sodass man also eine streichen kann. Man kann insgesamt also 100 Punkte bekommen. Die entsprechen
dann ziemlich genau den 100 Prozent, die man erreichen kann. Also die Punkte, die man hat,
entsprechen quasi genau der Abschlussnote für diesen Teil der Aufgabe. Die GH1 und 2 werden von
Prüfern korrigiert. Das sind also offene Fragen, die man entweder mit einer Zeichnung oder mit Text
beantworten muss und der Prüfungsausschuss korrigiert die dann wirklich von Hand. Guckt
also ein Mensch drüber. Die Wieso-Prüfungen, das sind Multiple-Choice-Aufgaben, die man nur
ankreuzen muss oder Zahlen in Kästchen eintragen muss und die werden auch von Maschinen korrigiert.
Da guckt also kein Mensch mehr drüber. Es kann also durchaus mal sein, dass man da genau einen
Prozent zu wenig hat, um auf eine 2 zu kommen. Das ist dann Pech. Da sagt der Computer knallhart,
mehr Punkte gibt es nicht. Das wären die beiden Teile, Teil A und Teil B. Ich wiederhole es noch
mal kurz zusammengefasst. Teil A, 50 Prozent der Gesamtnote. 50 Prozent dieser 50 Prozent sind
die Projektdokumentation. Die andere Hälfte sind Präsentation und Fachgespräch gemeinsam. Teil B
besteht aus ganzheitlich 1 und 2, die jeweils 40 Prozent der Gesamtnote für Teil B beinhalten
und dem Wieso-Teil, der von einer Maschine korrigiert wird und 20 Prozent der Note ausmacht.
Dann schauen wir uns mal an, was dafür notwendig ist, die Prüfung zu bestehen vielleicht erst mal.
Das wäre vielleicht das Schönere. Und zwar, wenn wir ein Ausreichend in Teil A und Teil B haben,
also eine 4, heißt das, wir haben die Prüfung bestanden. Das ist ja schon mal sehr gut. Ist
vielleicht nicht das beste Ergebnis dann, aber wenigstens ist man dann durch. Wenn in einem der
Teile allerdings ein Ungenügend, also eine 6, rausgekommen ist, dann führt das zum Nichtbestehen
der Prüfung. Wenn die Prüfung nicht bestanden wird, gibt es leider keine Möglichkeit zu sagen,
Mensch, ich möchte ganz gerne morgen noch mal schreiben, sondern hat man leider Pech und muss
ein halbes Jahr warten bis zur nächsten Prüfung. Es gibt immer zwei im Jahr, einmal die Sommer-,
einmal die Winterprüfung und man muss dann mindestens ein halbes Jahr warten, bis man
noch einmal zur Prüfung antreten kann. Es muss dann allerdings nicht die gesamte Prüfung wiederholt
werden, sondern es kann auch sein, dass zum Beispiel nur der praktische Teil wiederholt
werden muss, weil zum Beispiel das Projekt nicht ausreichend war und eben ein Ungenügend. Dann
muss halt das Projekt wiederholt werden, aber wenn man die schriftliche Prüfung gestanden hat,
kann die Note dann stehen bleiben. Dann finde ich es eine ganz interessante Sache. Ich musste
mir da erst mal so ein bisschen Notizen machen, wie das eigentlich so richtig gemeint war in der
Verordnung, was passiert, wenn man irgendwo eine 5 hat. Und es ist nun so, wenn in maximal zwei
Bereichen von Teil B nur ein Mangelhaft erreicht wurde und in einem anderen mindestens eine 4,
dann kann die Prüfung durch eine mündliche Prüfung von 15 Minuten, also quasi ein zweites
Fachgespräch, ergänzt werden und zwar in einem durch den Prüfling zu bestimmenden Themenbereich.
Das heißt, der Prüfling kann sagen, ich habe nicht so eine tolle Note, ich möchte die verbessern,
also nehme ich doch einen Prüfungsbereich, der mir liegt, zum Beispiel Datenbanken,
und dann wird er 15 Minuten lang zu diesem Bereich Datenbanken dann gefragt und das Ergebnis,
was da dann rauskommt, das wird im Verhältnis 2 zu 1 zum alten Ergebnis dazugerechnet und dann
hebt das hoffentlich die Note über die 5, sodass wir also auf die 4 kommen und damit die Prüfung
bestehen. Das wiederhole ich noch mal kurz. Also, wenn ich in Teil B in einem oder zwei Bereichen
durchgefallen bin, wenn ich alle 5 habe, bin ich gleich raus, aber wenn ich in maximal zwei
Bereichen eine 5 habe, dann kann ich durch diese Ergänzungsprüfung meine Note auf eine 4 heben,
vorausgesetzt, ich bestehe natürlich und habe eine entsprechende Note da drin. Und
die Gewichtung ist dann 2 zu 1, 2 altes Ergebnis, 1 die Ergänzungsprüfung.
So, dann kommen wir mal zum Ablauf der Abschlussprüfung. Wann passiert was und
bis wann muss ich eigentlich fertig sein? Grundsätzlich, das hatte ich eben schon gesagt,
gibt es eine Sommer- und eine Winterprüfung. Die meisten Prüflinge nehmen natürlich an der
Sommerprüfung teil, dann ist ja auch erfahrungsgemäß die Ausbildung zu Ende. Die beginnt
meist im August, dann endet sie auch im August und das ist dann die Sommerprüfung. Es gibt aber
auch eine Winterprüfung, die findet dann entsprechend ein halbes Jahr circa versetzt
statt. Das ist für Leute, die zum Beispiel die Ausbildung verkürzt haben. Zum Beispiel
auch ganz viele duale Studenten haben immer in der Winterprüfung ihre Prüfung und Umschüler oder
sonstige andere Teilnehmer können auch ab und an mal an der Winterprüfung teilnehmen. Die Termine
kann man im Internet natürlich alle nachschauen, sind so grob für die Sommerprüfung, für die
schriftliche Prüfung immer im April oder Mai. Für die mündliche Prüfung, also Präsentation
und Fachgespräch, sind sie dann logischerweise immer ein bisschen später. Das ist dann also
Mai, Juni, Juli sowas für die Sommerprüfung. Also man kann so grob sagen, zwischen schriftlicher
Prüfung und mündlicher Prüfung hat man so ein bis zwei Monate nochmal Zeit. In dieser Zeit bekommt
man irgendwann auch schon die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung zugeschickt. Man geht
also an dem Tag der mündlichen Prüfung schon mit dem Wissen um die schriftlichen Ergebnisse in die
Prüfung. In der Winterprüfung ist diese Zeitspanne etwas versetzt. Üblicherweise im November oder
Dezember wird die schriftliche Prüfung abgehalten und die mündliche Prüfung findet dann im Dezember
oder Januar statt. Da sind es dann nicht ganz so viele Monate, weil erfahrungsgemäß im Winter
eben nicht so viele Prüflinge teilnehmen. Die betriebliche Projektarbeit, also der erste Teil
von Teil A der Prüfung, da wird der Antrag für die Projektarbeit für die Sommerprüfung so um
den Februar herum abgegeben und für die Winterprüfung so um September. Was ist das für
ein Antrag? Habe ich noch gar nicht erwähnt. Man muss dem Prüfungsausschuss, bevor man das Projekt
durchführt, einen Antrag stellen, ob man das Projekt auch durchführen darf. Da wird vorher also bewertet,
ob das Projekt zum Beispiel eine ausreichende fachliche Tiefe hat. Wenn ich zum Beispiel ein
HTML-Formular gestalte mit einer Zeile JavaScript, reicht das logischerweise nicht aus, um eine
Anwendungsentwicklerprüfung zu bestehen. Und so etwas muss im Vorhinein etwas geprüft werden,
deswegen dieser Antrag. Mit dem Projekt fange ich dann an, sobald der Antrag genehmigt wurde. Wenn
mir der Prüfungsausschuss die Arbeit verbietet, sage ich mal, oder sie mit Auflagen zulässt,
das heißt mir Hinweise gibt, was ich unbedingt noch berücksichtigen muss bei meiner Umsetzung,
dann darf ich nach der Genehmigung des Antrags mit dem Projekt anfangen und habe dann bis zu
einem festgelegten Termin, der meist irgendwann zwischen der schriftlichen und der mündlichen
Prüfung liegt, mein Projekt bearbeiten. Dann hat der Ausschuss also noch ein paar Tage Zeit,
um die Dokumentation zu lesen und so weiter. Und dann ist irgendwann die mündliche Prüfung. Und
ich habe ja dann die Ergebnisse schon bekommen, der Prüfungsausschuss übrigens auch, der weiß
sie natürlich auch. Und am Tag der mündlichen Prüfung kriege ich dann direkt nach dem
Fachgespräch meine gesamten Ergebnisse mitgeteilt. Ich gehe also zuerst mal in die Präsentation,
dann kommt das Fachgespräch und meistens darf ich dann den Raum verlassen als Prüfling. Die
Prüfer müssen sich ja auch mal ein bisschen austauschen können. Und dann wird mir direkt
das Ergebnis mitgeteilt für die einzelnen Teile und natürlich auch das Gesamtergebnis. Das Zeugnis
der IHK kriege ich an dem Tag der Prüfung allerdings noch nicht mit. Das muss ja offiziell
noch gedruckt werden, unterschrieben werden und so weiter. Also als Prüfling kriege ich an diesem
Tag nur einen Zettel mit, auf dem ein Kreuz steht und zwar bei Bestanden hoffentlich oder bei
Nichtbestanden. Ich kriege noch nicht mal was mit, wo die Ergebnisse draufstehen. Die Noten muss ich
mir also erst mal merken. Und irgendwann, ein paar Tage später, manchmal auch ein paar mehr Tage
später, kriege ich dann Post von der IHK und da ist mein Zeugnis drin. Dann kann ich noch mal genau
die Prozentzahlen und die Noten, die dabei rausgekommen sind, nachschauen. Gut, ich denke,
das reicht für diese Episode. Ich hoffe, der Ablauf und die Inhalte der Abschlussprüfung
der IHK sind ein bisschen klar geworden. Zum Nachlesen die ganzen Inhalte gibt es
selbstverständlich auch auf der Website. Für diese Episode unter anwendungsentwicklerpodcast.de
slash 1. Dort gibt es die Shownotes, die Links und auch noch mal kurz zusammengefasst, was ich hier
so erzählt habe. Ich würde mich über Feedback von euch freuen, gern per Mail oder Kommentar auf
der Website. Ihr könnt mir auch gerne Fragen stellen, wenn ich über irgendwas sprechen soll,
was euch interessiert. Schickt mir einfach was rüber und ich versuche, das in eine der nächsten
Episoden einzubauen. Vielen Dank fürs Zuhören und wenn es euch gefallen hat, empfehlt mich
weiter. Ansonsten gebt mir gerne Feedback. Danke fürs Zuhören. Tschüss!











Hallo Stefan,
wahrscheinlich hast du diese Frage schon mehrfach gehört, aber was für einen Dresscode empfiehlst du für die mündliche?
LG Basti
Dazu kann ich dir diesen Artikel empfehlen: Kleiderordnung bei der Abschlussprüfung (Projektpräsentation und Fachgespräch).
Die Eckdaten sind erstaunlich unterschiedlich. Bei der IHK Dresden muss der Antrag (dieses Jahr) bis Mitte August abgegeben werden.
Bearbeitungszeitraum und Abgabetermin der Dokumentation enden beide eine Woche vor der schriftlichen Prüfung.
Hallo Anne,
mal wieder ein gutes Beispiel für die Unterschiede zwischen den IHKen. Wenigstens die schriftlichen Prüfungen finden an einheitlichen Terminen statt…
Viele Grüße!
Stefan
Sind der Aufbau und die Bewertung der Prüfungen sowie das Vorgehen bei z.B. 5,5,4 bei allen IHKs identisch? Ich habe darüber in meiner Prüfungsordnung nichts gefunden. Ich meine mal etwas gelesen zu haben aber ich finde nichts davon wieder. Ich geh nicht davon aus lediglich die Noten 5,5,4 zu schreiben aber mich würde schon interresieren was passiert wenn ich jetzt, sagen wir, einen ausrutscher in GH1 lande und nur auf die Note 5 komme, dafür GH2 sowie WiSo mit den Noten 2 und 3 abgebe. Insgesamt komm ich damit ja über die 50%, aber der einzelne Prüfungsteil ist es nicht. Schön wär das nicht aber mir lieber als die Prüfung zu wiederholen.
Hallo Lukas,
ja, das sind Vorgaben aus der Verordnung über die Berufsausbildung im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik, die meines Wissens nach nicht einfach von einzelnen IHKen außer Kraft gesetzt werden können.
Bei einem Ausrutscher passiert genau, was du beschrieben hast: du bestehst, aber es steht eine 5 auf dem Zeugnis. Einzelne Prüfungsteile auf Wunsch zu wiederholen geht meines Wissens nach nicht.
Viele Grüße!
Stefan
Ok vielen dank für die Antwort!
Wie bereits gesagt, ich geh mal nicht davon aus unter 70% zu schreiben, aber wer weiß. Kann ja alles mögliche passieren. Die IHK verschätzt sich bei der Zeit, dem Schwierigkeitsgrad oder deckt eine Wissenslücke bei mir auf… Mit der Info kann ich aber mit mehr Zuversicht in die Prüfung nächste Woche gehen und beim Lernen ruhig bleiben 🙂
Die Seite ist eine gute Idee und war mir eine gute Hilfe um mich daran zu orientieren und eben solche Fragen zu klären. Danke nochmal dafür!
Gruß,
Lukas
Wenn ich nun von der GH1 oder von der GH2 weniger als 50 % habe und der Rest aber ok ist, bin ich dann durchgefallen? Oder wird am Ende nur geguckt ob ich Teil B insgesamt mehr als 49 % habe?
Bitte mal hier schauen: Bin ich durchgefallen? (FAQ)
Ich habe mir als Prüfer eben den interessanten Beitrag angehört – vielen Dank zunächst für die sehr anschauliche Beschreibung des Ablaufs, die ich grene meinen Prüflingen empfehlen werde.
Ein kleines Detail fällt mir allerdings auf: „meine“ Kammer bittet die Ausschüsse seit mehreren Jahren nachdrücklich darum, den Prüflingen nur das Bestehen oder Nicht-Bestehen mitzuteilen und die blaue Ergebnismitteilung auszuhändigen, aber insbesondere keine Auskunft zu erreichten Punktewerten oder Noten zu geben. Wie halten das andere Kammern?
Grüße Leo
Hallo Leo,
ja, so ist es bei uns auch. Wir sollen auch keine Noten nennen. Aber ob sich der Ausschuss immer daran hält, entscheidet er selbst. 😉 Für die Prüflinge ist das „Kreuz“ alleine ja sehr unbefriedigend…
Viele Grüße und danke für dein Feedback!
Stefan
Zitat: „Ein „ungenügend“ (6) in einem der Prüfungsteile führt zum Nicht-Bestehen der Prüfung.“
Ich dachte es gibt kein Ausschlussfach? Hier in Hamburg an der Berufsschule wurde mir gesagt das wäre so. Bin nämlich leider mega schlecht in Anwendungsentwicklung, mache Systemintegration. Mal sehen wie’s kommt, lol.
Ich spreche hier nicht von Berufsschulnoten, sondern von den Prüfungsergebnissen (GA1, GA2 und WiSo).
(Deutsch ist nicht meine Muttersprache)
Hallo Stefan,
ich verstehe etwas nicht. Sie haben unter „Nicht-Bestehen der Prüfung“
„Ein „ausreichend“ (4) in Teil A und Teil B führt zum Bestehen der Prüfung.“ geschrieben.
Was meinen Sie genau? Bedeutet das, wenn man ein 4 in Teil A und B bekommen hat, haben die die Prüfung bestanden oder nicht?
Viele Grüße,
Mr_Green
Hallo Mr_Green, hier kannst du selbst nachrechnen: http://www.caesborn.de/pruefungspage/notenrechner.html.
Hallo Stefan,
ich verstehe etwas nicht. Werden wir alle Schriftliche Prüfungen (GA1, GA2 und WiSo) in einem Tag schreiben oder werden die Prüfungen zu zwei Tagen geteilt. Ich sehe in der IHK Web Seite zwei Datum 10. + 11.11.2020 für Schriftliche Prüfung.
Ich bedanke mich für die Antwort schon.
Viele Grüße,
Seda
Hallo Seda, alle Teile werden an einem Tag geschrieben. GA1, GA2 und zuletzt WiSo. Die Termine auf der IHK-Seite beziehen sich wahrscheinlich auf unterschiedliche Berufe. Die IT-Berufe schreiben deutschlandweit (außer ggfs. BaWü) am gleichen Tag. Andere Berufe (vielleicht Mechatroniker) aber ggfs. an einem anderen Tag.
Hallo Stefan,
Vielen Dank für deine Antwort.
zuletzt möchte ich noch wissen, ob Anwendungsentwickler und Systemintegratoren die gleiche GA2 Prüfung schreiben.
Ich glaube GA2 ist für beide gleich und GA1 ist für beide unterschiedlich oder?
Ich bedanke mich noch mal für die Antwort schon.
Viele Grüße,
Seda
Hey, erst einmal: Super Podcast, sehr interessant und aufschlussreich.
Allerdings sind die Informationen mittlerweile nicht mehr aktuell, wenn du Zeit und Lust hast könntest du ja mal eine aktuelle Episode bringen, würde mich freuen.
🙂 Grüße
Die Informationen sind noch mind. 2 Jahre exakt so gültig. Nur für die Azubis, die 2020 ihre Ausbildung begonnen haben, hat sich etwas geändert. Und der grobe Aufbau der Abschlussprüfung ist auch gleichgeblieben. Ansonsten gerne nochmal hier schauen für die Änderungen: Neuordnung der IT-Berufe zum 01.08.2020.
Hallo, sind denn auch fiktive Fantasieprojekte für die Abschlussprüfung möglich?
Nein, das ist nicht ok. Es muss ein „echtes“ Projekt für ein Unternehmen umgesetzt werden.
Hi Stefan. Gibt es eine Möglichkeit an die Lösungshinweise der IHK-Abschlussprüfungen ranzukommen? Als „Nicht-ITlerin“ tue ich mich mit der Korrektur ohne Lösungshinweise schon recht schwer. LG, Julia
Hallo Julia, einen „offiziellen“ Weg gibt es nicht, da die Lösungshinweise nicht zum Verkauf stehen. Aber inoffiziell haben oft die Berufsschullehrer (oder -schüler) die Lösungen vorliegen. Alternativ kannst duch dich mal bei fachinformatiker.de umschauen.
Vielen Dank für die Zusammenfassung. Ist aber leider inhaltlich nicht mehr ganz aktuell. Planen und Umsetzen eines Softwareproduktes z.B. aus dem Teil B fließt mit nur noch 10% in die Gesamtnote mit ein, da Teil 1 bereits 20% ausmacht, bleiben für den Teil 2 der Abschlussprüfung nur noch 80% der Gewichtung übrig.
Hallo Waldemar, jetzt wo der letzte „offizielle“ Durchgang nach alter Prüfungsordnung durch ist, werde ich die Inhalte bei nächster Gelegenheit aktualisieren.
Hey Hey, der letzte „offizielle“ Durchgang ist bis 01.03.2023 fertig 😉
Danach kommen erst die, die noch eine Runde drehen.
Ich sitze nämlich mit in dem Boot der Leute die Konzepte lernen, welche schon vor der Jahrtausendwende aussortiert waren.
Das stimmt, es gibt natürlich immer noch ein paar Nachzügler!