Die Evaluierung von Auszubildenden und Ausbildern ist Thema der einundsiebzigsten Episode des Anwendungsentwickler-Podcasts.
TL;DR
Mit wöchentlichen One-on-Ones und halbjährlichen Evaluierungsgesprächen begleite ich dich durch die IT-Ausbildung. Dabei sprechen wir über deine Arbeit und darüber, wie du dich fachlich weiterentwickelst. Du schätzt deine Fähigkeiten selbst ein, bekommst Feedback zu deinen Stärken sowie zu Lernlücken und gibst mir Rückmeldung zu meiner Arbeit als Ausbilder. Dafür verwende ich Fragebögen mit offenen Fragen und einer einfachen Smiley-Skala.
Podcast: Play in new window | Download (Duration: 29:16 — 13.7MB)
Abonnieren: Apple Podcasts | Spotify | RSS
Kapitelmarken
- [00:00:01] Einstieg: Leistung von IT-Azubis bewerten
- [00:01:16] One-on-Ones und Anregungen von Manager-Tools
- [00:04:45] Halbjährliche Evaluierungsgespräche im Überblick
- [00:05:44] Feedback für IT-Azubis und Ausbilder:innen
- [00:07:39] Fragebögen überarbeiten und Erfahrungen austauschen
- [00:09:03] One-on-Ones: Ablauf und freie Themenwahl
- [00:11:06] Zeit für deine Anliegen und mein Feedback
- [00:13:24] Nächste Aufgaben und Lernschritte besprechen
- [00:13:56] Wöchentliche Termine ab Ausbildungsbeginn
- [00:14:59] Evaluierungsgespräche mit drei Fragebögen
- [00:16:03] Bisherige Aufgaben und Erfahrungen reflektieren
- [00:17:36] Wünsche für kommende Themen und Projekte
- [00:18:59] Hilfreiche Erfahrungen und vorhandene Kenntnisse
- [00:20:34] Lernlücken erkennen und passende Förderung finden
- [00:22:34] Ziele priorisieren und persönliche Anliegen ansprechen
- [00:24:12] Kriterien mit einer Smiley-Skala bewerten
- [00:25:33] Bögen aufbewahren und den Ausbildungsverlauf festhalten
- [00:26:04] Bereiche der Bewertung und Ausblick auf die Fortsetzung
- [00:26:26] Evaluierungsbögen herunterladen und anpassen
- [00:27:14] Quellenangaben in der Projektpräsentation
- [00:27:56] Empfehlungen zu Domain-Driven Design
- [00:28:39] Fortsetzung mit den einzelnen Bewertungskriterien
Inhalt
- Ich führe wöchentlich halbstündige Gespräche (O3 = One-on-Ones) mit jeder/m Auszubildenden.
- 10 Minuten für die/den Azubi/ne, 10 Minuten für mich, 10 Minuten für die Zukunftsplanung.
- In halbjährlichen Evaluierungsgesprächen gehen wir alle bisherigen Aufgaben des Azubis durch, besprechen Wünsche bzgl. zukünftiger Aufgaben, sprechen über evtl. vorhandene Lernschwierigkeiten und wie sie behoben werden können, Probleme mit Kollegen usw.
- Auch die Bewertung des Ausbilders ist Bestandteil dieses Gesprächs, damit beide Seiten etwas lernen können.
- Die Gespräche werden anhand eines Fragebogens mit offenen Fragen zur Ausbildung geführt, damit nichts vergessen wird und beide Seiten sich entsprechend vorbereiten können.
- Im Anschluss schreibe ich dann ein kurzes Protokoll mit „ToDo-Listen“, die als Grundlage für das nächste Gespräch dienen.
- Durch die wöchentlichen Gespräche ist allerdings auch meist schon Vieles geklärt, sodass in den halbjährlichen Terminen eher langfristige Themen wie Prüfungsvorbereitung, potentielle Aufgaben nach der Ausbildung usw. behandelt werden.
Evaluierungsbögen
Meine Evaluierungsbögen kannst du hier in Form von PDF-Dateien herunterladen.
Wenn du sie als editierbare Word-Dateien* herunterladen möchtest, melde dich einfach für meinen Newsletter an. Dann bekommst du direkt den entsprechenden Download-Link.
Literaturempfehlungen
Das Konzept der One-on-Ones habe ich aus dem Manager Tools Podcast, den ich bereits seit vielen Jahren verfolge. Kürzlich sind die zentralen Inhalte der Ansätze von Manager Tools auch als Buch The Effective Manager* erschienen, das ich sehr empfehlen kann. Es fasst auf ein paar hundert Seiten die wichtigsten Aussagen von über 10 Jahren Podcast zusammen.
Links
- Permalink zu dieser Podcast-Episode
- RSS-Feed des Podcasts
- One-on-Ones Part 1 | Manager Tools
- One-on-Ones Part 2 | Manager Tools
- One-on-Ones Part 3 | Manager Tools
Zusammenfassung
Wöchentlich Zeit für ein persönliches Gespräch
Seit mehreren Jahren führe ich mit meinen IT-Azubis wöchentliche One-on-Ones, die jeweils eine halbe Stunde dauern. Die Idee stammt aus dem Podcast Manager-Tools. Solche Gespräche helfen dabei, einander kennenzulernen und eine gute Beziehung aufzubauen. In meinem Betrieb liegt die Rolle als Vorgesetzte:r bei der Abteilungs- beziehungsweise Bereichsleitung; ich begleite die Ausbildung als Ausbilder.
Obwohl ich mit meinen Auszubildenden im selben Büro sitze und Fragen auch im Alltag beantworten kann, reserviere ich jede Woche Zeit für ein Gespräch unter vier Augen. Damit beginne ich bereits in der ersten Ausbildungswoche. Meist liegt der Termin am gleichen Wochentag zur gleichen Uhrzeit. Wenn etwas Dringendes dazwischenkommt, lässt er sich verschieben, wobei der wöchentliche Austausch verlässlich stattfinden soll.
So laufen die 30 Minuten ab
| Zeit | Inhalt |
| — | — |
| Erste zehn Minuten | Du bestimmst die Themen und sprichst beispielsweise über Fragen zu deinen Projekten oder über etwas aus deinem Privatleben. |
| Zweite zehn Minuten | Ich gebe dir Feedback zu deiner Arbeit und bringe eigene Themen ein. Auch Persönliches kann hier Platz haben. |
| Letzte zehn Minuten | Gemeinsam besprechen wir, welche Aufgaben bis zur nächsten Woche anstehen und worauf du beim Lernen deinen Schwerpunkt legst. |
Die Zeitblöcke geben einen Rahmen vor. Wenn du länger erzählen möchtest, bekommt dein Anliegen mehr Raum innerhalb der halben Stunde. Der gesamte Termin bleibt bei 30 Minuten.
Welche persönlichen Dinge du ansprichst, entscheidest du selbst. In meiner Praxis drehen sich die Gespräche überwiegend um die Arbeit, weil sich im Büroalltag bereits viele Gelegenheiten ergeben, über andere Themen zu sprechen. Am Ende geht es etwa um kommende Projekte oder um Technologien, die du dir als Nächstes anschaust.
Etwa jedes halbe Jahr genauer auf die Ausbildung schauen
Zusätzlich führe ich ungefähr alle sechs Monate ein längeres Evaluierungsgespräch. Dafür habe ich folgende Bögen zusammengestellt:
- Einen Bogen, auf dem du deine Arbeit und deine Fähigkeiten selbst einschätzt.
- Einen entsprechenden Bogen, auf dem ich dir Feedback gebe.
- Einen weiteren Bogen, mit dem du meine Arbeit als Ausbilder bewertest.
Zu Beginn gehen wir deine Selbsteinschätzung durch. Offene Fragen beantwortest du mit eigenen Worten. Anschließend sprechen wir über die einzelnen Punkte und gleichen unsere Einschätzungen ab.
Durch regelmäßiges Feedback kannst du besser einschätzen, wie weit du fachlich bist und wo du noch lernen musst. Dazu gehört auch die Frage, ob deine Kenntnisse für die Prüfung ausreichen. Deine Stärken verdienen ebenso Aufmerksamkeit, weil sie Hinweise darauf geben, welche Aufgaben später zu dir passen.
Diese offenen Fragen beantwortest du
Bisherige Aufgaben und eigene Interessen
- Was hast du seit dem letzten Gespräch gemacht und gelernt? Du schaust auf die vergangenen Monate zurück und hältst fest, welche Themen dir begegnet sind.
- Was ist dir positiv in Erinnerung geblieben und soll beibehalten werden? Hier kannst du beschreiben, welche Aufgaben dir gefallen haben.
- Welche Erfahrungen waren negativ und was soll sich ändern? Dabei geht es auch darum, welche Tätigkeiten du später übernehmen möchtest.
- Welche Themen oder Aufgaben wünschst du dir für die Zukunft? Deine Interessen fließen ein, wenn ich Projekte verteile. Der Ausbildungsplan und die verfügbare Zeit bestimmen mit, welche Wünsche sich umsetzen lassen.
Was dir beim Arbeiten hilft und wo du Unterstützung brauchst
- Was hat deinen Erfolg gefördert oder erschwert? Du hältst fest, was dir bei Projekten geholfen hat und wo du auf Schwierigkeiten gestoßen bist, etwa bei einem Programmierkonzept oder einem Werkzeug.
- Welche Kenntnisse und Fähigkeiten konntest du einbringen? Dabei kannst du auch überlegen, wo Wissen aus der Berufsschule oder aus deiner bisherigen Schulzeit in deiner Arbeit vorkam.
- Wo fehlen dir Kenntnisse oder fällt dir das Lernen im Betrieb schwer? Deine eigene Einschätzung ergänze ich durch mein Feedback. Daraus ergeben sich passende nächste Lernschritte.
- Welche Tätigkeiten passen zu deinen Fähigkeiten? Du überlegst, in welchen Aufgabenbereichen du deine Stärken einbringen kannst und woran du gern arbeitest.
- Was würde dir beim Lernen helfen? Hier kannst du beispielsweise Bücher oder gezielte Übungsaufgaben vorschlagen. Auch Code Reviews kommen infrage.
Nächste Schritte und persönliche Anliegen
- Welche künftigen Aufgaben oder Ziele sind dir besonders wichtig? Deine Antwort hilft mir, bei mehreren möglichen Projekten einen Schwerpunkt zu setzen.
- Gibt es Konflikte mit Mitarbeiter:innen oder Vorgesetzten? Im Gespräch unter vier Augen kannst du solche Schwierigkeiten ansprechen und Unterstützung beim Umgang damit bekommen.
- Hast du eigene Fragen? Hier ist Platz für Anliegen, die der Bogen bisher offenlässt.
Feedback mit einer Smiley-Skala
Für einzelne Kriterien verwende ich eine einfache Skala. Ein lachender Smiley steht für etwas, das positiv auffällt. Der neutrale Smiley bedeutet, dass alles in Ordnung ist. Mit dem traurigen Smiley kennzeichne ich einen Bereich, in dem du etwas verbessern solltest.
Zu jedem Punkt gehört das Gespräch darüber, was bereits gut läuft und woran du konkret weiterarbeiten kannst. Die Kriterien sind folgenden Bereichen zugeordnet:
- Umgang mit Menschen
- Leistungsmotivation
- Engagement
- Geistige Tätigkeiten
- Planung und Organisation
Die detaillierten Unterpunkte sowie die Fragen zur Bewertung meiner Arbeit als Ausbilder folgen in der nächsten Episode.
Aus den Bögen verfasse ich etwa einmal pro Halbjahr einen kurzen Text, der den Ausbildungsverlauf festhält. Die ausgefüllten Bögen bewahre ich bei mir im Schrank auf. Für das schriftliche Protokoll dienen sie als Anhaltspunkte; die Personalakte enthält diese Bögen nicht.
Vorlagen und ergänzende Quellen
Meine Fragebögen habe ich aus verschiedenen Vorlagen und Anregungen von Manager-Tools zusammengestellt. Über die Jahre habe ich sie überarbeitet und Fragen entfernt, die sich in meinem Alltag kaum beantworten ließen. Du kannst mir eigene Erfahrungen oder Vorschläge per Kommentar zur Episode beziehungsweise per E-Mail schicken.
Unter anwendungsentwicklerpodcast.de/71 findest du die Bögen und Links zu den erwähnten Quellen. Wenn du solche Gespräche in deiner Ausbildung einführen möchtest, kannst du die Vorlagen mit deinem:r Ausbilder:in besprechen. Nach einer kostenfreien Anmeldung zu meinem Newsletter bekommst du die Bögen auch als bearbeitbare Word-Dateien sowie meine Checklisten für die Projektarbeit.
Zu Manager-Tools verlinke ich Einführungsepisoden über One-on-Ones. Der ergänzende Podcast Career-Tools richtet sich an Mitarbeiter:innen. Im Buch The Effective Manager fasst Mark Horstman die Kernideen von Manager-Tools zusammen.
Außerdem verweise ich auf meinen Blogartikel zu Quellenangaben in der Projektpräsentation. Darin geht es um korrekt zitierte Bücher und Handbücher sowie um Quellen und Lizenzangaben für fremde Bilder, einschließlich Cliparts.
Zum Thema Domain-Driven Design empfehle ich einen Einführungsartikel von Heise und einen ungefähr vierstündigen Pluralsight-Kurs. Mein zuletzt umgesetztes Projekt habe ich mit DDD entwickelt, um den Code verständlich zu strukturieren und wiederverwendbare Teile zu schaffen.
Transkription der gesamten Episode
Automatisch erzeugte Transkription der Episode
Herzlich willkommen zum Anwendungsentwickler-Podcast, dem Podcast rund um die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung.
In dieser Episode geht es um die Bewertung von Auszubildenden. Viel Spaß!
Hallo und herzlich willkommen zur 71. Episode des Anwendungsentwickler-Podcasts.
Mein Name ist Stefan Macke und diese Woche machen wir mal ein nicht-technisches Thema.
Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Ich weiß gar nicht mehr, wann überhaupt ich mal ein nicht-technisches Thema besprochen habe.
Aber heute geht es mal so ein bisschen um, nee, warm wollte ich schon sagen, um weiche, um ein weiches Thema, um genau zu sein.
Nämlich um die Bewertung von Auszubildenden. Also ich meine natürlich die Leistungsbewertung.
Nicht, ob die nette Menschen sind oder nicht, davon gehen wir mal aus, sondern man muss ja auch irgendwie als Ausbilder so ein bisschen verfolgen,
ob die Auszubildenden sich denn in die richtige Richtung entwickeln, wo vielleicht noch Lernschwierigkeiten sind und wo man aushelfen muss und so weiter.
Und dazu habe ich heute mal ein bisschen was zusammengetragen, so wie ich das mit meinen Auszubildenden mache.
Jetzt seit ein paar Jahren und ich glaube, dass das so eigentlich ganz gut läuft.
Deswegen habe ich hier heute mal ein bisschen zusammengestellt, was ich konkret mache.
Kurz zusammengefasst, es sind im Prinzip wöchentliche, halbstündige Gespräche, sogenannte One-on-Ones.
Die habe ich mir bei einem sehr schönen anderen Podcast geklaut und zwar den Manager-Tools.
Ist auch in den Shownotes verlinkt, wenn du da mal reinschauen willst.
Alles, was ich heute zähle, ist da natürlich verlinkt.
Wie immer unter anwendungsentwicklerpodcast.de-71 für die 71. Episode heute.
Und diese Manager-Tools, die gibt es seit über 10 Jahren.
Es ist also wirklich ein super alter Podcast schon, aber immer noch total interessant und auch sehr zeitgemäß, würde ich mal sagen.
Die stellen also, sage ich mal, ja, eigentlich Werkzeuge für Manager bereit.
Ich bin jetzt zwar kein Manager, aber viele Sachen kann man, glaube ich, auch für den eigenen Alltag übernehmen.
Und gerade ich als Ausbilder habe so ein paar Sachen davon mir, sage ich mal, abgeschaut für den Umgang mit meinen eigenen Auszubildenden.
Heißt jetzt übrigens nicht, dass ich irgendwie in einer Führungsverantwortung gegenüber den Auszubildenden bin.
Das ist bei uns nicht der Fall. Ich bin also nicht der Chef der Azubis, sondern ich bin halt nur der Ausbilder.
Und unser Abteilungsleiter bzw. Bereichsleiter ist eigentlich der Vorgesetzte der Azubis.
Aber trotzdem habe ich mir einige Sachen von diesen Manager-Tools dort abgeschaut, weil ich die Sachen eigentlich ganz gut finde.
Und ich glaube, dass man das gut in der Praxis umsetzen kann.
Und die Tipps sind einfach sehr praxisnah.
Also es ist nicht so ein abgehobenes Management-Blabla, mit dem man nichts anfangen kann.
Wie zum Beispiel Management by Objectives und ich weiß nicht, was es da alles Tolles gibt.
Sondern es sind wirklich konkrete Praxistipps, die man wirklich auch umsetzen kann.
Und wo man auch einen Erfolg sieht, wenn man das anwendet.
Von daher habe ich also wirklich seit mehreren Jahren den Podcast auch im Podcatcher abonniert und höre eigentlich jede Woche immer rein.
Es gibt noch einen zweiten passend dazu, der heißt Career-Tools.
Wird von den gleichen Leuten produziert.
Und das ist dann eher so, wie soll man sagen, für die andere Seite.
Nämlich, wenn du noch in der Rolle eines ganz normalen Mitarbeiters bist und nicht in einer Führungsverantwortung,
dann gibt es auch ganz viel, was man in dieser Rolle zu beachten hat oder was man umsetzen kann, konkret besser machen kann.
Und darüber geht es dann in Career-Tools.
Der Mark Horstmann, der einer der beiden Gründer von Manager-Tools ist,
der hat sein gesamtes Wissen aus den über zehn Jahren Podcasts jetzt vor kurzem erst in einem super coolen Buch zusammengefasst.
Und zwar heißt das The Effective Manager.
Das sind nur so ein paar hundert Seiten, aber da steckt quasi alles das drin, was so die Kernidee dieser Manager-Tools ausmacht.
Und eine davon, eine der drei oder eigentlich vier Säulen der Manager-Tools sind diese One-on-Ones.
Und es geht halt darum, seine Mitarbeiter, im Falle von Managern halt eben die Untergebenen, sag ich mal,
besser kennenzulernen und eine gute Beziehung aufzubauen und darüber dann halt eben auch eine vernünftige Führung hinzubekommen.
Und ich habe das Ganze jetzt einfach mal übertragen auf das Verhältnis zwischen Ausbilder und Auszubildender oder Auszubildendem.
Und das funktioniert auch sehr gut, auch wenn ich sagen muss, es hinkt so ein bisschen das Beispiel,
weil ich mit meinen Azubis sowieso den ganzen Tag im Büro sitze.
Und wenn die irgendwelche Fragen haben oder irgendwelche Probleme, können die mir das auch so eigentlich die ganze Zeit erzählen.
Trotzdem finde ich es immer ganz nett, wenn man einmal in der Woche so einen halbstündigen Termin hat,
wo man dann gezielt auch Sachen durchsprechen kann.
Und dieser Termin sollte eigentlich auch immer regelmäßig stattfinden und nicht verschoben werden.
Und da haben eigentlich beide Seiten immer so ein Ziel vor Augen und wissen, dann haben wir auf jeden Fall das nächste Gespräch.
Wenn es jetzt also irgendwas gibt, kann ich theoretisch auch noch bis zu diesem Termin warten,
weil wir dann auf jeden Fall uns die Zeit nehmen und Sachen durchdiskutieren können.
Okay, ich bin schon wieder viel zu viel abgedriftet.
Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Überblick geben.
Das sind auf jeden Fall jetzt die One-on-Ones, gleich noch ein bisschen mehr dazu.
Und das andere, was ich immer mit den Azubis mache, sind Evaluierungsgespräche.
Und das ist eigentlich, glaube ich, der Kern der heutigen Episode.
Denn diese Evaluierungsgespräche, die finden einmal im halben Jahr so circa statt.
Und dazu habe ich mir auch ein paar Evaluierungsbögen zusammengestellt mit einigen Fragen,
die wir dann so gemeinsam durchgehen, gemeinsam beantworten.
Und auch so einer kleinen Bewertungsmatrix, sage ich mal.
Also eine Matrix ist ein bisschen viel.
Es ist eigentlich nur eine Liste an Bewertungspunkten mit drei Smileys daneben.
So, ob es besonders hervorsticht, ob es eher negativ ist oder ob es okay ist, so das in der Mitte.
Das sind so die drei Punkte, die man bewerten kann.
Und die Fragen gehe ich euch auch mal kurz durch und gebe mal so ein bisschen einen Überblick,
was ich mir dabei gedacht habe und was so der Sinn dahinter ist.
Und auf Basis dieser Evaluierungsprotokolle, sage ich mal,
schreibe ich dann noch mal einen kleinen Text zusammen, einmal im halben Jahr.
Und das wird dann abgeheftet.
Und das ist dann so ein bisschen die Dokumentation des Ausbildungsverlaufs.
So mache ich das bei uns.
Okay, das war der Überblick.
Wenn du jetzt selber noch Azubi bist, kannst du vielleicht von den Sachen, die ich jetzt durchgehe,
nicht ganz so viel mitnehmen, weil du ja eher der bist, der bewertet wird.
Aber ich habe auch einen Evaluierungsbogen dabei für die Ausbilder.
Denn ich lasse auch mich dann immer in so einem Evaluierungsgespräch bewerten.
Ich möchte also auch ein Feedback haben von den Azubis.
Und die Fragen gehe ich natürlich heute auch durch.
Wenn du zum Beispiel von deinem Ausbilder noch nicht bewertet wirst,
das aber zum Beispiel gerne haben würdest.
Ich kann mir vorstellen, dass man immer gerne Feedback haben möchte,
egal ob positiv oder negativ.
Aber man will ja irgendwie wissen, ob man auf dem richtigen Weg ist
oder wie man sich weiterentwickeln muss.
Und wenn das bei dir zum Beispiel nicht der Fall ist,
dann kannst du ja vielleicht diese Evaluierungsbögen als Vorschlag mitnehmen
und mal mit deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin darüber sprechen,
ob ihr nicht auch sowas einführen wollt.
Vielleicht sagst du auch, ach, das ist alles Schrott.
Ich brauche das nicht, ich lerne sowieso allein für die Prüfung
und ist mir ganz egal, was der Ausbilder von mir denkt.
Ja gut, dann ist das so.
Ich finde es immer ganz sinnvoll, wenn man auch mal ein bisschen Feedback bekommt
zu der Arbeit, die man leistet,
damit man sich auch ein bisschen besser einschätzen kann.
Viele Prüflinge, die ich immer auch dann in den Prüfungen sehe,
ich glaube, die wissen selber nicht so ganz,
dass sie eigentlich gar nicht so das können, was man können muss für die Prüfung.
Hauptsächlich deswegen, weil sie wahrscheinlich nie Feedback bekommen haben.
Die haben halt irgendwie was programmiert und das lief dann.
Ja, und dann macht man das halt als Abschlussprojekt und dann ist man fertig.
Aber ob das denn auch wirklich gut ist, was man da gemacht hat
oder ob man vielleicht noch irgendwo Lernlücken aufweist,
da gab es offensichtlich dann nie Feedback.
Und das finde ich sehr, sehr schade.
Ich denke, das ist auch eine wichtige Aufgabe, die so ein Ausbilder hat
oder eine Ausbilderin, den Auszubildenden ein Feedback zu geben
und zu sagen, wie sie sich weiterentwickeln müssen, in welche Richtung es geht
und wo vielleicht noch Schwierigkeiten sind,
aber natürlich auch, wo positive Punkte sind.
Das ist mir auch ganz wichtig.
Deswegen gibt es auch diese drei Smileys, die man ankreuzen kann.
Es geht also nicht immer nur darum, was man denn noch besser machen kann,
sondern es geht auch darum, was man denn schon gut macht
und wo man dann vielleicht auch seine Stärken nachher für den späteren Berufsalltag findet.
Wenn du selber schon als Azubi vielleicht evaluiert wirst
oder selber Ausbilder bist und Azubis evaluierst,
dann würde ich mich grundsätzlich zu allem, was ich heute erzähle,
über Feedback natürlich freuen.
Ich habe die Fragen, ja, sag ich mal, in mühsamer Kleinarbeit so ein bisschen zusammengestellt.
Ich habe mir ganz viele andere Evaluierungsbögen im Internet angeguckt
und dann halt die Manager-Tools noch gehört und so weiter
und alles, was ich da irgendwie zusammengetragen habe,
das habe ich in diese Bögen reingepackt.
Einige Sachen sind vielleicht nicht ganz so sinnvoll mehr.
Ich habe die Bögen jetzt auch vor kurzem überarbeitet und auch Sachen rausgeschmissen,
weil ich gesehen habe, das passt einfach nicht mehr
oder ich habe die Frage nie beantworten können,
weil es in der Praxis so gut wie nie vorkommt, der Bereich, der da zu bewerten war.
Von daher ist das so ein bisschen ein Prozess,
der auch diese Bögen über die Jahre so ein bisschen verändert hat
und die Bögen, die ich jetzt zum Download bereitstelle auf der Website,
das ist jetzt halt die aktuelle Form, die ich benutze.
Kann man aber sicherlich noch optimieren.
Und wenn du da zum Beispiel noch Sachen hast,
die du zum Beispiel auf deinem eigenen Feedback-Bogen eingebracht hast
oder wo du sagst, Mensch, die Frage ist aber total bescheuert,
das würde ich ja niemals stellen oder das darf man gar nicht,
weil, ich weiß es nicht, der Betriebsrat da zustimmen muss oder keine Ahnung,
so genau wie mir das jetzt nicht angeguckt,
dann schreibt mir gerne einen Kommentar, am besten zur Episode
oder schreibt mir auch gerne eine Mail.
Ich möchte auf jeden Fall auch von deinen Erfahrungen da profitieren,
wenn du irgendwie noch Anregungen hast.
Würde mich sehr freuen.
Okay, dann legen wir mal los mit dem ersten der beiden Themen,
nämlich den One-on-Ones.
Ich will da jetzt nicht stundenlang drüber reden,
denn das machen die Herrschaften von Managertools viel, viel besser.
Ich habe auch die drei Einführungspodcast-Episoden zu dem Thema in den Shownotes verlinkt
und nur kurz und grob, worum es geht bei den One-on-Ones.
Also es ist ein wöchentlicher Termin, der eine halbe Stunde dauert.
Im Sinne der Managertools halt zwischen Manager und einem Mitarbeiter,
bei mir halt jetzt eben zwischen Ausbilder und Auszubildendem oder Auszubildender.
Und diese 30 Minuten sind immer aufgeteilt in drei Blöcke, a 10 Minuten.
Die ersten 10 Minuten gehören dem Azubi,
die nächsten 10 Minuten gehören mir
und die letzten 10 Minuten sprechen wir über die zukünftige Entwicklung des Azubis,
wie es weitergehen soll.
Was ist da jetzt zu besprechen?
Grundsätzlich sind die Themen völlig frei.
Das heißt, es geht bei den One-on-Ones darum, erstmal eine Beziehung aufzubauen
und sich mit den Leuten auseinanderzusetzen, Leute besser kennenzulernen.
Und irgendwann redet man ganz sicherlich auch über die Arbeit, ganz klar.
Ist auch der Fokus dieser ganzen Gespräche natürlich.
Aber man kann auch in den One-on-Ones Sachen unterbringen,
wie zum Beispiel, was man tolles am Wochenende unternommen hat
oder ich weiß es nicht, wie der Beziehungsstatus ist
oder alles, was irgendwie halt interessant ist
oder worüber man sich sonst eher weniger austauscht
oder wenn man einfach wenig Zeit hat,
so sage ich mal aus dem Privatleben was zu erzählen,
das kann man da alles unterbringen.
Das soll man auch.
Da wird natürlich niemand gezwungen, irgendwas offen zu legen.
Darum geht es jetzt auch nicht.
Es geht einfach darum, dass man den anderen so ein bisschen kennenlernt.
Das geht in beide Richtungen.
Deswegen gibt es 10 Minuten für den Azubi oder die Azubine.
Ich höre jetzt mal auf, das immer doppelt zu sagen.
Das ist super nervig.
Ich sage jetzt einfach mal nur der Azubi.
Ich weiß, es gibt da draußen auch weibliche Auszubildende.
Das ist völlig richtig.
Und die habe ich selber auch im Unternehmen.
Aber es ist einfach super nervig, das immer zu unterscheiden.
Also ich mache jetzt der Azubi und der Ausbilder.
Bitte fühlt euch nicht benachteiligt, wenn ihr zum weiblichen Geschlecht gehört.
Ich weiß, euch gibt es da draußen.
Das finde ich auch super klasse.
Es ist aber total nervig, das immer so doppelt auszusprechen.
Also machen wir weiter.
Der Azubi kann in dem One-on-One,
in den ersten 10 Minuten alles erzählen, was er will.
Er kann aus seinem Privatleben erstmal erzählen
oder vom Wochenende oder wie auch immer.
Oder aber natürlich auch über die Arbeit.
Das heißt, wenn es jetzt irgendwo in den aktuellen Projekten zum Beispiel Fragen gibt
oder er kommt nicht voran oder er weiß nicht, was er machen muss oder wie auch immer,
dann kann er auf jeden Fall in diesen 10 Minuten dazu was erzählen und auch Fragen stellen.
Völlig klar.
Und wenn das auch mal länger dauert als 10 Minuten, ist das auch in Ordnung.
Also diese 10 Minuten sind keine harte Grenze, wo dann irgendwie abgebrochen wird,
sondern hauptsächlich geht es beim One-on-One um den Azubi.
Der soll diese Chance nutzen und erzählen.
Und wenn der Ausbilder dann mal die 10 Minuten, die ihm eigentlich zustehen,
nicht ausnutzen kann, dann ist das so und dann ist das auch nicht schlimm.
Deswegen macht man jetzt nicht aus einem One-on-One auf einmal eine Stunde Gespräch,
sondern es bleibt bei 30 Minuten und der Großteil gehört auf jeden Fall dem Azubi dann.
Ja, die nächsten 10 Minuten gehören dann halt dem Ausbilder
und das ist dann quasi das gleiche in grün nur umgekehrt.
Das heißt, ich kann dann auch was Tolles erzählen, wenn ich irgendwas Tolles erlebt habe
oder wenn ich eine neue Podcast-Episode aufgenommen habe, die ich sehr wichtig finde zum Beispiel.
Oder wenn ich irgendwie gemerkt habe, dass der Azubi an der einen oder anderen Stelle noch Probleme hat
oder sich vielleicht nochmal Sachen angucken muss oder auch was gut gemacht hat,
da kann man dann natürlich erzählen, sage ich mal.
Aber prinzipiell stehen mir die 10 Minuten auch zur Verfügung, um halt Sachen zu erzählen,
die einfach unsere Beziehung stärken, sage ich mal.
Also irgendwas, was für den Azubi vielleicht interessant ist aus meiner Wochenendplanung oder wie auch immer.
Ich bin ganz ehrlich, in den meisten Fällen geht es in unseren One-on-Ones tatsächlich um die Arbeit.
Also um das, was wir da auf der Arbeit machen.
Das soll jetzt auch nicht so klingen, als ob man sich hier 30 Minuten lang
pro Woche über Hinz und Kunz und die Welt unterhält,
sondern es ist natürlich der Fokus auf die Arbeit gerichtet, das ist ganz klar.
Aber es besteht auch die Möglichkeit, sich halt über andere Dinge auszutauschen.
Bei uns hat es sich auch ganz normal so entwickelt,
dass wir im Prinzip fast nur noch über die Arbeit reden in den One-on-Ones
und das ist auch völlig in Ordnung.
Ich meine, wir sitzen den ganzen Tag zusammen im Büro, wir gehen meistens zusammen sogar Mittagessen
und da unterhält man sich auch über alles mögliche andere.
Von daher soll jetzt auch kein Zwang aufkommen,
sich in den 30 Minuten gezielt über das Privatleben auszutauschen oder so.
Das ist einfach ein lockeres Gespräch.
Aber ich sehe schon, ich habe schon wieder viel zu viel erzählt.
Ich verweise da jetzt einfach mal auf die Podcast-Episoden von den Manager-Tools.
Da wird das Ganze noch definitiv besser erläutert.
Aber die letzten 10 Minuten haben wir noch nicht angesprochen.
Die wären jetzt reserviert für die zukünftige Entwicklung des Azubis.
Das heißt, wie geht es weiter, was sind die nächsten Projekte,
was sind vielleicht noch Probleme, denen er sich widmen muss,
neue Technologien, die er sich anschauen muss
oder Konstrukte in der Programmiersprache, die er sich anschauen muss, wie auch immer.
Also um diese Sachen geht es dann.
Also insbesondere dann halt die Planung, was bis zum nächsten One-on-One,
also üblicherweise bis zur nächsten Woche, dann halt stattfinden soll.
Was die nächsten Aufgaben sind, wie die Prioritäten sind und so weiter.
Das ist dann immer, sage ich mal, der Abschluss des One-on-Ones.
Ich habe die Termine meistens so am Nachmittag gelegt.
Ehrlich gesagt, ich mache es meistens so,
dass meine Azubis alle hintereinander die Termine haben.
Dann habe ich einmal einen Block in der Woche,
wo so ein bisschen, ja, Besprechungsmarathon in Anführungszeichen hintereinander ist.
Aber dann ist es abgehakt und die Leute können sich darauf einstellen,
es ist meistens immer derselbe Termin, also dieselbe Uhrzeit am gleichen Wochentag.
Muss aber nicht so sein.
Das heißt, wenn etwas Wichtigeres dazwischen kommt,
weil irgendwie eine andere Besprechung ansteht oder ein Projekt fertig werden muss,
dann wird halt das One-on-One auch mal verschoben.
Das ist auch völlig in Ordnung.
Aber grundsätzlich ist es schon wichtig, dass die Termine regelmäßig stattfinden,
dass man sich darauf verlassen kann,
dass es eben diese Möglichkeit zum Austausch einmal die Woche gibt.
Ich starte direkt zu Beginn der Ausbildung mit den One-on-Ones.
Ich habe jetzt gerade, ist es gerade August 2016, wenn ich das hier aufnehme.
Und da sind vor zwei Wochen bei uns die neuen Azubis angefangen.
Und schon in der ersten Woche, wenn mein neuer Azubi bei uns ist,
fange ich mit diesen One-on-Ones an,
damit es von Anfang an die Möglichkeit gibt für diesen Austausch.
Okay, mehr dazu gibt es aber bei den Manager-Tools.
Ich verweise nochmal drauf. Links findest du in den Shownotes.
Dann kommen wir jetzt mal zum nächsten Thema, nämlich der Evaluierung.
Zusätzlich zu diesen wöchentlichen Gesprächen gibt es ungefähr einmal im halben Jahr
ein längeres Evaluierungsgespräch zwischen dem Auszubildenden und mir.
Und da haben wir drei Evaluierungsbögen, die wir da ausfüllen.
Es gibt einen Bogen, wo sich der Azubi selbst evaluiert.
Dann gibt es einmal einen Bogen mit den gleichen Fragen für den Ausbilder.
Das heißt, dann bewertet der Ausbilder den Auszubildenden.
Und dann gibt es noch einen letzten Bogen, den füllt nur der Azubi aus.
Und da geht es um die Bewertung des Ausbilders.
Das heißt, ich kriege auch ein Feedback, was gut war und was nicht so gut war.
Grundsätzlich ist der Aufbau so, dass wir bei diesem Evaluierungsgespräch
immer anfangen mit der Selbstevaluierung des Azubis.
Denn da sind auch ein paar Fragen drin,
die der Ausbilder in meinem Fall jetzt nicht beantworten soll.
Denn das sind, ich sage immer, offene Fragen.
Das heißt, es werden wirklich Fragen gestellt.
Und da soll der Azubi dann darauf antworten und wirklich Freitext schreiben.
Und wir gehen die Fragen einfach mal kurz durch,
dass du mal so eine kleine Idee bekommst, was da so der Inhalt ist.
Es geht erst mal los mit,
welche Tätigkeiten hast du im Lauf der bisherigen Ausbildung,
gegebenenfalls seit dem vorherigen Evaluierungsgespräch, erledigt,
beziehungsweise mit welchen Themen wurdest du vertraut gemacht.
Das ist erst mal so die Einschließfrage,
damit man noch einmal kurz Revue passieren lässt.
Das letzte halbe Jahr, da kann ja in den meisten Fällen
relativ viel passiert sein in so einem halben Jahr.
Und da gibt es einfach mal die Möglichkeit zu überlegen,
was habe ich eigentlich gelernt in der Zeit?
Was ist mir eigentlich in Erinnerung geblieben?
Und das ist immer ein ganz guter Einstieg in dieses Gespräch.
Als nächstes geht es dann weiter.
Welche davon sind dir positiv in Erinnerung geblieben
und sollten in Zukunft beibehalten werden?
Beziehungsweise dann die nächste Frage.
Welche davon sind dir negativ in Erinnerung geblieben
und sollten unbedingt verändert werden?
Jetzt geht es so ein bisschen in die Reflexion.
Das heißt, der Azubi überlegt sich jetzt,
was habe ich denn gemacht und was war eigentlich gut und was schlecht?
Es geht ja auch bei der Ausbildung, zumindest bei uns,
immer darum herauszufinden, welche Aufgaben
vielleicht der Azubi nach der Ausbildung übernehmen kann.
Und wenn man jetzt zum Beispiel verschiedene Bereiche
in der Programmierung kennenlernt oder auch unter Abteilungen,
bei uns in der EDV-Abteilung zum Beispiel,
dann ist es ja durchaus wichtig, für den Azubi einzuschätzen,
hat mir das eigentlich Spaß gemacht oder nicht?
Kann ich mir vorstellen, dass ich die nächsten Jahre
in meinem Job da arbeite?
Oder will ich mir lieber was ganz anderes suchen?
Und so weiter und so fort.
Das heißt, es soll auch so ein bisschen eine Anregung geben,
darüber nachzudenken,
was macht mir denn eigentlich Spaß an meiner Arbeit
und wo möchte ich mich vielleicht hin entwickeln?
Zum Beispiel, welche Programmiersprache finde ich besonders toll?
Oder in welcher Technologie möchte ich arbeiten?
Welche Kollegen könnte ich mir als Bürokollegen später vorstellen?
Und so weiter.
Das sind so die Ideen, um die es jetzt hier geht.
Dann ganz konkret die nächste Frage.
Welche Themen oder Aufgaben wünschst du dir für die Zukunft?
Da geht es jetzt auch darum,
dass der Azubi gerne mal Wünsche äußern darf.
Es geht nicht immer nur darum,
dass man den Ausbildungsplan abarbeitet und zack, zack, zack.
Das muss noch gemacht werden.
Sondern ich finde es auch mal ganz wichtig,
dass man ein Feedback sich einholt,
was der Auszubildende denn gerne lernen will.
Wenn er zum Beispiel sagt,
ja, ich möchte eigentlich gerne mal eine App programmieren,
sagen wir mal.
Dann ist das ja gut zu wissen.
Wenn wir zum Beispiel dann in einer Firma
gar keine Apps programmieren,
dann habe ich vielleicht ein Problem als Ausbilder,
muss mir was überlegen.
Wenn es der Wunsch des Azubis ist,
vielleicht kriegt man ja, weiß ich nicht,
eine Möglichkeit außerhalb der Arbeitszeit
gemeinsam eine App zu entwickeln.
Ich weiß nicht, ist das nur ein Beispiel.
Ich nehme aber solche Anregungen immer gerne mit
und gucke dann halt,
wenn ich zum Beispiel Projekte zu verteilen habe
auf die einzelnen Azubis,
wer kriegt denn jetzt was?
Denn ich finde es immer ganz wichtig,
dass man auch an Aufgaben arbeitet,
die einem Spaß machen und die man auch machen will.
Sicherlich gibt es gerade auch als Azubi
auch Aufgaben, auf die man nicht unbedingt so viel Bock hat,
die einfach gemacht werden müssen.
Da rede ich jetzt nicht von Kaffeekochen,
sondern von anderen Sachen,
zum Beispiel Programmierung,
meinetwegen in einer Programmiersprache,
die nicht gerade meine Lieblingsprogrammiersprache ist.
So jetzt mal als Beispiel.
Und ich kann natürlich,
wenn ich solche Projekte jetzt verteile,
im Hinterkopf behalten,
wer möchte denn vielleicht was machen
oder wer hat was noch gar nicht gemacht
und anhand dieser Liste,
sage ich mal dieser Wünsche,
kann ich dann die Projekte schön verteilen
und die Leute dürfen auch mal was machen,
was ihnen Spaß macht.
Das finde ich immer eigentlich sehr motivierend,
auch für die Ausbildung.
Ja, nächste Frage ist,
was war für deinen Erfolg förderlich?
Was war hinderlich?
Da kann der Azubi nochmal überlegen,
was hat mir denn bei der Umsetzung
meiner Projekte eigentlich geholfen?
Habe ich zum Beispiel Probleme gehabt
mit dem Erlernen einer Programmiersprache?
Oder irgendwie ein Programmierkonzept
war mir noch nicht klar
oder der Editor hat nicht funktioniert
oder wie auch immer.
Aber auch natürlich,
was war förderlich?
Also haben wir vielleicht schon früher
mal Sachen gelernt,
die ich jetzt hier anwenden konnte
in dem Projekt?
Konnte ich was aus der Berufsschule
hier zum Beispiel einfließen lassen
und so weiter.
Und die nächste Frage geht so ein bisschen in die gleiche Richtung, nämlich welche Kenntnisse und
Fähigkeiten konntest du in deine Arbeit einbringen? Das heißt, die erste Frage geht in die Richtung,
was war jetzt förderlich, was war hinderlich? Und die zweite ist, was konnte ich denn überhaupt
einbringen in die Arbeit? Das ist auch wichtig, dass man mal darüber nachdenkt, denn zum Beispiel
auch die Sachen, die man in der Berufsschule lernt, es ist meist nicht ganz so offensichtlich,
wo man die denn in der Arbeit auch mal braucht. Ich höre das oft von Azubis, dass sie sagen,
was ich in der Berufsschule lerne, kann ich im Unternehmen überhaupt nicht anwenden und das,
was ich im Unternehmen mache, lerne ich nicht in der Berufsschule. Da arbeiten beide Systeme so
ein bisschen aneinander vorbei und ich finde, gerade hier kann man sich nochmal überlegen,
ist es vielleicht doch so, dass ich Sachen in der Berufsschule gelernt habe, die ich tatsächlich
auch in meiner Arbeit anwenden kann oder umgekehrt. Das ist jetzt nur ein Beispiel mit der Berufsschule,
es gibt auch ganz andere Sachen, wenn ich zum Beispiel vorher im Abi oder in der Schule
irgendwie was mit Mathematik gemacht habe und konnte jetzt die, was auch immer, die PQ-Formel
anwenden, um ein kleines Problem in der Programmierung zu lösen. Ist völlig an den Haaren
herbeigezogen jetzt. Dann finde ich das auch immer ganz gut, dass man mal überlegt, Mensch,
da habe ich ja schon in meinem Leben einiges gelernt, was ich jetzt tatsächlich auch in der
Arbeit anwenden kann. Das finde ich immer ganz wichtig, deswegen steht die Frage hier drauf.
Nächste Frage ist dann, gibt es Wissenslücken oder Lernschwierigkeiten im Betrieb? Das finde
ich immer auch gut zu wissen, ob der Azubi sich in bestimmten Bereichen so einschätzt,
dass ihm noch Wissen fehlt oder dass er selber feststellt, Mensch, ich komme hier irgendwie
nicht so voran oder ich bin hier nicht so schnell wie die anderen, dass ich also auch eine
Möglichkeit habe, solche Sachen dann hier anzusprechen und mir auch zu überlegen, was kann
man dagegen tun? Wie kann man den Azubi dann jetzt an der Stelle fördern? Welche Literatur kann ich
noch bereitstellen? Welche Aufgaben können wir noch machen? Und so weiter. Die Einschätzung fällt
erfahrungsgemäß den Azubis ein bisschen schwierig oder schwer. Die können nicht unbedingt so gut
einschätzen, ob sie jetzt zum Beispiel auch schon auf einem Programmierlevel oder auf einem
Programmierniveau sind, was zum Beispiel für die Prüfung ausreichend ist. Von daher gibt es
natürlich dann auch immer Feedback von mir, ob das richtig eingeschätzt wird oder nicht, ganz klar.
Aber so eine Selbsteinschätzung finde ich immer sehr, sehr wichtig. Auch für spätere Leben sollte
man eigentlich immer einigermaßen einschätzen können, ob das, was man macht, eigentlich Hand
und Fuß hat oder ob man sich da vielleicht noch mal dran setzen muss und sich Sachen anschauen
muss. Ja, die nächste Frage ist dann, welche Tätigkeiten wären unter Umständen für deine
Fähigkeiten geeigneter? Das ist jetzt quasi die Anschlussfrage. Wenn man schon darüber nachdenkt,
was kann ich eigentlich und was konnte ich bislang anwenden, dann ist jetzt auch als nächstes die
Frage, gibt es denn irgendwas im Unternehmen, was ich schon kennengelernt habe, was im Prinzip genau
zu dem passt, was ich schon kann. Also gibt es Aufgabenbereiche, die mir Spaß machen und wo ich
aber auch meine Kenntnisse einbringen kann, sodass eigentlich beide Seiten profitieren. Ich habe
eigentlich eine Aufgabe, auf die ich auch Bock habe und das Unternehmen profitiert auch davon,
weil ich genau in diesem Bereich auch meine Stärken habe zum Beispiel und das frage ich
anhand dieser Frage ab. Die nächste Frage, mit welchen Maßnahmen kann deine Ausbildung gefördert
werden? Das ist jetzt mal so eine kleine Selbsteinschätzung, ob zum Beispiel ein paar
Bücher noch interessant wären oder gezielte Aufgaben oder Code Reviews oder was auch immer
den Leuten da einfällt. Also ein bisschen mal selber überlegen, Mensch, ich habe hier festgestellt,
in dem und dem Bereich, da läuft es nicht so richtig. Was können wir denn jetzt tun,
um das zu optimieren? Und in diese Richtung geht die Frage. So, sind wir fast am Ende der offenen
Fragen. Es gibt noch als nächstes, welche zukünftigen Aufgaben oder Ziele sind dir
besonders wichtig? Denn es ist auch klar, dass sich eine Ausbildung nicht immer alle tollen
Wünsche des Azubis unterbringen kann. Wir haben nur wenig Zeit in drei Jahren und müssen schon
ziemlich viel reinbringen, was einfach der Ausbildungsplan vorgibt. Und wenn ich jetzt
die Wahl habe zwischen zwei Projekten zum Beispiel, würde ich halt ganz gern wissen,
wo ich einen Schwerpunkt legen soll. Deswegen hier noch mal einmal sage ich mal so eine Art
Priorisierung des Azubis. Was möchte ich denn unbedingt machen, wenn ich irgendwie die Wahl
hätte? Und das kann ich natürlich nicht von draußen bewerten. Das ist für jeden Azubi
unterschiedlich, wo seine Stärken sind, wo seine Interessen auch liegen. Und deswegen habe ich hier
die Frage auch mit aufgenommen. Und dann haben wir noch zwei Punkte. Einmal gibt es Konflikte
zwischen dir und anderen Mitarbeitern oder Vorgesetzten? Das finde ich auch ganz wichtig,
sowas mal anzusprechen. Und wir haben dann hier auch die Möglichkeit, über solche Sachen zu
reden. Ich muss ganz ehrlich sagen, bei uns gab es das so gut wie nie, dass irgendjemand
darauf geantwortet hat. Denn bei uns ist das Betriebsklima eigentlich ziemlich gut. Und
bislang habe ich das noch nicht festgestellt, dass es da jetzt also wirklich Konflikte zwischen
den Mitarbeitern gab. Aber man weiß ja nie, ob es in der Zukunft mal passiert. Und deswegen nehme
ich die Frage immer mit auf, weil ich es natürlich sehr wichtig finde, wenn es sowas gibt, dass man
darüber spricht und dass man sich auch ein bisschen Hilfe holt, wie man damit umgehen kann und so
weiter. Und als allerletzte Frage noch die völlig offene Frage. Hast du noch eigene Fragen? Das habe
ich jetzt auch erst in letzter Zeit ergänzt, weil ich das Feedback gekriegt habe, dass genau die
Frage hier noch gefehlt hat. Das heißt, wenn jetzt noch Sachen anzusprechen sind, die gar nicht
auf dem Bogen stehen, dann gibt es jetzt natürlich noch die Möglichkeit für den Azubi hier selber
Sachen aufzuschreiben und die Chance zu nutzen, das unter vier Augen in diesem Evaluierungsgespräch
anzusprechen. Ja, das war es mit den sogenannten offenen Fragen. Jetzt geht es los mit meiner
Bewertungsmatrix, was ich für sehr übertrieben halte. Wie gesagt, es ist einfach nur eine Liste
an Punkten, die bewertet werden mit fällt positiv auf, alles in Ordnung oder kann, sollte verbessert
werden. Da habe ich jetzt in meinen Bögen einen lachenden, einen normalen und einen traurigen
Smiley reingebaut. Ich hatte da früher auch mal Zahlen stehen von 1 bis 5. Ich hatte ganz früher
auch mal Noten, da stehen von 1 bis 6. Aber das finde ich eigentlich ganz ganz gruselig. Also es
geht hier bei diesen Bewertungen jetzt nicht darum zu sagen, du hast jetzt ein Sozialverhalten von 3
oder du hast Programmierkenntnisse von 1. Das ist bewusst nicht das Ziel. Dafür gibt es die
Berufsschule. Ja, das können die Lehrer viel besser als ich. Ich will da keine Noten vergeben,
sondern ich will einfach nur so ein paar Sachen durchgehen, die ich eigentlich bei so einer
Ausbildung oder bei so einem Azubi wichtig finde, was er zum Beispiel können muss oder worauf er
achten soll. Und da will ich einfach nur ein Feedback geben, ist das schon in Ordnung so,
wie es jetzt ist oder muss da irgendwas verbessert werden. Und natürlich, wenn ja,
was muss da verbessert werden. Aber genauso fallen mir natürlich auch bei unterschiedlichen Azubis
Dinge auf, die halt besonders gut können. Also die Stärken der individuellen Personen. Das,
denke ich, darf man auch mal hervorheben, was mir dann auffällt, was halt eben auch sehr positiv
bei der Arbeit mit dem Azubi auffällt. Und das nehme ich jetzt hier als Vorlage, gehe die Punkte
einzeln durch und kreuze dann halt etwas an. Und das ist jetzt auch nicht so zu verstehen wie eine
Note, die dann irgendwo in eine Akte kommt oder sonst irgendwas. Also diese Bögen, wenn die
ausgefüllt werden, kommen die bei mir in den Schrank und die kommen nicht in die Personalakte
oder zum Vorstand oder weiß der Geier was. Sondern es ist nur eine Orientierung,
um dann nachher halt so ein schriftliches Protokoll zu verfassen, wo die wichtigsten
Ergebnisse drinstehen. Das Ergebnis dieser Ankreuzaufgaben, sage ich mal, das ist nirgends
so sichtbar. Das sind einfach nur Anhaltspunkte für mich, um später halt dann den Text zu
formulieren. Ich habe diese Punkte aufgeteilt in ein paar Oberpunkte. Das ist einmal Umgang
mit Menschen, Leistungsmotivation, Engagement, geistige Tätigkeiten und Planung und Organisation.
Die einzelnen Punkte haben auch noch detaillierte Unterpunkte und wenn ich mal auf die Uhr schaue,
werden wir das heute nicht mehr schaffen, die alle im Detail durchzugehen. Deswegen
verschiebe ich das auf die nächste Episode. Wenn du dem schon vorgreifen willst, dann schau
dir doch die Shownotes an. Ich wiederhole es nochmal, anwendungsentwicklerpodcast.de
da kannst du dir die Evaluierungsbögen schon mal runterladen, schon mal durchschauen. Du kannst
auch die Bögen, wenn du sie selber benutzen willst, übrigens als Word-Datei dir runterladen. Dafür
musst du dich allerdings nur für mein Newsletter anmelden. Völlig kostenfrei. Du kannst dich auch
jederzeit wieder austragen, wenn du möchtest. Aber wenn du angemeldet bist, kriegst du direkt
den Link zum Download übrigens auch meiner Checklisten für die Projektarbeit. Aber jetzt
eben seit heute auch zusätzlich noch die Möglichkeit, meine Evaluierungsbögen runterzuladen.
Als Word-Datei, die du auch verändern kannst, anpassen kannst und so weiter. Wenn du die zum
Beispiel in deinem Unternehmen benutzen möchtest, kannst du das gerne tun. Kannst du dir dann halt
bei mir herunterladen. Wenn du eh schon auf der Seite bist, dann schau doch mal im Blog vorbei.
Da habe ich nämlich letzte Woche einen sehr umfangreichen Artikel zu Quellenangaben in der
Projektpräsentation verfasst. Denn ich habe bei vielen Projektpräsentationen festgestellt,
dass mit Quellen ja nicht so ganz so sauber umgegangen wird. Insbesondere wenn man fremde
Bilder benutzt oder auch Clip Arts. Allein da schon, das sind auch fremde Bildwerke. Die muss
man richtig attributieren, wenn man eine entsprechende Lizenz verwendet. Aber es geht
auch um die Quellenangaben zum Beispiel von Handbüchern oder Büchern einfach so, die man
benutzt hat. Auch das muss natürlich in einer Abschlussprüfung und in einer Projektpräsentation
auch sauber zitiert werden. Und dazu habe ich mir ein paar Sachen aufgeschrieben. Schau doch einfach
mal rein. Mein Link der Woche. Letztes Mal ging es um das wunderbare Domain-Driven-Design. Da
habe ich einen schönen Artikel von Heise verlinkt, wo es eine Kurzeinführung in das Thema gibt, wo die
wichtigsten Werte, die wichtigsten Begriffe aus dem Domain-Driven-Design auch vorgestellt
werden und erklärt werden. Und ich habe auch noch mal einen schönen Pluralsight-Kurs verlinkt,
wo auf vier Stunden oder so ist der lang, wo da das ganze Konzept von Domain-Driven-Design
noch mal vorgestellt wird. Das finde ich eine super Sache für die Entwicklung. Ich habe meinen
letzten Projekt jetzt komplett mit DDD umgesetzt, weil ich glaube, dass es einfach ein super Konzept
ist, super wiederverwendbaren, sprechenden und gut strukturierten und modularisierten Code
produziert. Von daher, schau doch mal rein. Wenn du bislang noch nichts davon gehört hast,
kann ich dir nur empfehlen, da mal diese Einführung durchzulesen. Ja, wir machen dann in der nächsten
Woche weiter mit den konkreten Punkten auf meinen Evaluierungsbögen. Wie gesagt, lad dir die Sachen
gerne schon mal vorher runter und guck mal drauf. Ansonsten gehe ich nächste Woche jeden Punkt
einzeln einmal durch und erkläre, was ich damit meine und was der Sinn dahinter ist. Für heute
sage ich erstmal vielen, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss.













Neueste Kommentare